Bestimmter Artikel: der, die, das

In der deutschen Sprache haben die Nomen (Substantive) in der Regel einen Artikel. Für sich allein haben diese keine Bedeutung, aber sie zeigen Genus, Numerus und Kasus des Substantivs an. Hier geht es im Detail um die bestimmten Artikel.

Das Wichtigste im Überblick

  • Die bestimmten Artikel sind der, die, das
  • Sie stehen meist vor einem Nomen und werden dekliniert
  • Es gibt sie im Singular und Plural

Inhaltsverzeichnis

Es gibt drei verschiedene bestimmte Artikel und eine Pluralform:

  • der – für maskuline Wörter: der Vogel, der Garten
  • die – für feminine Wörter: die Katze, die Sonne
  • das – für neutrale Wörter: das Pferd, das Wetter
  • die – für den Plural: die Hunde, die Katzen

Die bestimmten Artikel sind die häufigsten Begleiter von Nomen in der deutschen Sprache. Im Gegensatz zu unbestimmten Artikeln werden sie verwendet, wenn von bekannten Dingen oder Zuständen gesprochen wird, mit denen bereits alle Sprechenden vertraut sind.

Für Deutschlernende ist es meist nicht einfach, die Artikel zusammen mit den Substantiven zu lernen – denn logisch ist die Zuordnung nicht unbedingt. Auch wenn es ein neutrales Geschlecht gibt, heißt das nicht, dass alle Bezeichnungen für Dinge einen neutralen Artikel haben. Das „grammatische“ Geschlecht ist nicht gleich dem „natürlichen“ Geschlecht. Beispiele: der Teller, der Löffel – die Tasse, die Gabel – das Glas, das Messer. 

Regeln gibt es, aber nur wenige, und viele Ausnahmen. Deshalb ist es hilfreich, Substantiv und deren Artikel von Anfang an zusammen zu lernen.

Auf dieser Seite finden Sie einen Überblick der bestimmten Artikel in der deutschen Sprache, mit Beispielen und Tipps. Hinzu gekommen ist seit einigen Jahren das gendergerechte Sprechen und Schreiben – auch dazu finden Sie ein paar Informationen.

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Wann benutzt man bestimmte Artikel?

Die bestimmten Artikel der, die, das zeigen, dass man über etwas Konkretes spricht: Man kennt die Person oder Sache schon.

Im Gegensatz dazu nutzt man den unbestimmten Artikel ein oder eine, wenn man über etwas Allgemeines oder Neues spricht.

Für etwas Bekanntes:

  • Der Papagei meines Nachbarn kann lustige Sätze sprechen.
  • Die Pizza von Alex ist lecker.
  • Das Buch ist spannend.
  • Die zwei Katzen von Marie sind sehr niedlich.

Für etwas Eindeutiges oder Einmaliges:

  • Heute scheint die Sonne.
  • Die Elbe fließt durch Hamburg.
  • Vor einem Superlativ: Die Zugspitze ist der höchste Berg in Deutschland. Moritz ist der kleinste Junge in seiner Klasse.
  • Vor (Ordinal-) Zahlen und Daten: Heute ist der erste Januar. Liam nimmt sich die dritte Portion Nudeln.
  • Vor Ländernamen, die nicht Neutrum sind: Ich fliege morgen in die Türkei. Sara besucht ihre Familie in den Niederlanden.

Deklination: die Fälle des Nomens

Im Deutschen werden Artikel dekliniert. Das bedeutet: Wenn sich der Kasus im Satz ändert, ändert sich auch der Artikel. Er kann, wie das Substantiv, im Nominativ, Genitiv, Dativ oder Akkusativ stehen. Hier finden Sie alle Formen des bestimmten Artikels mit Beispielen im Überblick.

