Pronomen im Deutschen – Erklärungen, Beispiele, Tipps

Pronomen sind Wörter, die Substantive ersetzen. Pronomen werden im Deutschen in der Regel dekliniert. Das heißt, sie passen sich in Person, Zahl und Fall an das Nomen an, auf das sie sich beziehen. Sie helfen dabei, Wiederholungen zu vermeiden und den Satzfluss zu verbessern. So lässt sich die Sprache präzise und abwechslungsreich gestalten.

In der deutschen Sprache gibt es eine ganze Menge unterschiedlicher Arten dieser kleinen Stellvertreter mit je eigenen Funktionen. Hier finden Sie eine Übersicht mit Erklärungen, Beispielen, Tipps und Links zu Übungen.

Das Wichtigste im Überblick

  • Pronomen sind Wörter, die Substantive ersetzen
  • Pronomen werden in der Regel dekliniert
  • Es gibt verschiedene Arten von Pronomen, z. B. Personal-, Possessiv-, Relativ-, Reflexivpronomen sowie Interrogativ-, Demonstrativ- und Indefinitpronomen

Inhaltsverzeichnis

Personalpronomen: ich, du, er, sie, es, wir, ihr und sie

Ein Personalpronomen wird anstelle eines Nomens verwendet, um eine Person oder Sache zu bezeichnen, ohne sie nochmals zu benennen. Das sind: ich, du, er, sie, es, wir, ihr und sie. Es passt sich in Numerus (Singular / Plural), Genus (männlich / weiblich / sächlich) und Kasus (Nominativ, Genitiv, Dativ, Akkusativ) an die grammatische Funktion im Satz an.

PersonNominativGenitivDativAkkusativ
1. Person Singularichmeinermirmich
2. Person Singulardudeinerdirdich
3. Person Singularerseinerihmihn
3. Person Singularsieihrerihrsie
3. Person Singularesseinerihmes
1. Person Pluralwirunserunsuns
2. Person Pluralihreuereucheuch
3. Person Pluralsieihrerihnensie
HöfichkeitsformSieIhrerIhnenSie

Beispiele

  • Ich mag Schokolade.
  • Sie geht ins Kino.
  • Wir treffen uns morgen.

Tipp

Personalpronomen erleichtern die Sprache, indem sie Wiederholungen vermeiden und den Text flüssiger gestalten. Oft stehen sie am Anfang eines Satzes als Subjekt. 

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Possessivpronomen: mein, dein, sein, ihr, unser, euer

Ein Possessivpronomen drückt Besitz oder Zugehörigkeit aus. Es sagt aus, wem etwas gehört oder zu wem etwas gehört. Daher wird es auch besitzanzeigendes Fürwort genannt. Es ersetzt oder begleitet ein Nomen und stimmt in Genus, Numerus und Kasus mit dem Nomen überein, auf das es sich bezieht. Beispiele im Deutschen sind mein, dein, sein, ihr, unser, euer.

PersonMaskulinFemininNeutrumPlural
1. Person Singularmeinmeinemeinmeine
2. Person Singulardeindeinedeindeine
3. Person Singular (er)seinseineseinseine
3. Person Singular (sie)ihrihreihrihre
3. Person Singular (es)seinseineseinseine
1. Person Pluralunserunsereunserunsere
2. Person Pluraleuereureeuereure
3. Person Pluralihrihreihrihre
Höfichkeitsform (Sie)IhrIhreIhrIhre

Achtung: Bei der 2. Person Plural (euer) fällt das e bei der Deklination weg (eure).

 

Beispiele

  • Das ist mein Buch.
  • Ist das dein Auto?
  • Unser Haus ist groß.

Deklination des Possessivpronomens mein  im Deutschen.

 NominativGenitivDativAkkusativ
Maskulinmein Tischmeines Tischesmeinem Tischmeinen Tisch
Femininmeine Taschemeiner Taschemeiner Taschemeine Tasche
Neutrummein Buchmeines Buchesmeinem Buchmein Buch
Pluralmeine Stühlemeiner Stühlemeinen Stühlenmeine Stühle

Tipp

Die Endungen entsprechen weitgehend den Endungen der bestimmten Artikel, was das Lernen erleichtert.

Relativpronomen: der, die, das

Ein Relativpronomen leitet einen Relativsatz ein und bezieht sich auf ein Wort im Hauptsatz, meist das Nomen. Es verbindet Sätze und gibt zusätzliche Informationen. Relativpronomen im Deutschen sind der, die, das, welcher, welche, welches und was.

 NominativGenitivDativAkkusativ
Maskulinderdessendemden
Feminindiederenderdie
Neutrumdasdessendemdas
Pluraldiedererdenendie

Beispiele

  • Nominativ: Der Mann, der dort am Baum steht, ist mein Opa.
  • Genitiv: Ich kaufe das Eis, dessen Verkäufer ein guter Freund ist.
  • Dativ: Die Stadt, in der ich wohne, ist sehr klein.
  • Akkusativ: Das Buch, das ich gerade lese, ist spannend.

