Artikel im Deutschen und ihre Regeln
In der deutschen Sprache haben Substantive (Nomen) einen Genus. Die bestimmten Artikel sind: der, die, das. Für sich allein haben diese Artikel keine Bedeutung, aber sie zeigen Genus, Numerus und Kasus des Substantivs an:
- Genus (maskulin, feminin, Neutrum)
- Numerus (Singular, Plural)
- Kasus (Nominativ, Genitiv, Dativ oder Akkusativ)
Die wichtigsten Artikel sind:
- bestimmte Artikel (der, die, das)
- unbestimmte Artikel (ein, eine)
- Negativartikel (kein, keine)
- Possessivartikel (mein, dein, sein, ihr)
Das Wichtigste im Überblick
- Artikel stehen in der Regel vor Substantiven
- Man unterscheidet zwischen bestimmten und unbestimmten Artikeln
- Der, die, das sind bestimmte Artikel, ein, eine sind unbestimmte Artikel
- Artikel werden wie das Substantiv dekliniert
Inhaltsverzeichnis
Für Deutschlernende ist es meist schwierig, den Genus für die Substantive zu lernen – denn logisch ist die Zuordnung nicht unbedingt. Denn auch wenn es ein neutrales Geschlecht gibt, heißt das nicht, dass alle Bezeichnungen für Dinge einen neutralen Artikel haben. Das „grammatische“ Geschlecht ist nicht gleich dem „natürlichen“ Geschlecht. Beispiele: der Teller, der Löffel – die Tasse, die Gabel – das Glas, das Messer.
Regeln gibt es, aber nur wenige, und viele Ausnahmen. Deshalb ist es hilfreich, Substantiv und deren Artikel von Anfang an zusammen zu lernen.
Auf dieser Seite finden Sie einen Überblick der Artikel in der deutschen Sprache. Hinzu gekommen ist seit einigen Jahren das gendergerechte Sprechen und Schreiben – auch dazu finden Sie ein paar Informationen. Zu jeder Art von Artikel gibt es eine kurze Einführung, Beispiele und Tipps.
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Bestimmte Artikel: der, die, das
Bestimmte Artikel kommen am häufigsten vor. Sie begleiten Substantive, wenn es um etwas Bekanntes oder Einzigartiges geht.
Es gibt drei bestimmte Artikel im Singular und einen im Plural.
- der – für maskuline Wörter: Der Baum im Garten ist schon alt.
- die – für feminine Wörter: Die Elbe fließt durch Hamburg.
- das – für neutrale Wörter: Das Pferd ist schwarz-weiß gefleckt.
- die – für den Plural: Die Pflanzen im Park sind bunt.
Deklination
Im Deutschen werden Artikel dekliniert. Das bedeutet: Wenn sich der Kasus im Satz ändert, ändert sich auch der Artikel. Er kann, wie das Substantiv, im Nominativ, Genitiv, Dativ oder Akkusativ stehen. Hier finden Sie alle Formen des bestimmten Artikels mit Beispielen im Überblick.
| Nominativ | Genitiv | Dativ | Akkusativ | |
|---|---|---|---|---|
| Maskulin | der | des | dem | den |
| Feminin | die | der | der | die |
| Neutrum | das | des | dem | das |
| Plural | die | der | den | die |
Beispiele:
- Nominativ: Der Apfelbaum im Garten ist schon alt.
- Genitiv: Die Blätter des Apfelbaums verfärben sich im Herbst.
- Dativ: Neben dem Apfelbaum wächst ein Kirschbaum.
- Akkusativ: Ich gieße den Apfelbaum oft am Abend.
Mehr dazu finden Sie in unserem Grammatiktrainer unter Bestimmter Artikel: der, die, das
Unbestimmte Artikel: ein, eine
Unbestimmte Artikel begleiten Substantive, die etwas Unbekanntes oder Allgemeines beschreiben. Im Plural gibt es keinen unbestimmten Artikel. Hier benutzt man stattdessen den sogenannten Nullartikel – also gar keinen.
