Indirekte Rede – Erklärung, Tipps, Beispiele
Mit der indirekten Rede gibt man wieder, was jemand anderer gesagt hat. Man bildet sie mit dem Konjunktiv 1. Meistens findet sie in Zeitungen oder im Fernsehen Verwendung, wenn berichtet wird, was wo geschehen oder gesagt worden ist. Beispiel: Er sagt, er habe nichts gesehen.
Das Wichtigste im Überblick
- Indirekte Rede gibt wieder, was jemand anderes gesagt hat
- Sie wird mit dem Konjunktiv 1 gebildet
- Im Alltag wird der Konjunktiv 1 oft vermieden
Inhaltsverzeichnis
Indirekte Rede im Überblick
Abschnitt 1/7
Die indirekte Rede ...
gibt wieder, was jemand anderer gesagt hat.
findet man meist in Zeitungen und Fernsehen.
kann ausdrücken, dass man sich von einer Aussage distanziert.
Sie bilden die indirekte Rede mit dem Konjunktiv 1 – entweder in der Vergangenheit, der Gegenwart oder der Zukunft.
Beispiel
Es gab einen Verkehrsunfall. Ein Zeuge, der den Unfall gesehen hat, meint, dass der Fahrer eingeschlafen ist. Niemand (außer dem Fahrer) kann genau wissen, was wirklich geschehen ist.
Der Reporter, der den Bericht für die Zeitung schreibt, formuliert den Satz: „Ein Zeuge meint, dass der Fahrer eingeschlafen sei.“ So kann der Journalist vom Tathergang berichten, auch wenn das Gesagte womöglich falsch ist.
Tipp
Im gesprochenen Deutsch wird der Konjunktiv 1 oft durch den Indikativ ersetzt, auch wenn das eigentlich nicht korrekt ist.
Beispiele
- Sie sagt, sie habe eine gute Note geschrieben. (korrekt)
- Sie sagt, sie hat eine gute Note geschrieben. (falsch, wird im Alltag trotzdem verwendet)
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Wie bildet man die indirekte Rede?
Zu Beginn der indirekten Rede steht meist die Person, deren Aussage man wiedergibt, in Verbindung mit einem Verb wie sagen. Nach dem einleitenden Verb steht meist ein Komma, dass die indirekte Rede trennt.
Im Anschluss folgt die eigentliche Aussage im Konjunktiv 1.
Beispiel
- Direkte Rede: Ich habe Hunger.
- Indirekte Rede: Sie sagt, sie habe Hunger.
Die Einleitung kann jedoch auch um weitere Informationen ergänzt werden, beispielsweise, wer zu wem etwas sagt. Neben sagen sind außerdem auch viele weitere Verben möglich, die eine Form des Sprechens oder Mitteilens ausdrücken. Zum Beispiel: fragen, schreien, erklären, rufen oder erzählen.
Beispiele
Tipp
Die indirekte Rede kann auch durch einen Nebensatz mit dass ausgedrückt werden. Dieser verwendet zwar ebenfalls den Konjunktiv 1, allerdings ändert sich die Satzstellung.
Beispiele
- Sie erzählte ihm überglücklich, sie sei schwanger. → Sie erzählte ihm überglücklich, dass sie schwanger sei.
- Wir erklärten ihm, er habe das Regal falsch aufgebaut. → Wir erklärten ihm, dass er das Regal falsch aufgebaut habe.
Weiter ist zu beachten, dass in der indirekten Rede Pronomen und Orts- sowie Zeitangaben angepasst werden müssen. Das ist notwendig, da der Bericht aus der Perspektive einer anderen Person erfolgt.
Beispiele
- Direkte Rede: Ilse sagt zu Franz: „Ich komme morgen nicht zu dir!“
- Indirekte Rede: Ilse sagt zu Franz, sie komme am nächsten Tag nicht zu ihm.
Wenn Sie jedoch etwas wiedergeben, dass Sie selbst gesagt haben, beispielsweise beim Erzählen einer Geschichte, verändern sich zwar die Orts- und Zeitangabe, nicht aber das Pronomen.
