Deutsche Grammatik im Überblick
Die Grammatik ist das Fundament von Sprachen. Einheitliche grammatische Regeln geben uns die Möglichkeit, uns sinnvoll zu unterhalten, unsere Gedanken präzise auszudrücken und Texte zu verstehen oder zu schreiben. Wenn Sie Deutsch lernen, müssen Sie also auch die deutsche Grammatik üben. Das bedeutet: die wichtigsten Regeln kennenlernen und anwenden.
Je besser Sie die Grammatik verinnerlichen, desto einfacher wird es Ihnen gelingen, Sätze zu bilden und die Feinheiten der deutschen Sprache zu erkunden. Das kann sogar Spaß machen.
Inhaltsverzeichnis
Deutsche Grammatik einfach erklärt
Auf dieser Seite finden Sie einen Überblick der grundlegenden Themen der deutschen Grammatik. Zu jedem Thema gibt es eine kurze Einführung, Beispiele und Tipps sowie Links auf weiterführende Übungsmaterialien in unserem umfangreichen Online-Grammatiktrainer.
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Wortarten
Wortarten sind die Bausteine der Sprache. Jede Wortart hat eine eigene spezifische Funktion. Zu wissen, welche Wortart im Deutschen welche Aufgabe übernimmt, ist der erste Schritt zum korrekten Satzbau:
- Substantive (Nomen) bezeichnen Dinge, Lebewesen, Begriffe oder Eigennamen. – Haus, See, Kind, Freiheit, Donau
- Verben drücken Handlungen aus. – laufen, schlafen, essen, sein, haben
- Adjektive beschreiben Eigenschaften oder Zustände. – schön, leise, lustig, groß, gut
- Adverbien ergänzen Verben, Adjektive oder ganze Sätze. – heute, hier, sehr
- Pronomen ersetzen Substantive (Nomen). – ich, du, er, sie, es, wir, ihr, sie
- Präpositionen bestimmen Verhältnisse im Satz. – auf, neben, mit, ohne
- Konjunktionen verbinden Satzteile oder Sätze. – und, oder, aber, als ob, weil, obwohl, wenn, falls
Beispiele für die Verwendung im Satz
Hier finden Sie weitere Informationen zu Wortarten:
Tipp
Lernen Sie die Wortarten im Kontext. Achten Sie darauf, wie sie jeweils im Satz verwendet werden. Denn die Wortarten können im Satz nur an bestimmten Stellen stehen, je nachdem, welche Funktion sie im Satz haben.
Substantive und Artikel
Substantive, auch Nomen genannt, benennen Dinge, Lebewesen, Eigennamen oder auch abstrakte Begriffe. Im Deutschen haben sie ein grammatikalisches Geschlecht: männlich, weiblich oder sächlich. Sie werden in der Regel mit ihrem Artikel verwendet und müssen dekliniert werden.
Der, die, das … ein, eine … Die Artikel im Deutschen richtig anzuwenden, ist für sehr viele Deutschlernende eine echte Herausforderung. Denn oft gibt es keine klare Regel, welches Geschlecht ein Nomen hat. Da hilft nur üben, üben, üben.
Im Deutschen gibt es bestimmte Artikel und unbestimmte Artikel. Beide Artikel richten sich in ihrer Form nach Genus (Geschlecht), Numerus (Singular/Plural) und Kasus (Fall) des Substantivs (Nomen), das sie begleiten.
Bestimmte Artikel (der, die, das)
Sie zeigen, dass wir über etwas Bestimmtes sprechen. Sie werden verwendet, wenn etwas klar bekannt oder bereits erwähnt ist.
Unbestimmte Artikel (ein, eine)
Sie werden verwendet, wenn wir über etwas sprechen, das nicht näher bestimmt oder zum ersten Mal erwähnt wird.
Beispiele
- Maskulin: der Tisch, der Löffel, der Mond, der Himmel, ein Mann, ein Hund
- Feminin: die Lampe, die Katze, die Sonne, eine Gabel, eine Frau
- Neutral: das Fahrrad, das Messer, das Meer, ein Kind, ein Pferd
- Plural: die Tische, die Lampen, die Fahrräder, die Kinder
Tipp
Lernen Sie die Substantive von Anfang an immer mit ihrem bestimmten und unbestimmten Artikel.
