Attribute im Deutschen
Ob in einem Wort, als Wortgruppe oder als Nebensatz: Attribute dienen dazu, Nomen in einem Satz genauer zu beschreiben oder zu erklären. Ein besonderes Merkmal ist, dass sie nicht alleine stehen. Rein grammatikalisch könnte man sie auch weglassen – denn sie sind eine, machmal schmückend genannte, Beifügung.
Sie benötigen immer ein Bezugswort, damit der Satzteil vollständig ist. Daher können sie im Satz nicht verschoben werden, ohne dass der Sinn sich ändert. In der deutschen Sprache gibt es sieben ganz unterschiedliche Arten von Attributen.
Das Wichtigste im Überblick
- Attribute beschreiben ein Nomen genauer.
- Sie stehen direkt vor oder hinter dem Nomen und beziehen sich darauf.
- Es gibt sieben Arten von Attributen: Adjektivattribut, Genitivattribut, Präpositionales Attribut, Adverbiales Attribut, Relativsatz als Attribut, Erweiterter Infinitiv als Attribut, Apposition.
- Ein Attribut kann nicht alleine stehen und lässt sich im Satz nicht sinnvoll verschieben.
Inhaltsverzeichnis
Beispiele für Attribute
- Adjektivattribut: Eine schwarze Katze läuft über die Straße.
- Genitivattribut: Überall war das Geschnatter der Gänse zu hören.
- Präpositionales Attribut: Ich mag den Konferenzraum mit den bunten Stühlen am liebsten.
- Adverbiales Attribut: Unser Telefonat am Dienstag war sehr informativ.
- Relativsatz als Attribut: Der Zug, der gerade abfährt, ist ein ICE Richtung München.
- Erweiterter Infinitiv als Attribut: Deinen Vorschlag, das Meeting auf morgen zu verschieben, finde ich sinnvoll.
- Apposition: Die neue App, ein Tipp von einem Freund, macht das alles einfacher.
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Arten von Attributen
Da Attribute so unterschiedlich aussehen können, ist es gar nicht einfach, sie zu bestimmen. Ganze sieben unterschiedliche Arten gibt es, die wir uns gleich näher ansehen werden: Adjektivattribut, Genitivattribut, Präpositionales Attribut, Infinitiv- und Relativsätze als Attribut, sowie die Apposition.
Tipp
Wer bei der Bestimmung unsicher ist: Hilfreich ist die Weglassprobe. Wenn das entsprechende Satzteil auch ohne das Wort oder die Wortgruppe noch Sinn ergibt, ist’s ein Attribut. Versuchen Sie’s mal.
Und nun ein paar Details zu den Arten von Attributen. Die meisten lassen sich über Fragen bestimmen.
Adjektivattribut – Welcher? Welche? Welches? Was für ein:e?
Ein Adjektivattribut ist ein Adjektiv, das ein Nomen genauer beschreibt. Es stimmt in Kasus, Numerus und Genus mit ihm überein – muss also dekliniert werden. In der Regel steht es vor dem Nomen. Es kann Teil eines Subjekts, eines Objekts oder einer adverbialen Bestimmung sein.
Beispiel
- Ein frischer Wind weht über das blaue Meer. – Fragen zur Bestimmung: Was für ein Wind? Ein frischer. Was für ein Meer? Das blaue.
Die Adjektive frisch und blau dienen hier als Attribute. Die Weglassprobe zeigt, dass der Satz auch ohne sie grammatikalisch korrekt ist: Ein Wind weht über das Meer.
Genitivattribut – Wessen? Was für eine:e?
Bei einem Genitivattribut handelt es sich nicht um ein einzelnes Wort, sondern um eine sogenannte Nominalgruppe. Diese steht fast immer direkt hinter dem Nomen, das sie näher beschreibt. Im Kasus Genitiv präzisiert sie, wem etwas gehört oder wovon genauer die Rede ist.
Beispiel
- Das Protokoll des letzten Meetings war ganz schön lang. – Frage zur Bestimmung: Wessen Protokoll? Was für ein Protokoll? Das des letzten Meetings.
Die Nominalgruppe des letzten Meetings dient hier als Attribut. Die Weglassprobe zeigt, dass der Satz auch ohne sie grammatikalisch korrekt ist: Das Protokoll war ganz schön lang.
Präpositionales Attribut – Welcher? Welche? Welches?
Ein präpositionales Attribut besteht aus mehreren Wörtern und beginnt mit einer Präposition wie auf, mit, über oder von. Diese Präpositionalgruppe steht immer hinter dem Nomen, auf das sie sich bezieht. In der Regel lässt sie sich mit Welcher? Welche? Welches? erfragen.
