Das Komma in der deutschen Sprache – wichtige Regeln

Das Komma ist ein wichtiges Satzzeichen im Deutschen. Es zeigt, wo ein Gedanke aufhört und der nächste beginnt. Die Kommasetzung hilft also, den Satzbau klarer zu machen und Missverständnisse zu vermeiden. Die Kommaregeln im Deutschen sind zwar umfangreich, aber schon mit ein paar Grundregeln können Sie Kommas (oder Kommata) einigermaßen richtig setzen.

Das Wichtigste im Überblick

  • Das Komma steht oft dort, wo man beim Sprechen eine Pause macht
  • Es trennt Haupt- und Nebensätze sowie Aufzählungen
  • Es steht vor vielen Konjunktionen wie „weil, obwohl, aber, denn, doch"
  • Bei „und" oder „oder" setzt man normalerweise kein Komma, außer es sind ganze Sätze

Inhaltsverzeichnis

In dieser Übersicht finden Sie wichtige Kommaregeln, einfach erklärt und mit Beispielen. So lernen Sie, wann ein Komma gesetzt werden muss – und wann nicht:

Komma oder nicht?
Im Deutschen gibt es feste Regeln für die Kommasetzung, sie werden nicht nach Gehör gesetzt. Trotzdem stehen sie oft dort, wo man beim Sprechen eine Pause macht. Manchmal ist ein Komma vorgeschrieben, manchmal ist es optional.

Man setzt ein Komma zum Beispiel, um Sätze oder Satzteile zu trennen. Das gilt vor allem bei Hauptsätzen und Nebensätzen. Vor vielen Konjunktionen wie weil, obwohl, aber, denn oder doch steht ein Komma. Auch bei Aufzählungen trennt ein Komma. Bei kurzen Verbindungen wie und oder oder setzt man jedoch kein Komma, es sei denn, es handelt sich um ganze Sätze.

Ein paar Beispiele:

Aufzählungen

Er spricht Koreanisch, Englisch und Finnisch.

Haupt- und Nebensätze

Das ist der Hund, den sie gestern schon gesehen hat.

Konjunktionen

Sie liest, weil es ihr Spaß macht.

Ich wollte ins Kino gehen, aber es war ausverkauft.

Er zieht um, obwohl ihm seine Wohnung gefällt.

Kein Komma

Morgen fahre ich nach Berlin und besuche meine Freunde.

Hier finden Sie weitere Informationen zu Konjunktionen:

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Komma bei Aufzählungen

Kommas trennen gleichartige Wörter oder Wortgruppen, die aufeinander folgen. Das können Substantive, Adjektive, Verben oder auch gemischte Wortgruppen sein. Dabei steht jeweils ein Komma zwischen den einzelnen Teilen. Manchmal aber auch nicht – nämlich vor bestimmten Konjunktionen wie und, oder, sowie, wenn sie die letzten beiden Teile verbinden.

Beispiele

Aufzählungen von Wörtern:

Ich kaufe eine Birne, zwei Orangen und Trauben.
Bestellst du einen Espresso, einen Cappuccino oder einen Latte Macchiato?
Es war ein langer, kalter, dunkler Winter.

Aufzählungen von Wortgruppen:

Wir haben lange überlegt, Argumente abgewogen und gemeinsam eine Entscheidung getroffen.
Er lernt meist an der Uni, manchmal auch zu Hause und selten unterwegs in der Bahn.

Aufzählungen von Teilsätzen:

Sie putzt die Fenster, er saugt Staub, und die Kinder räumen auf.
Ich rufe an, du schreibst eine E-Mail, und dann warten wir gemeinsam auf eine Antwort.

Tipp: kein Komma

In Aufzählungen wird kein Komma gesetzt, wenn die einzelnen Glieder durch bestimmte Konjunktionen wie und, oder, sowie, wie, sowohl … als auch, weder … noch, beziehungsweise, respektive oder entweder … oder verbunden sind. Diese sogenannten beiordnenden Konjunktionen verbinden gleichrangige Wörter, Wortgruppen oder Teilsätze und machen ein Komma überflüssig.

Beispiele für Verbindungen mit Konjunktionen statt Komma:

  • Du kannst Tee oder Kaffee haben.
  • Ich gehe am Wochenende mit Jonas, Miriam und Sofia sowie vielen anderen auf ein Festival.
  • Er sah sich um, setzte sich an einen Tisch und bestellte ein Glas Orangensaft.

Komma zwischen Hauptsätzen

Ein Hauptsatz ist ein vollständiger Satz mit Subjekt und Verb. Meist steht danach ein Punkt. Wenn zwei Hauptsätze aber lockerer aneinandergereiht werden, setzt man meist ein Komma. Besonders dann, wenn die Sätze durch bestimmte Konjunktionen verbunden sind – wie aber, denn, doch.

Beispiele

ohne Konjunktion

Ich lese ein Buch, mein Bruder schaut fern.

Sie hört Musik, er spielt mit dem Hund.

mit Konjunktionen wie aber, doch, denn

Sie ging einkaufen, aber er blieb zu Hause.

mit Konjunktionen und, oder

Er liest ein Buch(,) und sie hört Musik.

Hier finden Sie weitere Informationen zu Hauptsätzen:

Tipp

Bei den Konjunktionen und oder oder ist das Komma freiwillig, wenn zwei vollständige Sätze verbunden sind – außer es hilft beim Verständnis. Wenn ein Satz zum Beispiel lang oder unübersichtlich ist, hilft ein Komma vor und oder oder, um die Struktur klarer zu machen.