 NominativGenitivDativAkkusativ
Maskulinderdesdemden
Feminindiederderdie
Neutrumdasdesdemdas
Pluraldiederdendie

Beispiele

  • Nominativ: Der Apfelbaum im Garten ist schon alt.
  • Genitiv: Die Blätter des Apfelbaums verfärben sich im Herbst.
  • Dativ: Neben dem Apfelbaum wächst ein Kirschbaum.
  • Akkusativ: Ich gieße den Apfelbaum oft am Abend.

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Genus – Deklination von der, die, das

Maskulin: der

 NominativGenitivDativAkkusativ
Singularder Hunddes Hundesdem Hundden Hund
Pluraldie Hundeder Hundeder Hundendie Hunde

Beispiele

  • Der Hund hat ein weiches Fell.
  • Das Fell des Hundes ist weich und warm.
  • Ich gebe dem Hund täglich Futter.
  • Ich streichle den Hund.

Feminin: die

 NominativGenitivDativAkkusativ
Singulardie Katzeder Katzeder Katzedie Katze
Pluraldie Katzender Katzenden Katzendie Katzen

Beispiele

  • Die Katze miaut.
  • Die Krallen der Katze sind spitz.
  • Emma nimmt die Katze mit nach Hause.
  • Die Katzen streiten sich um ihr Futter.

Neutral: das

 NominativGenitivDativAkkusativ
Singulardas Pferddes Pferdesdem Pferddas Pferd
Pluraldie Pferdeder Pferdeden Pferdendie Pferde

Beispiele

  • Die Pferde grasen auf der Weide.
  • Jonas sammelt die Äpfel der Pferde auf.
  • Er gibt den Pferden je eine Karotte.
  • Mia füttert die Pferde.

Der, die, das: Wann steht welcher Artikel? Regeln und Erklärungen

Doch welcher Artikel gehört zu welchem Nomen? Der, die oder das? Anhand der Endungen von Substantiven können Sie manchmal erkennen, welches grammatische Geschlecht (= Genus) ein Artikel haben muss. Davon abgesehen gibt es einige Wortgruppen, die fast immer ein festgelegtes Genus haben. Hier ein paar Beispiele.

Maskulin – der:

  • Jahreszeiten, Monate, Wochentage: der Sommer, der März, der Montag
  • Himmelsrichtungen: der Norden, der Südwesten
  • Wetterphänomene: der Regen, der Sturm
  • Automarken: der Porsche, der Mercedes
  • Nomen der N-Deklination: der Junge, der Name
  • Alkoholische Getränke (außer Bier, das): der Wein, der Wodka
  • Endungen: -ig, -ling, -ich, -er → der König, der Lehrling, der Teppich, der Computer

Feminin – die:

  • Obstsorten (außer Apfel, der): die Banane, die Kirsche
  • (Die meisten) Pflanzen und Blumen: die Rose, die Birke
  • Endungen: -in, -heit, -schaft, -keit, -ung, -ion, -ur → die Studentin, die Freiheit, die Freundschaft, die Gemütlichkeit, die Ordnung, die Nation, die Natur
  • Zahlen: die Eins, die Tausend
  • Motorradmarken: die Honda, die Yamaha
  • Schiffsnamen: die Titanic, die Gorch Fock

Neutral – das:

  • Farben: das Blau, das Grün
  • Endungen: -chen, -tum, -ment → das Mädchen, das Datum, das Instrument
  • Chemische Elemente und Metalle: das Gold, das Eisen
  • Substantivierte Verben: das Essen, das Lernen
  • Kollektivbegriffe mit Ge-: das Gebäude, das Gepäck

Weitere Informationen zu Substantiven finden Sie hier:

„Grammatisches“ und „natürliches“ Geschlecht

Das Genus ist das grammatische Geschlecht. Im Deutschen bestimmt es, ob ein Wort den Artikel der, die oder das bekommt. Das ist nicht unbedingt dasselbe wie der Sexus, das natürliche Geschlecht (zum Beispiel bei Menschen oder Tieren).