Beispiel
- Unser Ausflug mit dem Boot war sehr erholsam. – Frage zur Bestimmung: Welcher Ausflug? Der mit dem Boot.
Die Wortgruppe mit dem Boot dient hier als Attribut. Die Präposition mit leitet die Präpositionalphrase ein und gibt den Kasus vor. Darauf folgt eine Nominalphrase aus Boot und dem deklinierten Artikel der. Die Weglassprobe zeigt, dass der Satz auch ohne sie grammatikalisch korrekt ist: Unser Ausflug war sehr erholsam.
Adverbiales Attribut – Welcher? Welche? Welches?
Da, dort, hier, morgen, gestern, tagsüber, vorher: Ein adverbiales Attribut informiert über die genaueren Umstände eines Geschehens. Es gibt Auskunft über den Ort, die Zeit, die Art und Weise oder den Grund des Geschehens. Es besteht aus einem Adverb oder einer adverbialen Bestimmung und steht direkt hinter dem Nomen, das es beschreibt.
Beispiel
- Unser Treffen heute wird bestimmt lustig. – Frage zur Bestimmung: Welches Treffen? Das heute.
Das Adverb heute ist hier ein Attribut zum Nomen Treffen. Die Weglassprobe zeigt, dass der Satz auch ohne sie grammatikalisch korrekt ist: Unser Treffen wird bestimmt lustig.
Relativsätze als Attribut
Auch Relativsätze können ein Nomen näher beschreiben und zählen damit zu den Attributen. Man erkennt sie daran, dass sie mit einem Relativpronomen wie der, die, das oder welcher, welche, welches beginnen.
Der Relativsatz muss nicht immer auf den Hauptsatz folgen, er kann den Hauptsatz auch unterbrechen. Dabei wird er immer durch ein Komma bzw. durch Kommata vom Hauptsatz getrennt.
Für Deutschlernende gibt es ein paar Punkte, die bei der Bildung von Relativsätzen zu beachten sind:
- das richtige Relativpronomen wählen
- dessen Kasus bestimmen
- das Komma bzw. die Kommata richtig setzen
Beispiel
- Mein Lieblingscafé, das sich zwei Häuser weiter befindet, hat eine sonnige Terrasse. – Frage zur Bestimmung: Welches Café? Das zwei Häuser weiter.
Der Relativsatz das sich zwei Häuser weiter befindet beschreibt mein Lieblingscafé näher. Das macht ihn zu einem Attributsatz. Die Weglassprobe zeigt, dass der Satz auch ohne den Nebensatz grammatikalisch korrekt ist: Mein Lieblingscafé hat eine sonnige Terrasse.
Keine Lust mehr auf Reflexivpronomen? Wie wäre es dann mit diesen Themen?
Erweiterter Infinitiv als Attribut
Auch ein Nebensatz mit erweitertem Infinitiv zählt zu den Attributen – erkennbar an der Kombination aus zu + Verb. Der Infinitivsatz steht hinter dem Nomen, das er beschreibt. Er muss nicht immer auf den Hauptsatz folgen, sondern kann ihn auch unterbrechen. Dabei wird er immer durch ein Komma bzw. durch Kommata vom Hauptsatz getrennt.
Beispiel
- Dein Vorschlag, das Meeting zu verschieben, ist sinnvoll. – Frage zur Bestimmung: Was für ein Vorschlag? Den, das Meeting zu verschieben.
Der Nebensatz ist das Attribut zum Nomen Vorschlag. Die Weglassprobe zeigt, dass der Satz auch ohne ihn grammatikalisch korrekt ist: Dein Vorschlag ist sinnvoll.
Apposition
Eine Apposition ist ein Einschub, der direkt hinter dem Nomen steht, auf das er sich bezieht. Sie beschreibt das Nomen mit anderen Worten und steht immer in dessen Kasus.
In der Regel wird eine Apposition im Satz durch Kommata oder Gedankenstriche abgetrennt. Anders als bei Relativ- oder Infinitivsätzen enthält eine Apposition kein Verb.
Beispiel
- Mathis, mein kleiner Bruder, heiratet nächsten Monat. – Frage zur Bestimmung: Welcher Mathis? Mein kleiner Bruder.
Das ist die Apposition zum Nomen Mathis. Die Weglassprobe zeigt, dass der Satz auch ohne sie grammatikalisch korrekt ist: Mathis heiratet nächsten Monat.
Tipp: Attribute und Verwechslungsgefahr
Attribute sehen anderen grammatikalischen Strukturen manchmal recht ähnlich. Im Zweifel kann es neben der Weglassprobe helfen, den Satz für die Bestimmung umzustellen. Denn da Attribute kein eigener Satzteil sind, sondern immer zum Nomen gehören, dass sie beschreiben, lassen sie sich nicht sinnvoll verschieben.
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