Hier finden Sie weitere Informationen zu Substantiven und Artikeln:
Kasus: Die vier Fälle Deklination
Im Deutschen gibt es vier Fälle: Nominativ, Genitiv, Dativ und Akkusativ. Diese vier Fälle zeigen an, welche Rolle ein Wort im Satz spielt. Substantive, Pronomen, Adjektive und Artikel werden im Deutschen dekliniert, also an den Kasus angepasst.
Das Subjekt eines Satzes steht immer im Nominativ. Der Akkusativ ist das direkte Objekt, der Dativ ist das indirekte Objekt und der Genitiv bestimmt die Zugehörigkeit.
Wenn Sie den richtigen Fall in einem Satz bestimmen wollen, können Sie entsprechende W-Fragen stellen:
Nominativ: Wer? Was?
Das Pferd hat Hunger.
Genitiv: Wessen?
Das ist das Futter des Pferdes.
Dativ: Wem?
Ich gebe dem Pferd das Futter.
Akkusativ: Wen? Was?
Ich sehe das Pferd.
Tipp
Üben Sie die Deklinationen der Substantive, Pronomen, Adjektive und Artikel mit Beispielsätzen. Insbesondere die Frage nach Dativ oder Akkusativ bereitet oft Probleme.
Hier finden Sie weitere Informationen zu den vier Fällen:
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Verben und Konjugation
Verben bilden das Zentrum eines jeden Satzes. Sie drücken aus, was geschieht, wer handelt oder in welchem Zustand sich etwas oder jemand befindet. Im Deutschen müssen Verben konjugiert werden. Das bedeutet: Sie passen ihre Form an die Person, die Zahl und die Zeit an. Dabei gibt es verschiedene Kategorien von Verben:
- Regelmäßige Verben, die festen Konjugationsmustern folgen.
- Unregelmäßige Verben, die abweichende Formen haben.
- Hilfsverben wie haben, sein, werden, die bei der Bildung von Zeitformen unterstützen.
- Die Modalverben können, müssen, wollen, sollen, dürfen, möchten, die eine Möglichkeit, Notwendigkeit oder Wünsche ausdrücken.
Beispiele
Regelmäßige Verben
machen:
ich mache, du machst, er/sie/es macht
spielen:
ich spiele, du spielst, er/sie/es spielt
Unregelmäßige Verben
sehen:
ich sehe, du siehst, er/sie/es sieht
essen:
ich esse, du isst, er/sie/es isst
Regelmäßige Verben werden nach dem immer gleichen Schema konjugiert. Hierbei definiert das Subjekt die Endung des Verbs:
Beispiele
Tipp
Regelmäßige Verben im Präsens lassen sich einfach konjugieren. Schwieriger zu lernen sind die unregelmäßigen Verben und die verschiedenen Zeitformen. Üben Sie oft und nutzen Sie dafür Konjugationstabellen, um die Muster der regelmäßigen und unregelmäßigen Verben zu erkennen.
Hier finden Sie weitere Informationen zu Verben und Modalverben:
Zeitformen
Im Deutschen gibt es sechs Zeitformen. Sie ermöglichen es, Ereignisse in der Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft genau zu beschreiben. Im Alltag werden vor allem das Präsens und das Perfekt häufig verwendet. Formen wie das Präteritum oder Futur 2 kommen eher in der Schriftsprache vor.
Beispiele
- Präsens: Gegenwart und nahende Zukunft. – Ich lerne Deutsch.
- Präteritum: Erzählte Vergangenheit, die besonders in der Schriftsprache verwendet wird. – Ich lernte Deutsch.
- Perfekt: Gesprochene Vergangenheit, oft Umgangssprache. – Ich habe Deutsch gelernt.
- Plusquamperfekt: Vorvergangenheit, die Ereignisse vor einem anderen Ereignis in der Vergangenheit beschreibt. – Ich hatte bereits Deutsch gelernt, bevor ich nach Berlin zog.