Die unbestimmten Artikel sind:
- ein – für maskuline Wörter: In meinem Garten steht ein Apfelbaum.
- eine – für feminine Wörter: Eine Frage hat immer ein Fragezeichen am Ende.
- ein – für neutrale Wörter: Ein Buch ist für viele Menschen ein schönes Geschenk.
Deklination
Auch unbestimmte Artikel werden im Deutschen dekliniert. Das bedeutet: Wenn sich der Kasus im Satz ändert, ändert sich auch der Artikel. Er kann, wie das Substantiv, im Nominativ, Genitiv, Dativ oder Akkusativ stehen. Hier finden Sie alle Formen des unbestimmten Artikels mit Beispielen im Überblick.
| Nominativ | Genitiv | Dativ | Akkusativ | |
|---|---|---|---|---|
| Maskulin | ein | eines | einem | einen |
| Feminin | eine | einer | einer | eine |
| Neutrum | ein | eines | einem | ein |
Beispiele
- Nominativ: In meinem Garten steht ein Apfelbaum.
- Genitiv: Die Blätter eines Apfelbaums verfärben sich im Herbst.
- Dativ: Im Sommer sitze ich gerne unter einem Apfelbaum und lese.
- Akkusativ: Ich sehe einen Apfelbaum.
Mehr dazu finden Sie in unserem Grammatiktrainer unter Unbestimmter Artikel: ein, eine
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Wann steht welcher Artikel? Regeln und Erklärungen
Doch welcher Artikel gehört zu welchem Nomen? Der, die oder das? Ein oder eine? Anhand der Endungen von Substantiven können Sie manchmal erkennen, welches grammatische Geschlecht (= Genus) ein Artikel haben muss. Davon abgesehen gibt es einige Wortgruppen, die fast immer ein festgelegtes Genus haben. Hier ein paar Beispiele.
Maskulin – der:
Feminin – die:
Neutral – das:
- „Grammatisches“ und „natürliches“ Geschlecht
Das Genus ist das grammatische Geschlecht. Im Deutschen bestimmt es, ob ein Wort den Artikel der, die oder das bekommt. Das ist nicht unbedingt dasselbe wie der Sexus, das natürliche Geschlecht (zum Beispiel bei Menschen oder Tieren). Manchmal passen Genus und Sexus in der deutschen Sprache zusammen, wie bei die Mutter oder der Vater. Aber: Viele Wörter haben ein Genus, das nichts mit dem natürlichen Geschlecht zu tun hat – das Mädchen zum Beispiel.
Hier finden Sie weitere Informationen zu Nomen:
Tipp
In der deutschen Sprache gibt es viele Komposita. Das sind zusammengesetzte Wörter. Dabei erhält das Komposita den Artikel vom letzten Wort.
Beispiele
- der Morgen + die Röte = die Morgenröte
- das Haus + die Tür + das Schloss = das Haustürschloss
Hier finden Sie weitere Informationen zu Komposita:
Wörter mit mehreren Artikeln
Einige Substantive können mit verschiedenen Artikel gebraucht werden. Bei manchen Nomen sind sie variabel, die Bedeutung bleibt trotz verschiedener Artikel gleich. Bei einigen Wörtern ändert sich die Bedeutung jedoch, je nach Artikel.
Wörter mit variablen Artikeln, die ihre Bedeutung behalten:
- der Joghurt, das Joghurt, die Joghurt
- der Krake, die Krake
Wörter, die je nach Artikel ihre Bedeutung ändern:
- der Otter (ein Säugetier) – die Otter (eine Schlangenart)
- der Tau (die Nässe am Morgen) – das Tau (ein dickes Seil)
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Gendern und Geschlecht: Was ist eigentlich geschlechtergerechte Sprache?
Gendern bedeutet, eine geschlechtergerechte Sprache zu benutzen. Mit dem geschlechterbewussten Sprachgebrauch soll die Gleichbehandlung alle Geschlechter bzw. Identitäten zum Ausdruck bringen.