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Komma zwischen Haupt- und Nebensätzen

Ein Nebensatz ist ein Teil des Satzes, der allein keinen Sinn ergibt. Er hängt von einem Hauptsatz ab. Nebensätze erkennt man oft an Konjunktionen wie: dass, weil, wenn, obwohl, damit, während, aber, sondern, denn.

Zwischen Hauptsatz und Nebensatz steht immer ein Komma, egal in welcher Reihenfolge die Satzteile stehen.

Beispiele

Das ist der Hund, den sie gestern schon gesehen hat.
Ich weiß, dass du müde bist.
Wenn es regnet, bleiben wir zu Hause.
Das ist der Film, von dem ich dir erzählt hatte.
Er ist müde, aber glücklich.
Das ist kein Apfel, sondern eine Birne.
Ich gehe früh schlafen, denn ich habe morgen einen wichtigen Termin.

Beispiele

Hauptsatz – Nebensatz

Ich glaube, dass er pünktlich ist.

Nebensatz – Hauptsatz

Wenn es regnet, bleiben wir zu Hause.

Eingeschobener Nebensatz

Das gelbe Fahrrad, das dort an der Wand steht, gehört mir.

Hier finden Sie weitere Informationen zu Nebensätzen und Satzbau:

Komma bei Infinitivgruppen mit zu

Ein Komma bei Infinitivgruppen mit zu ist in der Regel Pflicht, vor allem, wenn die Wortgruppe erweitert ist oder mit Konjunktionen wie um, ohne, anstatt, außer, als eingeleitet wird. Gehört der Infinitiv + zu zum Verb im Hauptsatz, so darf kein Komma gesetzt werden. Dazu zählen Verben wie brauchen, drohen, pflegen, versprechen etc.

  • Er plant, heute früher zu gehen.
  • Sie ist nach Hause gegangen, um für die Prüfung zu lernen.
  • Es ist wichtig, die Hinweise für den Test genau zu lesen.
  • Sie versuchte(,) zu helfen. 
  • Wir brauchen die Sprache nicht zu lernen.
  • Er drohte den Mann zu verhaften.

Hier finden Sie weitere Informationen zu Infinitiven:

Komma bei direkter Rede, Anrede, Ausrufen und Hervorhebungen

Bei direkter Rede steht ein Komma zwischen dem Begleitsatz und dem gesprochenen Teil. Auch Anreden, Ausrufe und betonte Wörter wie bitte, danke, ja oder nein werden mit Komma abgetrennt, wenn sie am Satzanfang oder Satzende stehen.

Beispiele

„Ich komme später“, sagte Anna.

Leonie, kannst du das bitte holen?

Wie geht es Ihnen, Herr Weber?

Ach, das tut mir leid.

Oh, das habe ich nicht gewusst.

Na, das ist ja eine Überraschung!

Bitte, hilf mir!

Danke, das war sehr nett.

Ja, das stimmt.

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Komma zur Klärung der Bedeutung

Manchmal helfen Kommas auch, den Sinn eines Satzes zu verdeutlichen, um Missverständnisse zu vermeiden. Es trennt zum Beispiel Nachträge, Einschränkungen oder nennt den Gesprächspartner genauer. Ein Komma kann dadurch eine andere oder sogar gegenteilige Bedeutung erzeugen.

Beispiele

Ich meinte dich, nicht David.

Ich meinte dich nicht, David.

Luisa sagt, er kann nicht kochen.

Luisa, sagt er, kann nicht kochen.

Er sieht, sie nicht.

Er sieht sie nicht.

Die Tipps empfehlen, ihm zu folgen.

Die Tipps empfehlen ihm, zu folgen.

Häufige Fragen zur Kommasetzung

Bei „nicht nur ... sondern auch" setzt man ein Komma, wenn beide Satzteile vollständige Hauptsätze sind: Nicht nur das Wetter war schön, sondern auch die Stimmung war gut.

Nein, hier wird kein Komma gesetzt, da „sowohl … als auch“ gleichrangige Satzteile verbindet: Sowohl meine Freunde als auch meine Familie kommen zur Feier.

Nein, ein Komma ist in der Regel nicht erforderlich, da „weder … noch“ gleichrangige Satzteile verbindet: Er mag weder Fisch noch Fleisch.

Ein Komma kann jedoch gesetzt werden, wenn ein Nebensatz folgt: Er konnte sich weder konzentrieren, noch wusste er, was er sagen sollte.

Wenn sowie anstelle von „und" verwendet wird, zum Beispiel in einer Aufzählung, braucht es kein Komma: Ich habe Brot, Käse sowie Butter gekauft.

Ein Komma ist nur erforderlich, wenn sowie einen Nebensatz einleitet: Ich erledige meine Aufgaben, sowie ich Zeit finde.

Verbindet sondern zwei Hauptsätze oder Satzteile mit gegensätzlicher Bedeutung, muss immer ein Komma gesetzt werden: Sie trinkt keinen Kaffee, sondern Tee.

Folgt sondern direkt auf eine Verneinung, benötigt es kein Komma: Er hat nicht gespielt sondern gelernt.

Das Datum wird durch ein Komma von der Uhrzeit oder weiteren Angaben getrennt: Am Montag, den 5. Februar 2024, beginnt der Kurs.

Kein Komma steht, wenn das Datum ohne weitere Angaben genannt wird: Heute ist der 6. Februar 2024.

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