Was sind Adverbien? Übersicht und Regeln im Deutschen
Wann, wo, warum, wie passiert etwas? Nähere Auskunft zu solchen Fragen geben Adverbien – kleine Wörter wie morgen, dort, regelmäßig ... Sie ergänzen einen Satz, indem sie die Umstände einer Handlung näher beschreiben und dabei Informationen zu Zeit, Ort, Grund oder Art und Weise liefern – allein oder in Verbindung mit anderen Satzgliedern. Es gibt eine ganze Menge davon.
Oft beziehen Adverbien sich auf ein Verb. Im Satz Sie spricht langsam, beispielsweise, beschreibt das Adverb langsam das Verb sprechen näher. Sie können aber auch ein Adjektiv, ein anderes Adverb oder seltener ein Nomen näher bestimmen.
Das Wichtigste im Überblick
- Adverbien sind Wörter, die beschreiben, wann, wo, warum oder wie etwas passiert.
- Es gibt verschiedene Arten von Adverbien, z. B. Temporal-, Lokal-, Kausal-, Modaladverbien sowie Konjunktional- und Pronominaladverbien.
- Adverbien werden nicht dekliniert. Sie lassen sich auch nicht steigern.
- Adverbien können am Satzanfang oder mitten im Satz stehen.
Inhaltsverzeichnis
Hier finden Sie einen Überblick der Adverbien im Deutschen. Zu jedem Thema gibt es eine kurze Einführung, Beispiele und Tipps sowie Links auf weiterführende Übungsmaterialien in unserem umfangreichen Online-Grammatiktrainer.
Übersicht Adverbien
Abschnitt 1/12
Hier finden Sie eine Liste der verschiedenen Arten von Adverbien, die einen ersten Überblick der unterschiedlichen Funktionen gibt.
| Art des Adverbs | Funktion | Beispiel |
|---|---|---|
| Temporal | Gibt die Zeit an | Ich esse heute ein Brötchen. |
| Lokal | Gibt den Ort oder die Richtung an | Meine Eltern wohnen dort. |
| Kausal | Gibt den Grund an | Sie lernte viel. Sie bestand aufgrunddessen die Prüfung. |
| Modal | Gibt die Art und Weise an | Er geht langsam. |
| Konjunktional | Verbindet Sätze und zeigt Zusammenhänge an | Es war sehr kalt. Dennoch fuhren wir mit dem Fahrrad. |
| Relativ | Leitet weiterführende Nebensätze ein | Es regnet, weswegen ich einen Schirm brauche. |
| Pronominal | Ersetzt Präposition + Pronomen | Ich warte darauf, dass du mich besuchst. |
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Temporale Adverbien (Zeitadverbien)
Temporaladverbien helfen, einen Zeitpunkt, eine Dauer oder die Häufigkeit einer Handlung zu beschreiben.
Temporaladverbien können verschiedene Funktionen haben:
eine Reihenfolge angeben:
die Häufigkeit benennen:
eine genaue Zeitangabe machen:
Beispiele
- Hoffentlich sehen wir uns bald wieder.
- Wir waren gestern im Schwimmbad.
- Heute scheint die Sonne.
- Ich lese oft.
- Sonntags jogge ich immer durch den Park.
- Ich komme heute später zur Arbeit.
- Sie isst täglich einen Apfel.
- Zuerst dusche ich, dann ziehe ich mich an.
Hier finden Sie weitere Informationen zu temporalen Adverbien:
Lokale Adverbien (Ortsadverbien)
Lokaladverbien beschreiben den Ort oder die Richtung einer Handlung. Sie beantworten die Fragen: Wo? Wohin? Woher?
Man unterscheidet zwischen folgenden Adverbien:
Adverbien des Ortes
Adverbien der Richtung:
Adverbien der Herkunft:
Beispiele
- Wir sitzen draußen auf dem Balkon.
- Hier gibt es einen Supermarkt.
- Komm bitte mal hierher!
- An der nächsten Kreuzung musst du nach links abbiegen.
- Der Karton liegt oben auf dem Regal.
- Unten im Tal fließt ein Bach.
- Es regnet von draußen durchs Fenster rein.
