Verwendung von Dativ und Akkusativ

Nomen und Pronomen kennen vier Fälle (Kasus), in denen sie im deutschen Satz stehen können: Nominativ, Genitiv, Dativ und Akkusativ. Insbesondere die letzten beiden machen vielen Lernenden oft Probleme. In diesem Artikel erklären wir Ihnen ausführlich mit Beispielen und Übungen den Unterschied zwischen Dativ und Akkusativ und beantworten Fragen wie wem oder wen?, dem oder den? und 3. oder 4. Fall?

Das Wichtigste im Überblick

  • Der Dativ gibt meist das indirekte Objekt im Satz an, die Frage ist wem?
  • Der Akkusativ gibt meist das direkte Objekt im Satz an, die Frage ist wen? oder was?
  • 90 % aller Verben brauchen den Akkusativ
  • Manche Verben benötigen Akkusativ und Dativ

Inhaltsverzeichnis

Der Dativ

Das Verb im Satz definiert den Fall des Objekts (Genitiv, Dativ oder Akkusativ).

Die Dativ-Frage heißt wem? und zeigt, dass Dativ meistens für eine Person steht. Der Dativ markiert das indirekte Objekt. Dieses steht als Nomen oder Pronomen im Dativ. 

Beispiele

Das Kind ähnelt der Mutter.

Wem ähnelt das Kind? – Der Mutter (Objekt im Dativ)

Der Arzt hilft dem Patienten.

Wem hilft der Arzt? – Dem Patienten (Objekt im Dativ)

Du fehlst mir.

Wem fehlst du? – Mir (Dativ)

Hier finden Sie weitere Informationen zum Dativ:

Verben mit Dativ

Verb Beispiel
absagen Der Manager muss dem Klienten den Termin absagen.
ähneln Das Baby ähnelt dem Vater sehr.
antworten Bitte antworte mir schnell!
ausweichen Der Formel-1-Fahrer konnte dem Konkurrenten knapp ausweichen.
befehlen Der General befiehlt dem Soldaten, still zu stehen.
begegnen Sind Sie schon Herrn Müller, dem Chef, begegnet?
beistehen Keine Sorge, ich stehe dir bei der Operation bei.
beitreten Möchten Sie unserer wohltätigen Organisation beitreten?
danken Ich danke meiner Familie für das Verständnis.
dienen Womit kann ich Ihnen dienen?
drohen Der Kriminelle hat dem Millionär gedroht.
einfallen Zu diesem Thema fällt dem Autor viel ein.
entgegenkommen Sag mir, wann du wegfährst. Ich komme dir auf halbem Weg entgegen.
fehlen Frau Meier fehlt ihr entlaufener Hund so sehr.
folgen Bitte folgen Sie dem Herrn mit der gelben Fahne in der Hand.
gefallen Gefällt es euch hier in Österreich?
gehorchen Die Kinder gehorchen der Lehrperson normalerweise gut.
gehören Wem gehört das Auto in der Einfahrt?
gelingen Paul hofft, dass ihm die Führerscheinprüfung gelingt.
genügen Danke, das genügt der Kommission.
glauben So glaub mir doch, dass ich die Wahrheit sage!
gratulieren Tante Sibylle gratuliert ihrer Oma zum 105. Geburtstag.
gut tun Ein Urlaub am Meer tut dem Patienten gut.
helfen Kann ich Ihnen helfen?
missfallen Papa, warum missfällt dir jeder von meinen Freunden?
misslingen Der Köchin ist der Kuchen schon lange nicht mehr misslungen!
nachlaufen Die Kinder laufen dem Ball nach.
sich nähern Der Tiger nähert sich seinem Opfer rasant.
nützen Nützt dir das neue Programm?
passen Das Shirt passt dem Mädchen nicht mehr.
passieren Wie konnte dir das nur passieren?
raten Der Arzt hat meinem Opa geraten, ins Krankenhaus zu fahren.
sich schaden Du schadest dir, wenn du noch länger rauchst!
schmecken Schokolade schmeckt den Kindern besonders gut.
vertrauen Paula vertraut ihrer Freundin blind.
verzeihen Verzeihen Sie mir bitte!
weh tun Dem Kind tut der Bauch weh.
widersprechen Heute widerspricht er seinem Chef nicht.
zuhören Die Moderatorin hört dem Gast sehr gut zu.

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Der Akkusativ

Die vierte Form von Nomen und Pronomen heißt Akkusativ. 90 % aller deutschen Verben brauchen ein Objekt im Akkusativ! Die Akkusativ-Frage ist wen? oder was?. Der Akkusativ markiert das direkte Objekt im Satz.

