Adjektive im Deutschen: Ein Überblick der wichtigsten Regeln

Adjektive sind Eigenschaftswörter. Sie stehen meist vor einem Nomen und beschreiben Personen, Dinge oder Zustände näher. Sie werden dekliniert und passen sich in Kasus, Numerus und Genus dem Nomen an, auf das sie sich beziehen. Beispiele: das schöne Wetter, der liebliche Duft.

Das Wichtigste im Überblick

  • Adjektive werden auch Eigenschaftswörter genannt
  • Sie beschreiben Personen, Dinge oder Zustände näher
  • Adjektive werden vor Nomen dekliniert

Inhaltsverzeichnis

Adjektivdeklination

Adjektive werden dekliniert. Das bedeutet, sie passen ihren Kasus, Numerus und Genus dem Substantiv an, auf das sie sich beziehen. Sie können in allen vier Fällen – Nominativ, Genitiv, Dativ oder Akkusativ – sowie im Singular oder Plural stehen. Die Formen lauten wie folgt:

 NominativGenitivDativAkkusativ
Maskulinder kleine Hunddes kleinen Hundesdem kleinen Hundden kleinen Hund
Feminindie kleine Katzeder kleinen Katzeder kleinen Katzedie kleine Katze
Neutrumdas kleine Hausdes kleinen Hausesdem kleinen Hausdas kleine Haus
Pluraldie kleinen Kinderder kleinen Kinderden kleinen Kinderndie kleinen Kinder

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Steigerung von Adjektiven

Adjektive können gesteigert werden – das nennt man Komparation. Es gibt zwei Steigerungsstufen:

  • Die erste Stufe heißt Komparativ.
  • Die zweite und höchste Stufe nennt man Superlativ.

Den Komparativ bildet man mit der Endung -er, den Superlativ meist mit -(e)sten.

Beispiele

tief – tiefer – am tiefsten

lieb – lieber – am liebsten

Auch gesteigerte Adjektive werden dekliniert und passen sich dem Nomen an, auf das sie sich beziehen.

Beispiele im Satz

  • Das günstigere Kleid gefällt mir besser.
  • Der Garten des freundlicheren Herrn gewann den ersten Preis.

Hier finden Sie weitere Informationen zu Adjektiven im Komparativ und Superlativ:

Unregelmäßige Adjektive

Unregelmäßige Adjektive sind Adjektive, die sich nicht regelmäßig steigern lassen. Sie haben entweder besondere Formen oder können gar nicht gesteigert werden.

Adjektive mit unregelmäßiger Steigerung

Diese Adjektive weichen in der Form vom Regelmuster ab:

hoch – höher – am höchsten

nah – näher – am nächsten

dunkel – dunkler – am dunkelsten

Adjektive mit ganz eigenen Formen

Einige Adjektive haben unregelmäßige Steigerungsformen, die sich nicht von der Grundform ableiten lassen. Diese müssen Sie einfach auswendig lernen.

gut – besser – am besten

viel – mehr – am meisten

gern – lieber – am liebsten

Adjektive, die nicht gesteigert werden können

Manche Adjektive drücken bereits eine absolute Bedeutung aus. Sie können nicht gesteigert werden.

tot

perfekt

leer

schwanger

Vergleiche mit wie und als

Wenn man zwei Dinge oder Personen vergleicht, braucht man dafür als und wie. Welche Form korrekt ist, hängt davon ab, ob der Vergleich gleich oder ungleich ist.

Gleichheit: so … wie

Wenn zwei Dinge gleich sind, verwenden Sie so … wie. Das Adjektiv steht dabei in der Grundform, nicht im Komparativ.

Beispiele

  • Ich bin so groß wie du.
  • Er ist so klug wie seine Schwester.
  • Sie sind genauso geizig wie ihre Eltern.

Ungleichheit: Komparativ + als

Wenn eine Person oder Sache mehr oder weniger ist als der Vergleichspunkt, verwenden Sie den Komparativ + als.

Beispiele

  • Ich bin größer als du.
  • Er ist klüger als seine Schwester.
  • Sie sind noch geiziger als ihre Eltern.

Tipp

Im gesprochenen Deutsch hören Sie manchmal Sätze wie: Ich bin größer als wie du.

Das ist immer falsch! Entweder als oder wie – aber niemals beides zusammen.

Graduierung von Adjektiven

Graduierung von Adjektiven bedeutet, dass man ihre Bedeutung verstärken oder abschwächen kann. Dazu verwendet man kleine Wörter, sogenannte Gradpartikel. Zu diesen gehören:

sehr

Beispiel: sehr dunkel

ziemlich

Beispiel: ziemlich hell

ein wenig

Beispiel: ein wenig lieblos

ein bisschen

Beispiel: ein bisschen leer

Oft gibt es auch ein eigenes Adjektiv, das die verstärkte Bedeutung bereits ausdrückt.

Beispiele

  • sehr heiß: glühend
  • sehr kalt: eisig
  • sehr hell: blendend

Negative Adjektive

Ein negatives Adjektiv beschreibt eine unerwünschte Eigenschaft. Um aus einem positiven Adjektiv ein negatives zu machen, fügt man meist eine Vor- oder Nachsilbe hinzu:

Vorsilben

un-, miss-, in-, dis- oder intolerant- 

Nachsilben

-los oder -frei

Beispiele

  • verstanden: missverstanden
  • glücklich: glücklos
  • tolerant: intolerant
  • hilfreich: hilflos
  • fehlerhaft: fehlerfrei

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Nominalisierte Adjektive

Nominalisierte Adjektive – auch substantivierte Adjektive genannt – sind Adjektive, die wie ein Nomen verwendet werden. Sie stehen meist mit einem Artikel, werden großgeschrieben und dekliniert wie normale Nomen.

Beispiele

  • Das Neue gefällt mir besser.
  • Der Runde hat besser geschmeckt als der Eckige.
  • Das Schöne an der Sache ist die Ruhe.

Die Endungen nominalisierter Adjektive richten sich nach Kasus, Numerus und Genus, ganz wie bei der normalen Adjektivdeklination. Auch der Artikel vor dem Adjektiv wird entsprechend angepasst. Weitere Informationen finden Sie hier:

Adjektive als Nomen

Adjektive können durch typische Substantivendungen zu Nomen umgewandelt werden. Dabei verändern sie ihre Form, behalten aber meist ihren ursprünglichen Wortstamm bei.

Typische Endungen sind:

-heit

-keit

-ung

-tum

-nis

Beispiele

  • freundlich: Freundlichkeit
  • dunkel: Dunkelheit
  • reich: Reichtum
  • ernst: Ernsthaftigkeit

Diese Nomen bezeichnen meist Eigenschaften oder Zustände. In seltenen Fällen muss zur Endung ein zusätzlicher Buchstabe ergänzt werden (z. B. leicht → Leichtigkeit).

Tipp

Einige Adjektive bilden Nomen ohne eine der typischen Endungen: aktiv → Aktivität

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