Hier finden Sie weitere Informationen zu lokalen Adverbien:
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Tipp
Um in einem Satz die Richtung klarer zu beschreiben, verwenden Sie zusätzlich zu einem Richtungsadverb eine Präposition, zum Beispiel nach für die Beantwortung der Frage Wohin? oder von für die Beantwortung der Frage Woher? Beispiele: von links, nach rechts.
Modale Adverbien (Adverbien der Art und Weise)
Modaladverbien beschreiben, wie etwas geschieht oder in welchem Maß eine Handlung oder ein Zustand vorliegt. Sie beantworten Fragen wie: Wie? Wie sehr? Wie viel? Sie helfen also, eine Aussage genauer zu bestimmen.
Modaladverbien können die Intensität, Sicherheit oder Art einer Handlung verdeutlichen:
Adverbien der Art und Weise:
Adverbien der Intensität:
Adverbien der Sicherheit oder Unsicherheit:
Beispiele
- Diesmal mache ich das anders.
- Sie isst gerne Erdbeeren.
- Hoffentlich scheint bald wieder die Sonne.
- Er rennt schnell.
- Die Aufgabe ist sehr gut zu verstehen.
- Er hat tatsächlich alles aufgegessen.
- Das musst du dir unbedingt ansehen.
- Vielleicht gehe ich morgen ins Kino.
Hier finden Sie weitere Informationen zu modalen Adverbien:
Kausale Adverbien (Adverbien des Grundes)
Kausaladverbien helfen, Gründe und Folgen klar auszudrücken. So machen sie Sätze verständlicher und strukturieren Ihre Argumentationen. Sie beantworten die Fragen: Warum geschieht etwas? Und unter welchen Bedingungen?
Beispiele
- Ich gieße die Blumen, damit sie schön blühen.
- Die Sonne scheint. Deshalb machen wir ein Picknick.
- Meinetwegen könnt ihr die Musik noch etwas lauter machen.
- Sie ist heute besonders gut gelaunt. Sie hat nämlich tolle Neuigkeiten bekommen.
- Der Kuchen ist fertig, somit kann die Party beginnen.
- Wir sollten rechtzeitig losgehen, sonst verpassen wir den Sonnenuntergang.
- Es regnet. Trotzdem machen wir einen Spaziergang.
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Konjunktionaladverbien
Konjunktionaladverbien verbinden zwei Hauptsätze und zeigen Zusammenhänge zwischen ihnen. Sie können eine Zeit, einen Grund, einen Gegensatz, eine Folge oder einen Zweck angeben. Sie stehen am Anfang des zweiten Hauptsatzes und sorgen für eine klare Struktur im Text. Außerdem sind sie eng mit den Kausaladverbien verwandt und decken sich oft mit ihnen.
Beispiele
- Sie möchte ihr Fahrrad reparieren. Dafür benötigt sie neues Werkzeug.
- Es war sehr heiß. Infolgedessen tranken wir ein großes Glas Orangensaft im Café.
- Sie benutzt ihren Laptop zum Arbeiten. Außerdem beantwortet sie private E-Mails und sieht Videos damit.
- Die Straße war gesperrt. Darum hat es etwas länger gedauert.
- Er hatte wenig Zeit, dennoch half er seinem Freund beim Umzug.
- Der Kuchen duftete lecker, deshalb habe ich sofort ein Stück probiert.
- Es war schon spät, trotzdem las er noch ein Kapitel in seinem Buch.
- Die Kinder spielten im Garten. Währenddessen bereiteten sie gemeinsam das Abendessen vor.
Hier finden Sie weitere Informationen zu Konjunktionaladverbien:
Tipp
Kausaladverbien und Konjunktionaladverbien des Grundes sind häufig dieselben. Der Unterschied liegt in der jeweiligen Verwendung des Wortes: Ein Kausaladverb verwenden Sie, wenn Sie einen Grund näher beschreiben möchten. Ein Konjunktionaladverb verwenden Sie, wenn Sie zwei Satzteile verbinden möchten.
Relativadverbien
Relativadverbien leiten weiterführende Nebensätze ein. Sie beginnen immer mit dem Buchstaben w und machen den Satz kürzer und flüssiger.
Die Relativpronomen was, wo und wie haben, genau wie die Fragewörter, an dieser Stelle auch die Funktion wie Relativadverbien.