- Futur 1: Zukunft. – Ich werde morgen Deutsch lernen.
- Futur 2: Abgeschlossene Handlung in der Zukunft. – Ich werde Deutsch gelernt haben.
Tipp
Beginnen Sie mit dem Präsens und Perfekt, da diese Formen im Alltag am häufigsten vorkommen.
Hier finden Sie weitere Informationen zu den Zeiten im Deutschen:
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Satzbau und Satzglieder
Ein Satz besteht aus mehreren Satzgliedern. Um einen vollständigen Satz zu bilden, brauchen Sie mindestens ein Subjekt und ein Prädikat.
Ein Subjekt ist ein Substantiv im Nominativ. Bei einem Prädikat handelt es sich um das Verb in einem Satz. Als weitere Satzglieder können Objekte, adverbiale Bestimmungen und Attribute hinzukommen.
Der deutsche Satzbau hat klare Regeln. Die Position der Satzglieder kann aber variieren, je nachdem, ob es sich beispielsweise um einen Hauptsatz, Nebensatz oder Fragesatz handelt und welche weiteren Satzglieder es gibt.
Ein deutscher Hauptsatz ist oft nach dem Schema Subjekt, Prädikat, Objekt gebaut. Das Verb steht in diesem Fall also an zweiter Stelle. In Nebensätzen wandert das Verb jedoch ans Satzende. Die Eselsbrücke Tekamolo kann dabei helfen, die Bestandteile in die richtige Reihenfolge zu bringen.
Beispiele
Hauptsatz
Ich bin krank. Ich bleibe heute im Bett.
Nebensatz
Ich bleibe heute im Bett, weil ich krank bin.
Fragesatz
Bist du krank? Bleibst du heute im zu Hause?
Tipp
Üben Sie zunächst mit einfachen Hauptsätzen, bei denen Sie Subjekt, Prädikat und Objekt identifizieren. Fügen Sie dann nach und nach verschiedene Nebensätze hinzu. Verwenden Sie zum Beispiel Konjunktionen wie weil oder dass, um längere Sätze zu bilden.
Hier finden Sie weitere Informationen zum Satzbau:
Adjektive und Adverbien
Adjektive und Adverbien haben unterschiedliche Funktionen in Sätzen.
Adjektive beschreiben Eigenschaften von Personen, Dingen oder Zuständen. Sie antworten auf Fragen wie „Wie ist etwas?“. Sie werden dekliniert, das heißt, sie passen sich in Genus, Numerus und Kasus an das Nomen an, das sie näher bestimmen. Zudem können sie gesteigert werden (Positiv, Komparativ, Superlativ).
Beispiele für Adjektive: frisch, lecker, groß, klein, einfach, schwierig, langsam, schnell, gesund
Adverbien beschreiben näher, wann, wo oder wie etwas geschieht. Sie sind unveränderliche Wörter, die Handlungen, Zustände eines Verbs, eines Adjektivs oder eines anderen Adverbs präzisieren, z. B. in Bezug auf Ort, Zeit, Grund oder Art und Weise. Sie werden weder flektiert noch gesteigert.
Beispiele für Adverbien:
Adverbien des Ortes
hier, dort, überall, oben, unten
Adverbien der Zeit
heute, morgen, gestern, bald, sofort
Adverbien der Art und Weise
sehr, gern, anders, genauso
Adverbien des Grundes
deshalb, darum, daher, nämlich, trotzdem
- Sie bleibt hier.
- Wir gehen morgen ins Kino.
- Er spricht leise.
- Ich bin müde, deshalb gehe ich früh ins Bett.
Weitere Informationen zu Adverbien des Ortes, Adverbien der Zeit und den Adverbien deshalb, daher, nämlich, trotzdem finden Sie hier.
Tipp
Es ist manchmal gar nicht so einfach, Adjektive und Adverbien zu unterscheiden. Es hilft aber immer, sich zu fragen: Beschreibt das Wort ein Nomen näher? Dann ist es ein Adjektiv. Oder beschreibt es ein Verb, Adjektiv oder Adverb näher? Dann ist es ein Adverb. Beispiele für den Unterschied: Adjektiv: Der Apfel ist grün. (Beschreibt das Nomen „Apfel“.) Adverb: Die Ampel steht links. (Beschreibt das Verb „stehen“.)