Beispiele

Tina trifft die Freundin.

Wen trifft Tina? – Die Freundin (Objekt im Akkusativ)

Das Mädchen trinkt den Kakao.

Was trinkt das Mädchen? – Den Kakao (Objekt im Akkusativ)

Hier finden Sie weitere Informationen zum Akkusativ:

Verben mit Akkusativ

90 % aller deutschen Verben brauchen den Akkusativ. Hier finden Sie ein paar Beispiele:

VerbBeispiel
essenSie isst die Pizza.
findenEr findet die Lösung.
habenIch habe einen großen Hund.
hörenEr hört mich nicht, weil es so laut ist.
kaufenWir haben frisches Obst gekauft.
kochenIch habe eine leckere Suppe für meine Familie gekocht.
lesenEr las den langen Artikel in der Zeitung.
machenSie macht ihre Hausaufgaben nach dem Abendessen.
schreibenEr schreibt eine lange Nachricht an seinen Freund.
sehenEr sieht mich im Park.
suchenIch suche ihn schon den ganzen Tag.
trinkenSie trinkt gerne einen Kaffee am Morgen.

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Verben mit Dativ und Akkusativ

Einige Verben brauchen zwei Objekte, ein Dativ- UND ein Akkusativobjekt.

Beispiel

Ich (Nominativ) schenke dem Kind (Dativ) einen Ball (Akkusativ).

Es ist somit möglich, dass mehrere Objekte und auch unterschiedliche Kasus in einem Satz stehen. Der Satz Der Lehrer gießt die Blumen und wischt die Tafel. hat zwei Akkusative, weil gießen und wischen immer Akkusativ-Objekte brauchen.

In den nachfolgenden Beispielen sind Dativ und Akkusativ markiert. Nicht alle hier gelisteten Verben müssen ein Dativ- und Akkusativobjekt haben. Oft ist vor allem das Dativobjekt optional.

Verb Beispiel
anvertrauen Rita vertraut ihrer 10-jährigen Nichte ihr Baby an.
beantworten Beantworten Sie mir doch noch eine Frage!
beweisen Der Verurteilte konnte dem Richter seine Unschuld beweisen.
borgen Papa, bitte borg mir noch einmal ein bisschen Geld!
bringen Soll ich dir einen Regenschirm mitbringen?
empfehlen Unser Küchenchef empfiehlt dem Gast eine Flasche edlen Rotwein.
entziehen Der Polizist entzieht dem Unfallverursacher die Lizenz zum Autofahren.
erlauben Mama, erlaubst du mir die Party bei Susi?
erzählen Erzählen Sie uns doch noch einmal Ihr Abenteuer vom Ausflug!
geben Gibst du mir bitte das Salz?
leihen Leihst du ihm bitte das Buch?
liefern Liefern Sie uns den Wein auch nach Hause?
mitteilen Die Schule hat uns die neuen Öffnungszeiten rechtzeitig mitgeteilt.
rauben Der Dieb raubte dem Museum ein teures Gemälde.
reichen Reichst du mir bitte den Pfeffer?
sagen Du weißt, du kannst mir alles sagen.
schenken Schenkst du den Kindern wieder ein Buch?
schicken Frau Müller schickt Ihnen die Briefe noch heute.
schreiben Die Kinder schreiben uns einen wunderschönen Brief.
senden Wir können Ihnen das Paket heute senden.
stehlen Der Hund stiehlt dem Metzger eine Wurst.
überlassen Gerda hat ihrem Bruder ihr Auto überlassen.
verbieten Die Eltern verbieten dem Kind das Rauchen!
verschweigen Warum hast du uns die Nachricht verschwiegen?
versprechen Du hast versprochen, deinen Eltern immer die Wahrheit zu sagen.
verweigern Der Angeklagte hat der Polizei die Aussage verweigert.
wegnehmen Das Mädchen nimmt ihrer Freundin die Puppe weg.
zeigen Können Sie mir bitte den Weg zeigen?

Tipp

In vielen Sätzen stehen Präpositionen vor den Nomen. Präpositionen geben an, ob sie Dativ oder Akkusativ brauchen. Die Präposition mit braucht zum Beispiel den Dativ, für den Akkusativ.

Präpositionen mit Dativ:
bei, von, mit, ab, aus, gegenüber, nach, zu, seit

Präpositionen mit Akkusativ:
bis, durch, für, gegen, ohne, um, entlang

Präpositionen mit Dativ oder Akkusativ (Wechselpräpositionen):
in, an, auf, unter, über, hinter, vor, zwischen, neben

Weitere Informationen zu Präpositionen finden Sie hier:

Präpositionen im Überblick

Die Deklination

Nomen verändern die Form (=„Deklination“). Die Deklination sieht man am Artikel. Es gibt den bestimmten Artikel (der, die, das) und den unbestimmten Artikel (ein, eine).