Manchmal passen Genus und Sexus in der deutschen Sprache zusammen, wie bei die Mutter oder der Vater. Aber: Viele Wörter haben ein Genus, das nichts mit dem natürlichen Geschlecht zu tun hat – das Mädchen zum Beispiel.

Wörter mit mehreren Artikeln

Einige Substantive können mit verschiedenen Artikeln gebraucht werden. Bei manchen Nomen sind sie variabel, die Bedeutung bleibt trotz verschiedener Artikel gleich. Bei einigen Wörtern ändert sich die Bedeutung jedoch, je nach Artikel.

Wörter mit variablen Artikeln, die ihre Bedeutung behalten:

  • der Joghurt, das Joghurt, die Joghurt
  • der Krake, die Krake

Wörter, die je nach Artikel ihre Bedeutung ändern:

  • der Otter (ein Säugetier) – die Otter (eine Schlangenart)
  • der Tau (die Nässe am Morgen) – das Tau (ein dickes Seil)

Weitere Informationen zu Artikeln finden Sie hier:

Gendern und Geschlecht: Was ist eigentlich geschlechtergerechte Sprache?

Gendern bedeutet, eine geschlechtergerechte Sprache zu benutzen. Mit dem geschlechterbewussten Sprachgebrauch soll die Gleichbehandlung alle Geschlechter bzw. Identitäten zum Ausdruck bringen.

Der Grund: Oft wird die maskuline Form im Deutschen auch gebraucht, um den Plural zu nutzen. Dabei ist sprachlich aber meist nicht eindeutig, ob nur männliche Personen gemeint sind oder auch andere. Deswegen nutzen seit einiger Zeit viele Menschen, Medien und Unternehmen Alternativen, um alle Geschlechter anzuzeigen. Eine einheitliche sprachliche Regelung dazu gibt es noch nicht (siehe auch Duden: Geschlechtergerechter Sprachgebrauch).

Häufig zu lesen gibt es folgende Varianten. 

Beispiele

  • Lehrer – Lehrerinnen und Lehrer, Lehrer/-innen, Lehrende, Lehrer:innen, Lehrer*innen
  • Mitarbeiter – Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Mitarbeiter/-innen, Mitarbeitende, Mitarbeiter:innen, Mitarbeiter*innen

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Artikel und Präpositionen

In der deutschen Sprache gibt es Präpositionen, die mit bestimmten Artikeln verschmelzen. In solchen Fällen werden zwei Wörter zu einem.

Beispiele

  • an + dem = am: Ich stehe am Fenster.
  • an + das = ans: Ich gehe ans Telefon.
  • bei + dem = beim: Ich bin beim Joggen gestolpert.
  • in + dem = im: Nachmittags bin ich im Garten.
  • in + das = ins: Das ist ein Sprung ins kalte Wasser.
  • für + das = fürs: Wir lernen fürs Leben. 
  • von + dem = vom: Der Kater ist vom Balkon gefallen.
  • zu + dem = zum: Jan geht zum Lernen in die Bibliothek.
  • zu + der = zur: Kommst du morgen wieder zur Arbeit?

Weitere Informationen zu Präpositionen finden Sie hier:

Tipp

Die genannten Präpositionen verschmelzen fast immer mit dem bestimmten Artikel. Es gibt jedoch eine Ausnahme: wenn der Artikel als Demonstrativpronomen benutzt wird. In diesem Fall meint er etwas Bestimmtes – und wird beim Sprechen stark betont, zum Beispiel:
Ich stehe an dem Fenster, das zum Garten zeigt.

Komposita: Das letzte Wort zählt

In der deutschen Sprache gibt es viele Komposita. Das sind zusammengesetzte Wörter. Welchen Artikel wählen Sie bei solchen zusammengesetzten Nomen? Dafür gibt es eine klare Regel: Der Artikel bezieht sich immer auf das letzte Wort.

Beispiele

  • der Regen + die Wolke = die Regenwolke
  • das Haus + die Tür + das Schloss = das Haustürschloss

Weitere Informationen zu Komposita finden Sie hier:

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