Genitiv im Deutschen – Erklärung, Tipps, Beispiele

Der Genitiv ist neben dem Nominativ, Dativ und Akkusativ einer der vier Fälle in der deutschen Grammatik. Er zeigt an, zu wem etwas gehört. Er drückt also eine Zugehörigkeit oder einen Besitz aus. Wichtig: Nur Nomen oder Pronomen können im Genitiv stehen!

Das Wichtigste im Überblick

  • Der Genitiv drückt eine Zugehörigkeit oder einen Besitz aus
  • Er lässt sich mit Wessen? erfragen
  • Nur Nomen oder Pronomen können im Genitiv stehen

Inhaltsverzeichnis

Genitivbildung bei Nomen

Beim Genitiv stehen immer zwei Nomen hintereinander. Das erste Substantiv ist das Objekt oder der Gegenstand. Das zweite gibt dessen Besitzer an und steht im Genitiv.

Beispiele

  • Das Handy des Mannes. (Das Handy gehört dem Mann)
  • Der Hund der Sekretärin. (Der Hund gehört der Sekretärin)
  • Das Dach des Hauses. (Das Dach gehört zum Haus)

Der Genitiv kann mit dem bestimmten Artikel stehen, wie in den vorigen Beispielen, aber auch mit unbestimmtem Artikel.

  • Die Beine eines Tisches. (Die Beine gehören zum Tisch)
  • Die Blätter einer Blume. (Die Blätter gehören zur Blume)
  • Der Rahmen eines Bildes. (Der Rahmen gehört zum Bild)

Im Genitiv verändert sich der Artikel des Nomens. Viele maskuline und neutrale Substantive werden außerdem mit der Endung -s oder -es ergänzt. Feminine Nomen und Pluralformen erhalten keine Endung.

Hier finden Sie weitere Informationen zu bestimmten und bestimmten Artikeln:

GeschlechtSingularPlural
Maskulin

Bestimmter Artikel

  • des Mannes

Unbestimmter Artikel

  • eines Mannes

Bestimmter Artikel

  • der Männer
Feminin

Bestimmter Artikel

  • der Frau

Unbestimmter Artikel

  • einer Frau

Bestimmter Artikel

  • der Frauen
Neutrum

Bestimmter Artikel

  • des Hauses

Unbestimmter Artikel

  • eines Hauses

Bestimmter Artikel

  • der Häuser

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Genitivbildung bei Namen

Die Genitivbildung verändert sich, wenn es sich beim Genitivattribut (dem Besitzer) um einen Personennamen handelt. In diesem Fall wird – je nach Endung des Namens – ein Genitiv s oder ein Apostroph angehängt. Siehe dazu auch: Genitiv s bei Namen.

Beispiele

Marlenes Beruf

Tinas Buch

Max’ Urlaub

Klaus’ Tochter

Wenn es kein Personenname, sondern ein Eigenname (eines Landes, einer Stadt ...) ist, kann der Genitiv vor oder nach dem Subjekt stehen.

Berlins Wahrzeichen

Das Wahrzeichen Berlins

Tipp

Endet ein Name auf einen Laut, der einem s ähnlich ist -s, -ß, -z oder -x, wird ein Apostroph angehängt.

Dativ statt Genitiv

Der Genitiv benötigt immer einen Artikel, ob bestimmt (der, die, das) oder unbestimmt (ein, eine). Es existiert allerdings kein unbestimmter Artikel im Plural. In diesem speziellen Fall verwendet man stattdessen den Dativ + von.

Beispiele

  • Nomen mit Artikel: Die Ergebnisse der Prüfungen werden morgen veröffentlicht.
  • Nomen ohne Artikel (Dativ + von): Ich habe mich mit Fehlern von Deutschlernenden beschäftigt.

Im gesprochenen Deutsch und insbesondere der Umgangssprache, wird häufig der Dativ anstelle des Genitivs verwendet. Das ist allerdings grammatikalisch nicht korrekt! Daher auch der berühmte Satz: „Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod“.

Beispiele

Genitiv

Michaels Vater arbeitet in einer großen Firma.

(korrekt)

Dativ

Der Vater von Michael arbeitet in einer großen Firma.

(Umgangssprache)

Hier finden Sie weitere Informationen zum Dativ:

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Possessivartikel und -pronomen statt Genitiv

Neben der klassischen Genitivform, die Sie jetzt bereits kennen, kann er auch mit Possessivartikeln oder Possessivpronomen ausgedrückt werden. Während Possessivartikel immer ein Nomen begleiten, stehen Possessivpronomen allein und ersetzen das Nomen vollständig.

Possessivartikel

Possessivartikel (mein, dein, sein ...) stehen, wie ein Artikel, mit einem Nomen und zeigen an, wem etwas gehört. Die Deklination ist gleich der unbestimmter Artikel.

Beispiele

  • Das ist das Futter meines Hundes.
  • Ich habe den Ausweis deines Kindes gefunden.
  • Wir fahren mit dem Auto unseres Nachbars nach Berlin.

Hier finden Sie weitere Informationen zu Possessivartikeln:

Possessivpronomen

Possessivpronomen (meiner, deiner, seiner ...) ersetzen ein bereits genanntes Nomen vollständig. Sie übernehmen die Funktion eines Artikels.

Beispiele

  • Ist das dein Buch? – Nein, das ist meines.
  • Der blaue Rucksack ist ihrer.
  • Dein Haus ist groß, aber unseres ist größer.

Possessivpronomen werden vor allem dann verwendet, wenn das Nomen im vorherigen Satz bereits genannt wurde und nicht erneut wiederholt werden soll. Ihre Formen im Genitiv lauten – am Beispiel von mein:

 SingularPlural
Maskulin

meines Hundes

meiner Hunde

Feminin

meiner Katze

meiner Katzen

Neutrum

meines Hauses

meiner Häuser

Hier finden Sie weitere Informationen zu Possessivpronomen:

Präpositionen mit Genitiv

Einige Präpositionen müssen im Deutschen immer mit Genitiv stehen. Sie können mit keinem anderen Kasus verwendet werden. Zu den Präpositionen mit Genitiv gehören:

wegen

trotz

innerhalb

außerhalb

während

Hier finden Sie weitere Informationen zu Präpositionen mit Genitiv:

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