Präteritum – die abgeschlossene Vergangenheit

Das Präteritum ist eine Zeitform im Deutschen, die die Vergangenheit ausdrückt. Es beschreibt Handlungen, Zustände oder Vorgänge, die in der Vergangenheit stattgefunden haben und bereits abgeschlossen sind. Beispiel: Ich war gestern einkaufen.

Das Wichtigste im Überblick

  • Das Präteritum ist eine Form der Vergangenheit
  • Es drückt Handlungen aus, die bereits abgeschlossen sind
  • Im gesprochenen Deutsch wird es eher selten verwendet und meist durch das Perfekt ersetzt
Präteritum

Inhaltsverzeichnis

Das Präteritum im Überblick

Das Präteritum verwendet man vor allem in der schriftlichen Sprache, um über Handlungen, Zustände oder Ereignisse in der Vergangenheit zu sprechen, die bereits abgeschlossen sind.

Wofür verwendet man das Präteritum?

für Erzählungen in der Vergangenheit

Beispiel: Gestern ging ich früh schlafen.

für Zustände oder Gewohnheiten in der Vergangenheit

Beispiel: Früher hatte ich lange Haare.

in schriftlichen Texten anstatt des Perfekts

Beispiel: Der Täter flüchtete in Richtung Bahnhof.

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Bildung des Präteritums

Ähnlich dem Präsens bildet man das Präteritum mit dem Verbstamm und festen Präteritumsendungen. Diese Anpassung an die Person nennt sich Konjugation. Die Endungen im Präteritum sind:

EndungenBeispiel
  • ich: -te
  • du: -test
  • er/sie/es: -te
  • wir: -ten
  • ihr: -tet
  • sie/Sie: -ten
  • ich lernte
  • du lerntest
  • er/sie/es lernte
  • wir lernten
  • ihr lerntet
  • sie/Sie lernten

Endet der Verbstamm auf -d, -t oder auch auf -m oder -n, wird bei manchen Formen ein zusätzliches -e- eingefügt. Das erleichtert die Aussprache.

Beispiel

  • ich arbeitete
  • du arbeitetest
  • er/sie/es arbeitete
  • wir arbeiteten
  • ihr arbeitetet
  • sie/Sie arbeiteten.

Hier finden Sie weitere Informationen zur Aussprache und Verben:

Unregelmäßige Verben im Präteritum

Regelmäßige Verben folgen im Deutschen festen Regeln. Sie bilden keine Ausnahmen.

Unregelmäßige Verben dagegen verändern ihren Verbstamm. Das ist insbesondere in der 2. Person Singular (du) und 3. Person Singular (er/sie/es) der Fall.

Zu den typischen Verben mit Vokalwechsel gehören:

fahren

ich fuhr, du fuhrst, er fuhr

lesen

ich las, du last, sie las

sprechen

ich sprach, du sprachst, er sprach

essen

ich aß, du aßest, sie aß

sehen

ich sah, du sahst, er sah

Hier finden Sie weitere Informationen zu Verben mit Vokalwechsel:

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Sein und haben im Präteritum

Sein und haben sind neben werden die zwei wichtigsten Verben der deutschen Sprache. Im Präteritum bilden sie ähnlich dem Präsens ganz eigene Formen, die von allen anderen Verben abweichen. Sein und haben im Präteritum sollten Sie deshalb am besten einfach auswendig lernen.

seinhaben
  • ich war
  • du warst
  • er/sie/es war
  • wir waren
  • ihr wart
  • sie/Sie waren
  • ich hatte
  • du hattest
  • er/sie/es hatte
  • wir hatten
  • ihr hattet
  • sie/Sie hatten

Hier finden Sie weitere Informationen zu sein und haben im Präteritum sowie werden:

Satzbau im Präteritum

Im Vergleich zum Perfekt oder Plusquamperfekt ist der Satzbau im Präteritum bedeutend einfacher. In einem normalen Aussagesatz steht das Subjekt an erster Stelle im Satz, das Verb an zweiter.

Beispiele

Ich freute mich.

Der Urlaub war schön.

Der Satz kann jedoch auch mit einer Ergänzung, beispielsweise einer Zeitangabe, begonnen werden. In diesem Fall bleibt das Verb an zweiter Stelle stehen, das Subjekt rutscht jedoch dahinter.

Beispiel

  •  Heute Morgen kochte ich Suppe.

In Fragesätzen rutscht das Verb an die erste Stelle, gefolgt vom Subjekt.

Beispiel

  • Kochtest du heute Morgen Suppe?

Hier finden Sie weitere Informationen zum Satzbau:

Satzbau mit Modalverben

Enthält der Satz neben einem Vollverb zusätzlich eines der Modalverben können, müssen, sollen, dürfen, wollen oder möchten/mögen, steht das konjugierte Modalverb im Präteritum an zweiter Stelle, das Vollverb im Infinitiv am Satzende.

Beispiele

  • Ich konnte dir helfen.
  • Du durftest das nicht machen.

Hier finden Sie weitere Informationen zu Modalverben:

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Satzbau mit Passiv

Beim Passiv unterscheidet man zwischen dem Vorgangspassiv und dem Zustandspassiv.

Im Präteritum bildet man ... 

Im Passiv Präteritum steht das konjugierte Hilfsverb sein/werden an zweiter Stelle im Satz, das Partizip Perfekt am Ende.

Beispiele

Vorgang

Das Haus wurde renoviert.

Zustand

Das Haus war renoviert.

Hier finden Sie weitere Informationen zum Passiv Präteritum:

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