Relativadverbien des Ortes:
Relativadverbien des Grundes:
Relativadverbien der Art und Weise:
- wie
Beispiele
- Das ist der Park, wo wir uns immer treffen.
- Er weiß schon, wohin er als Nächstes gehen will.
- Ich wüsste gern, woher dieses wunderschöne Lied stammt.
- Ich frage mich, warum sie heute nicht kommt.
- Sie wundern sich, weshalb sie heute so müde sind.
- Das ist der Grund, weswegen ihre Schwester heute nicht mit ins Konzert kommt.
- Niemand wusste, wieso es so lange gedauert hatte.
- Mir gefällt, wie du singst.
Pronominaladverbien
Pronominaladverbien ersetzen eine Kombination aus Präposition und Pronomen. Sie helfen, Wiederholungen zu vermeiden und machen Sätze kürzer und klarer.
| Präposition | Pronominaladverb | |
|---|---|---|
| da | auf | darauf |
| da | vor | davor |
| da | mit | damit |
| wo | über | worüber |
| wo | für | wofür |
| wo | mit | womit |
Beispiele
- Ich warte darauf, dass du anrufst.
- Er steht kurz davor, seinen Master-Abschluss zu machen.
- Ich spiele mit einem Ball. → Ich spiele damit.
- Kannst du mir sagen, worüber du da schreibst?
- Weißt du, wofür dieses Werkzeug da ist?
- Womit kann ich dir eine Freude machen?
Hier finden Sie weitere Informationen zu Präpositionen und Pronomen:
Wo stehen Adverbien im Satz?
Die Position von Adverbien im Satz hängt von ihrer Art und von der Satzstruktur ab. In Hauptsätzen stehen sie meist nach dem Verb, aber vor Objekten oder anderen Adverbien. Wenn mehrere Adverbien vorkommen, gibt es eine feste Reihenfolge: temporal, kausal, modal, lokal – kurz: TEKAMOLO. In Nebensätzen stehen Adverbien vor dem Verb.
Beispiele: Je nach Betonung und Informationsstruktur können Adverbien an verschiedenen Stellen im Satz stehen:
- Am Satzanfang: Morgens trinke ich einen Cappuccino.
- Nach dem Verb: Sie spricht fließend Deutsch.
- Vor dem Verb: Manchmal singt er unter der Dusche.
- Nach dem Objekt: Wir haben das Problem schnell gelöst.
- Am Satzende: Wir sehen uns später.
Hier finden Sie weitere Informationen zum Satzbau und zu tekamolo:
Keine Lust mehr auf Adverbien? Wie wäre es dann mit diesen Themen?
Adverb und Adjektiv – was ist der Unterschied?
Hier finden Sie weitere Informationen zu Adjektiven und Nomen:
Werden Adverbien dekliniert?
Nein. Adverbien verändern sich nicht nach Kasus, Numerus oder Genus. Sie bleiben immer unverändert, egal in welchem Zusammenhang sie stehen.
Kann man Adverbien steigern?
Die meisten Adverbien lassen sich nicht steigern. Allerdings verwendet man manchmal auch Adjektive in Komparativ und Superlativ als Adverbien:
Beispiele für gesteigerte Adverbien:
gern, lieber, am liebsten
Ich esse gerne Salat.
Lieber aber esse ich Obst.
Am liebsten Bananen.
sehr, mehr, am meisten
Sie lacht oft sehr über Witze.
Er aber noch mehr.
Am meisten jedoch ihre kleine Schwester.
bald, eher, am ehesten
Ich werde bald in den Urlaub fahren.
Meine Kollegin aber schon eher.
Und am ehesten du.
häufig, häufiger, am häufigsten
Ich trinke häufig Apfelsaft.
Noch häufiger· aber Tee.
Am häufigsten jedoch trinke ich Wasser.
Hier finden Sie weitere Informationen zum Komparativ und Superlativ:
Quiz
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- Lokale Adverbien: Adverbien, die einen Ort angeben
- Modale Adverbien: Adverbien, die die Art und Weise beschreiben
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- Konjunktionaladverbien: Adverbien, die zwei Hauptsätze miteinander verbinden
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- Deshalb: Konjunktionaladverb deshalb im Überblick
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- Trotzdem: Konjunktionaladverb trotzdem im Überblick
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