Beispiele
- Direkte Rede: „Ich habe morgen einen Test.“
- Indirekte Rede: Ich sagte, ich habe am nächsten Tag einen Test.
An diesem Beispiel lässt sich gut zeigen, dass der Konjunktiv 1 vom Indikativ (Präsens) nicht immer zu unterscheiden ist. In so einem Fall verwendet man statt des Konjunktiv 1 den Konjunktiv 2.
Indirekte Rede im Präsens
Oft steht die indirekte Rede im Präsens. Dafür nimmt man das entsprechende Verb und konjugiert im Konjunktiv 1.
Beispiele
Indirekte Rede: Er gehe nach Hause.
Indirekte Rede: Sie höre das Baby lachen.
Die Konjugation unterscheidet sich, je nachdem, ob das Verb regelmäßig oder unregelmäßig ist. Hier sehen Sie die Formen beispielhaft an zwei Verben.
| hören | gehen |
|---|---|
Singular
| Singular
|
Plural
| Plural
|
Indirekte Rede in der Vergangenheit
Bei der indirekten Rede in der Vergangenheit steht das einleitende Verb meist im Präteritum. Anstelle des Konjunktiv 1 der Gegenwart steht der Konjunktiv 1 der Vergangenheit.
Die Vergangenheitsform des Konjunktivs 1 bildet man mit der Konjunktiv 1 Form der Hilfsverben haben oder sein und dem Partizip 2.
Beispiele
Indirekte Rede: Der Jugendliche beteuerte seiner Mutter, er sei nicht zu spät nach Hause gekommen.
Indirekte Rede: Seine Schwester bestätigte ihm, sie habe bereits gekocht.
Die Formen von sein und haben im Konjunktiv 1 lauten wie folgt:
| sein | haben |
|---|---|
Singular
| Singular
|
Plural
| Plural
|
Indirekte Rede in der Zukunft
Die indirekte Rede kann auch in der Zukunft verwendet werden. Und zwar immer dann, wenn die wiedergegebene Aussage auch in der Zukunft steht.
In diesem Fall steht das einleitende Verb im Präsens. Die indirekte Rede selbst wird mit dem Konjunktiv 1 der Gegenwart von werden und einem zweiten Verb im Infinitiv am Satzende gebildet.
Beispiele
- Sie ist überzeugt, sie werde die Prüfung bestehen.
- Er sagt, er werde morgen in den Urlaub fahren.
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Indirekte Rede mit Modalverben
Die indirekte Rede mit Modalverben folgt denselben Regeln, wie die normale indirekte Rede. Das Modalverb steht dabei im Konjunktiv 1. Zusätzlich wird allerdings noch ein weiteres Verb im Infinitiv am Satzende ergänzt.
Beispiele
- Sie sagt, sie könne sehr gut schwimmen.
- Er behauptet, er dürfe so lange aufbleiben.
- Sie schrie, er solle das nicht machen.
- Er beschwerte sich, er könne die Prüfung nicht bestehen.
Die Formen der Modalverben im Konjunktiv 1 lauten:
| können | dürfen | wollen |
|---|---|---|
Singular
| Singular
| Singular
|
Plural
| Plural
| Plural
|
| mögen | müssen | sollen |
|---|---|---|
Singular
| Singular
| Singular
|
Plural
| Plural
| Plural
|
Hier finden Sie weitere Informationen zu Modalverben:
Indirekte Rede mit Passiv
Enthält die ursprüngliche Aussage das Passiv, wird dieses auch in der indirekten Rede beibehalten. Das Vorgangspassiv nutzt den Konjunktiv 1 von werden in Verbindung mit dem Partizip Perfekt. Das Zustandspassiv greift auf das gleiche Partizip zurück, allerdings steht es mit dem Konjunktiv 1 von sein.
Beispiele
- Sie sagt, das Auto werde repariert. (Vorgangspassiv)
- Sie sagt, das Auto sei repariert. (Zustandspassiv)
Tipp
Im Vergleich zum Passiv im Indikativ verändert sich in der indirekten Rede nur die Form von werden oder sein, das Partizip bleibt unverändert.
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