Deklination mit bestimmtem Artikel

Bestimmte Artikel bezeichnen eine bekannte Sache oder Person:

Dativ Akkusativ
Maskulin dem Tisch den Tisch
Feminin der Blume die Blume
Neutrum dem Bild das Bild
Plural den Tischen, Blumen, Bildern die Tische, Blumen, Bilder

Hier finden Sie weitere Informationen zu Artikeln und bestimmten Artikeln.

Deklination mit unbestimmtem Artikel

Unbestimmte Artikel meinen etwas Unbestimmtes. Die Person oder Sache ist unbekannt oder es ist egal, was gemeint ist.

Dativ Akkusativ
Maskulin einem Tisch einen Tisch
Feminin einer Blume eine Blume
Neutrum einem Bild ein Bild

Eine Pluralform existiert nicht. Hier finden Sie weitere Informationen zum unbestimmten Artikel.

Adjektivdeklination

Steht vor dem Nomen ein Adjektiv, so erhält das Adjektiv eine Endung. Wie der bestimmte Artikel funktionieren auch jener, dieser, welcher, mancher.

Nachfolgend finden Sie eine Übersicht der Adjektivdeklination.

Nach bestimmtem Artikel

Dativ Akkusativ
Maskulin dem großen Tisch den großen Tisch
Feminin der schönen Blume die schöne Blume
Neutrum dem bunten Bild das bunte Bild
Plural den schönen Blumen die schönen Blumen

Nach unbestimmtem Artikel

Im Singular

Dativ Akkusativ
Maskulin einem großen Tisch einen großen Tisch
Feminin einer schönen Blume eine schöne Blume
Neutrum einem bunten Bild ein buntes Bild

Nach dem Nullartikel

Dativ Akkusativ
Maskulin großem Tisch großen Tisch
Feminin schöner Blume schöne Blume
Neutrum buntem Bild buntes Bild
Plural bunten Bildern bunte Bilder

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Deklination der Pronomen

Auch Pronomen haben eine Deklination. Für die Personalpronomen sieht diese folgendermaßen aus:

DativAkkusativ

Singular

  • 1. Person: mir
  • 2. Person: dir
  • 3. Person maskulin: ihm
  • 3. Person feminin: ihr
  • 3. Person Neutrum: ihm

Singular

  • 1. Person: mich
  • 2. Person: dich
  • 3. Person maskulin: ihn
  • 3. Person feminin: sie
  • 3. Person Neutrum: es

Plural

  • 1. Person: uns
  • 2. Person: euch
  • 3. Person: ihnen

Plural

  • 1. Person: uns
  • 2. Person: euch
  • 3. Person: sie

Höflichkeitsform

  • Ihnen

Höflichkeitsform

  • Sie

Hier finden Sie weitere Informationen zu Personalpronomen:

Deklination der Possessivpronomen

Possessivpronomen drücken Besitz oder Zugehörigkeit aus. Sie zeigen, wem etwas gehört. Das Possessivpronomen richtet sich nach dem Besitzer:

Singular

1. Person: ich → mein

2. Person: du → dein

3. Person Maskulinum: er → sein

3. Person Femininum: sie → ihr

3. Person Neutrum: es → sein

Plural

1. Person: wir → unser

2. Person: ihr → euer

3. Person: sie → ihr

Höflichkeitsform

Sie → Ihr

Deklination am Beispiel mein-

Dativ Akkusativ
Maskulin meinem meinen
Feminin meiner meine
Neutrum meinem mein
Plural meinen meine

Tipp

Die Deklination von ein, kein und den Possessivpronomen ist gleich.

Deklination der Demonstrativpronomen

Demonstrativpronomen sind kleine Wörter, die auf etwas Bestimmtes im Satz verweisen und klar machen: Genau diese Person oder Sache ist gemeint. Die Formen lauten:

Dativ Akkusativ
Maskulin diesem diesen
Feminin dieser diese
Neutrum diesem dieses
Plural diesen diese

Deklination der Relativpronomen

Relativpronomen leiten einen Nebensatz ein, der zusätzliche Informationen zu einem Substantiv im Hauptsatz gibt. Ihre Deklination lautet wie folgt:

Dativ Akkusativ
Maskulin dem den
Feminin der die
Neutrum dem das
Plural denen die

Hier finden Sie weitere Informationen zu Relativpronomen:

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