Der Grund: Oft wird die maskuline Form im Deutschen auch gebraucht, um den Plural zu nutzen. Dabei ist sprachlich aber meist nicht eindeutig, ob nur männliche Personen gemeint sind oder auch andere. Deswegen nutzen seit einiger Zeit viele Menschen, Medien und Unternehmen Alternativen, um alle Geschlechter anzuzeigen. Eine einheitliche sprachliche Regelung dazu gibt es noch nicht (siehe auch Duden: Geschlechtergerechter Sprachgebrauch).
Häufig zu lesen gibt es folgende Varianten.
Beispiele
- Lehrer – Lehrerinnen und Lehrer, Lehrer/-innen, Lehrende, Lehrer:innen, Lehrer*innen
- Mitarbeiter – Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Mitarbeiter/-innen, Mitarbeitende, Mitarbeiter:innen, Mitarbeiter*innen
Artikel und Präpositionen
In der deutschen Sprache gibt es Präpositionen, die mit bestimmten Artikeln verschmelzen. In solchen Fällen werden zwei Wörter zu einem.
Beispiele
- an + dem = am: Ich stehe am Fenster.
- an + das = ans: Ich gehe ans Telefon.
- bei + dem = beim: Ich bin beim Joggen gestolpert.
- in + dem = im: Nachmittags bin ich im Garten.
- in + das = ins: Das ist ein Sprung ins kalte Wasser.
- für + das = fürs: Wir lernen fürs Leben.
- von + dem = vom: Der Kater ist vom Balkon gefallen.
- zu + dem = zum: Jan geht zum Lernen in die Bibliothek.
- zu + der = zur: Kommst du morgen wieder zur Arbeit?
Hier finden Sie weitere Informationen zu Präpositionen:
Tipp
Die genannten Präpositionen verschmelzen fast immer mit dem bestimmten Artikel. Es gibt jedoch eine Ausnahme: wenn der Artikel als Demonstrativpronomen benutzt wird. In diesem Fall meint er etwas Bestimmtes – und wird beim Sprechen stark betont, zum Beispiel:
Ich stehe an dem Fenster, das zum Garten zeigt.
Kein Artikel – wann lässt man ihn weg?
In einigen Fällen steht gar kein Artikel vor dem Substantiv – weder ein bestimmter noch ein unbestimmter. Dies wird auch Nullartikel genannt.
Diese Regel gilt unter anderem, wenn man einen unbestimmten Artikel benutzen würde.
Beispiele
Ich habe eine Stadt besichtigt. → Ich habe Städte besichtigt.
Das Huhn hat ein Ei gelegt. → Das Huhn hat Eier gelegt.
Aber auch für Substantive im Singular wird nicht immer ein Artikel verwendet. Hier sind einige Kategorien mit Beispielen:
- Ortsnamen: Sie wohnen in Hamburg.
- Länder (Neutrum): Wir machen Urlaub in Italien. (Aber: in der Schweiz.)
- Berufe und Rollen: Mein Bruder will Anwalt werden.
- Hobbys und Sprachen: Ich spiele Gitarre. Lena spricht Spanisch.
- Materialien im allgemeinen Sinn: Glas wird aus Sand hergestellt. (Aber: Das Glas ist kaputt.)
- Gefühle: Ich habe Hoffnung, wenn ich an die Zukunft denke.
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Tipp
Im Hochdeutschen steht kein Artikel vor Namen. So sagt man:
Johannes isst ein Brötchen. Frau Schmidt arbeitet in einer Buchhandlung.
In einigen Regionen verwendet man aber bestimmte Artikel vor Namen. Dies liegt daran, dass dort Dialekte gesprochen werden, in denen dies üblich ist, beispielsweise im Bayerischen oder Schwäbischen. Dort würde man sagen:
Der Johannes isst ein Brötchen. Die Frau Schmidt arbeitet in einer Buchhandlung.
