Relativpronomen der, die, das – Erklärungen, Beispiele
Relativpronomen stehen am Anfang eines Relativsatzes. Relativsätze ergänzen weitere Informationen zu einem Subjekt oder Objekt im Hauptsatz. Zu den Relativpronomen zählen: der, die, das und welcher, welche, welches. Beispiel: Der Mann, der dort steht, ist mein Nachbar.
Das Wichtigste im Überblick
- Zu den Relativpronomen zählen: der, die, das und welcher, welche, welches
- Sie leiten einen Nebensatz ein, der weitere Infos zu einem Substantiv im Hauptsatz gibt
- Der, die, das sind die häufigsten Formen
- Welcher, welche, welches kommen vor allem im geschriebenen Deutsch vor
Inhaltsverzeichnis
Funktion von Relativpronomen
Abschnitt 1/5
Relativpronomen leiten einen Nebensatz ein, der zusätzliche Informationen zu einem Substantiv im Hauptsatz gibt. Sie beziehen sich auf dieses Nomen und vermeiden Wiederholungen, indem sie es im Relativsatz ersetzen.
Beispiele
- Das Haus ist sehr schön. Das Haus gehört meinem Nachbarn. → Wiederholung von „das Haus“.
- Besser: Das Haus, das meinem Nachbarn gehört, ist sehr schön. → „das“ ersetzt das Nomen im Relativsatz.
Relativpronomen passen sich in Genus (Geschlecht) und Numerus (Zahl) dem Nomen an, auf das sie sich beziehen. Der Kasus (Fall) hingegen richtet sich nach der Funktion im Relativsatz – zum Beispiel als Subjekt, Objekt oder nach einer Präposition.
Hier finden Sie weitere Informationen zu Nebensätzen und Präpositionen:
Formen der Relativpronomen
Der, die, das sind die häufigsten Formen der Relativpronomen. Sie stehen in der Regel direkt nach dem Nomen, auf das sie sich beziehen und sind immer durch ein Komma getrennt.
Sie sehen auf den ersten Blick wie bestimmte Artikel aus, sind es aber nicht. Die Formen lauten:
| Nominativ | Genitiv | Dativ | Akkusativ | |
|---|---|---|---|---|
| Maskulin | der | dessen | dem | den |
| Feminin | die | deren | der | die |
| Neutrum | das | dessen | dem | das |
| Plural | die | deren | denen | die |
Hier finden Sie weitere Informationen zu der, die, das:
Welcher, welche, welches kommen im Alltagsdeutsch seltener vor als der, die, das. Sie finden vor allem im geschrieben Deutsch Anwendung. Die Formen sind:
| Nominativ | Genitiv | Dativ | Akkusativ | |
|---|---|---|---|---|
| Maskulin | welcher | welches | welchem | welchen |
| Feminin | welche | welcher | welcher | welche |
| Neutrum | welches | welches | welchem | welches |
| Plural | welche | welcher | welchen | welche |
Hier finden Sie weitere Informationen zu welcher, welche, welches:
Besondere Relativpronomen
Neben den klassischen Relativpronomen gibt es auch andere Wörter, die als Relativpronomen verwendet werden können – zum Beispiel wo, was oder wer.
Diese Formulierungen sind in bestimmten Kontexten üblich, aber nicht immer austauschbar mit den Standardformen.
Relativsatz mit wo
Relativsätze mit wo werden häufig verwendet, um einen Ort näher zu beschreiben. Sie können als Alternative zu einem Nebensatz mit in + Dativ stehen.
Beispiel
Das ist das Hotel, wo ich deine Mutter kennengelernt habe.
= Das Hotel, in dem ich deine Mutter kennengelernt habe.
Relativsatz mit was
Das Relativpronomen was ersetzt das, welches oder bezieht sich auf ganze Sätze. Es wird in drei Fällen verwendet:
- Nach Indefinitpronomen wie alles, etwas, nichts, vieles: Ich schenke dir alles, was du willst.
- Nach einem substantivierten Superlativ: Du bist das Beste, was mir je passiert ist.
- Wenn sich der Relativsatz auf den ganzen Hauptsatz bezieht: Ich habe dir das geschrieben, was ich dir immer sagen wollte.
Hier finden Sie weitere Informationen zu Relativsätzen und Indefinitpronomen:
Relativsatz mit wer, wen, wem, wessen
Bezieht sich der Relativsatz auf eine unbestimmte Person, kann er mit wer, wen, wem oder wessen eingeleitet werden. Diese Satzkonstruktion kommt allerdings sehr selten vor. Welcher Kasus verwendet wird, hängt vom Verb oder der Präposition im Relativsatz ab.
Beispiele
Wer in einen Freizeitpark geht, (der) freut sich.
Wen man dort trifft, (der) ist glücklich.
Mit wem man Fotos macht, (der) ist einem wichtig.
Wessen Show man sieht, (der) ist berühmt.
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Relativpronomen mit Präposition
Manche Verben brauchen eine bestimmte Präposition. Das sind zum Beispiel warten auf, sprechen mit, sich bedanken bei oder sich interessieren für. Wenn das Nomen, auf das sich der Relativsatz bezieht, mit einem solchen Verb steht, befindet sich die Präposition direkt vor dem Relativpronomen.
Beispiele
- Das ist der Mann, mit dem ich gestern gesprochen habe.
- Das ist das Haus, in dem sie früher gewohnt hat.
- Kennst du den Film, für den sich alle interessieren?
Die Präposition richtet sich nach dem Verb im Relativsatz. Daher ist es wichtig, sie von Anfang an zusammen mit dem Verb zu lernen.
Beispiele
sprechen mit + Dativ
→ mit dem Freund
sich erinnern an + Akkusativ
→ an das Gespräch
warten auf + Akkusativ
→ auf den Bus
sich freuen über + Akkusativ
→ über das Geschenk
Hier finden Sie eine ausführliche Übersicht zu Verben mit Präpositionen.
Tipp
In Fragesätzen, in denen nach einer Person gefragt wird, steht die Präposition am Anfang.
Beispiele
- Auf wen wartest du? – Ich warte auf meine Kollegin.
- Mit wem sprichst du? – Ich spreche mit meinen Eltern.
Hier finden Sie weitere Informationen zu Fragesätzen:
Unterschied zwischen der, die, das und welcher, welche, welches
Relativsätze können im Deutschen auf zwei verschiedene Arten eingeleitet werden: mit der, die, das oder welcher, welche, welches. Beide Pronomen haben dieselbe Bedeutung.
In der Alltagssprache ist der, die, das allerdings weiter verbreitet, da sie einfacher und kürzer sind.
Beispiel
- Das ist das Buch, das ich dir empfohlen habe.
Welcher, welche, welches dagegen kommen vor allem in der gehobenen Sprache oder in offiziellen Texten vor.
Beispiel
- Das ist das Buch, welches ich dir empfohlen habe.
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