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Präpositionen
Präpositionen sind kurze Wörter wie in, auf oder mit. Sie werden mit Substantiven (Nomen) oder mit Pronomen verwendet und bestimmen die Beziehungen im Satz zueinander. Sie kommen beispielsweise zum Einsatz, wenn Sie Orte, Zeiten oder Gründe beschreiben möchten. Jede Präposition verlangt einen zugehörigen Fall: Genitiv, Dativ oder Akkusativ. Das macht ihre Verwendung manchmal gar nicht so einfach.
Beispiele
Präpositionen mit Genitiv
Trotz des Regens gehe ich zu Fuß.
Präpositionen mit Dativ
Ich fahre mit dem Zug.
Präpositionen mit Akkusativ
Ich spaziere durch den Park.
Weitere Informationen zu Präpositionen mit Dativ und Präpositionen mit Genitiv finden Sie hier.
Tipp
Prägen Sie sich Präpositionen mit Beispielsätzen ein. Üben Sie besonders die wirklich schwierigen Wechselpräpositionen wie auf, in und über, die je nach Frage den Dativ oder Akkusativ erfordern: Wo wohnst du? In einer kleinen Wohnung. Wohin gehst du? In meine kleine Wohnung.
Hier finden Sie weitere Informationen zu Präpositionen:
Pronomen
Pronomen sind Wörter, die Substantive ersetzen oder begleiten. Mit ihrer Hilfe lassen sich Wiederholungen vermeiden und Sätze gegebenenfalls flüssiger oder kürzer machen. Pronomen werden in der Regel dekliniert. Das heißt, sie passen sich in Person, Zahl und Fall an das Nomen an, auf das sie sich beziehen.
Im Deutschen gibt es eine ganze Menge unterschiedlicher Arten dieser kleinen „Stellvertreter“:
- Personalpronomen: ich, du, er, sie, es
- Possessivpronomen: mein, dein, sein, ihr
- Relativpronomen: der, die, das
- Reflexivpronomen: mich, dich, sich
- Interrogativpronomen: wer, was, welcher, welche, welches
- Demonstrativpronomen: dieser, diese, dieses, jener, jene, jenes
- Indefinitpronomen: niemand, einige, viele
Tipp
Pronomen sind einfacher zu lernen, da sie im Deutschen ähnlich wie in vielen anderen Sprachen verwendet werden. Ein wenig anspruchsvoll ist aber ihre Deklination: Üben Sie die Pronomen daher in typischen Satzstrukturen und achten Sie darauf, wie sie sich an den Kasus anpassen.
Hier finden Sie weitere Informationen zu Pronomen:
Konjunktionen
Konjunktionen sind meist sehr kurze Wörter, die Sätze oder Satzteile verbinden und deren Beziehung zueinander ausdrücken. Sie machen es möglich, längere und klar strukturierte Sätze zu bilden. Man unterscheidet zwischen koordinierenden Konjunktionen wie und, oder, aber und unterordnenden Konjunktionen wie weil, wenn, obwohl.
Beispiele
- Ich mag Bücher, Musik und Hunde. Ich sehe ein Video und trinke Tee.
- Ich bleibe zu Hause, weil ich krank bin.
- Sie fährt mit dem Fahrrad zur Schule, obwohl es regnet.
Tipp
Achten Sie beim Lernen darauf, wie Konjunktionen die Satzstellung verändern. Nach unterordnenden Konjunktionen wie weil oder obwohl steht das Verb am Ende.
Hier finden Sie weitere Informationen zu Konjunktionen:
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- Indefinitpronomen: Pronomen, die bestimmte oder unbestimmte Mengen bezeichnen.
- Indirekte Rede: Wiedergeben, was jemand anderes gesagt hat.
- Tekamolo: Eine Eselsbrücke, mit der Sie sich die Reihenfolge von Ergänzungen in Sätzen leicht merken können.
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