Negativartikel: kein, keine
Negativartikel drücken eine Verneinung aus, zum Beispiel wenn es etwas nicht (mehr) gibt. Meist ersetzen sie unbestimmte Artikel. Negativartikel werden im Singular wie unbestimmte Artikel dekliniert. Im Plural gleichen sie den bestimmten Artikeln.
Folgende Negativartikel werden im Deutschen benutzt:
- kein – für maskuline Wörter: Das ist kein neuer Computer.
- keine – für feminine Wörter: Wir haben keine Milch mehr.
- kein – für neutrale Wörter: Madita hat heute kein Glück.
- keine – für den Plural: Ich möchte heute keine Kartoffeln essen.
Hier finden Sie weitere Informationen zur Verneinung:
Possessivartikel: mein, dein, sein …
Possessivartikel zeigen Besitz oder Zugehörigkeit an. Sie drücken also aus, was wem gehört. Sie stehen immer vor einem Substantiv und beziehen sich auf eine Person. Für jede Person gibt es einen Possessivartikel.
Beispiele
- ich → mein: Meine Kaffeemaschine ist kaputt.
- du → dein: Geh bitte in dein Zimmer.
- er → sein: Florian liebt seine Freundin.
- sie → ihr: Maja hat ihr Ladekabel verloren.
- es → sein: Das Kaninchen zieht sich in seinen Bau zurück.
- wir → unser: Das ist unsere neue Wohnung.
- ihr → euer: Euer Hund hat die ganze Nacht gebellt.
- sie → ihr: Lena und Amelie suchen ihre Mutter.
- Sie → Ihr: Stimmt es, dass Ihr Vater aus Düsseldorf kommt?
Possessivartikel werden dekliniert. Sie haben dabei dieselben Endungen wie bei der Deklination der bestimmten Artikel.
Hier finden Sie weitere Informationen zuPossessivartikeln:
Tipp: mein oder meins?
Neben Possessivartikeln gibt es auch Possessivpronomen. Beide zeigen einen Besitz an. Der Unterschied: Possessivartikel stehen immer vor einem Substantiv:
Ich füttere mein Pferd.
Possessivpronomen ersetzen im Satz das Substantiv, stehen also alleine:
Wir bringen die Pferde in den Stall. Ich führe meins.
Demonstrativartikel: dieser, diese, jener
Es gibt drei verschiedene Demonstrativartikel. Sie werden ähnlich wie bestimmte Artikel verwendet und gleich dekliniert. Man betont sie jedoch stärker als andere Arten von Artikeln. Damit zeigt man die besondere Bedeutung des Substantivs.
- Diese / dieser / dieses – für etwas in der Nähe
- Jene / jener / jenes – für etwas Entfernteres
- Solche / solcher / solches – für beispielhafte oder stereotype Aussagen
| Dies- | Jen- | Solch- | |
|---|---|---|---|
| Maskulin | Dieser Mann ist freundlich. | Jener Mann war sehr streng. | Solcher Mut ist bewundernswert. |
| Feminin | Möchtest du diese Katze adoptieren? | Jene Frau lebte damals in Berlin. | Solche Motivation ist selten. |
| Neutrum | Dieses Buch war spannend. | Jenes Jahr was das schönste. | Solches Gerede hilft nicht. |
| Plural | Diese Aufgaben sind wichtig. | Jene Erinnerungen bleiben. | Für solche Sachen fehlt mir die Zeit. |
Tipp
Neben Demonstrativartikeln gibt es auch Demonstrativpronomen. Sie können leicht verwechselt werden. Was sie unterscheidet, ist ihre Stellung im Satz: Demonstrativartikel stehen vor einem Substantiv. Beispiel:
Diese Frau ist unsere neue Kollegin.
Demonstrativpronomen ersetzen das Substantiv und stehen allein.
Welche Frau meinst du? – Diese.
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- Adjektivdeklination mit unbestimmtem Artikel: Adjektive mit unbestimmtem Artikel richtig deklinieren.
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