Tipp

Relativpronomen helfen, Sätze zu verbinden und Informationen zu ergänzen.

Reflexivpronomen: mich, dich, sich, uns, euch, sich

Ein Reflexivpronomen bezieht sich auf das Subjekt des Satzes zurück. Es zeigt, dass die Handlung auf die handelnde Person selbst zurückwirkt. Man verwendet es, wenn das Subjekt und das Objekt einer Handlung identisch sind. Die Reflexivpronomen im Deutschen sind mich, dich, sich, uns, euch und sich. Sie sind vor allem bei reflexiven Verben notwendig, wie sich freuen oder sich waschen.

Welcher Kasus des Reflexivpronomens richtig ist, hängt davon ab, ob es ein Akkusativobjekt im Satz gibt. Wenn es kein weiteres Objekt gibt, steht das Reflexivpronomen im Akkusativ: Ich wasche mich. Gibt es jedoch ein anderes Akkusativobjekt, steht das Reflexivpronomen im Dativ: Ich wasche mir die Hände.

Person Dativ Akkusativ
1. Person Singular mir mich
2. Person Singular dir dich
3. Person Singular sich sich
1. Person Plural uns uns
2. Person Plural euch euch
3. Person Plural sich sich

Beispiele

  • Ich wasche mich.
  • Ich wasche mir die Hände.
  • Du ziehst dich an.
  • Du ziehst dir das T-Shirt an.

Für etwas fortgeschrittene Deutschlernende gibt es zudem den Unterschied zwischen reflexiven und reziproken Handlungen. Eine reflexive Handlung bezieht sich nur auf das Subjekt selbst: Ich sehe dich. Eine reziproke Handlung beschreibt eine wechselseitige Beziehung zwischen mehreren Personen: Wir sehen uns jeden Tag (gegenseitig). In solchen Fällen wird das Wort einander verwendet: Sie helfen einander.

Hier finden Sie weitere Informationen zu reflexiven Verben:

Tipp

Lernen Sie Verben gleich zusammen mit ihren Reflexivpronomen, zum Beispiel:

  • sich freuen auf → Ich freue mich auf den Urlaub.
  • sich erinnern an → Er erinnert sich an die Kindheit.

Interrogativpronomen: wer, was, welche, welcher

Ein Interrogativpronomen ist ein Fragefürwort. Es wird benutzt, um nach Personen, Dingen oder Umständen zu fragen. Es ersetzt im Fragesatz das Nomen, nach dem wir fragen. Beispiele sind wer, was, welcher und welche. Diese Wörter leiten häufig direkte oder indirekte Fragen ein.

Nominativ Genitiv Dativ Akkusativ
Maskulin wer wessen wem wen
Feminin - - - -
Neutrum was - - was
Plural welche welcher welchen welche

Beispiele

  • Wer hat das gesagt?
  • Was möchtest du essen?
  • Welches Buch liest du?
  • Ich weiß nicht, was passiert ist.

Zusätzlich gibt es die Interrogativpronomen welcher, welche und welches, die sich wie der bestimmte Artikel deklinieren.

 NominativGenitivDativAkkusativ
Maskulinwelcherwelcheswelchemwelchen
Femininwelchewelcherwelcherwelche
Neutrumwelcheswelcheswelchemwelches
Pluralwelchewelcherwelchenwelche

Demonstrativpronomen: dieser, jener, derselbe, solcher

Ein Demonstrativpronomen weist auf eine bestimmte Person, Sache oder Idee hin. Dabei ersetzt oder begleitet es ein Nomen, indem es dieses hervorhebt, abgrenzt oder verdeutlicht. Beispiele im Deutschen sind dieser, jener, derselbe oder solcher. Demonstrativpronomen können selbstständig verwendet werden oder ein Substantiv begleiten.

 NominativGenitivDativAkkusativ
Maskulindieserdiesesdiesemdiesen
Feminindiesedieserdieserdiese
Neutrumdiesesdiesesdiesemdieses
Pluraldiesedieserdiesendiese

Zusätzlich gibt es Demonstrativpronomen wie jener, derjenige, derselbe oder auch der, die, das (wenn sie betont als Demonstrativpronomen verwendet werden). Ihre Deklination folgt denselben Mustern.

Beispiele

  • Dieser Stuhl ist bequem.
  • Jene Entscheidung war klug.
  • Das ist unglaublich!
  • Diese Tasche gefällt mir.

Tipp

Demonstrativpronomen helfen, Klarheit zu schaffen und gezielt auf etwas hinzuweisen. Sie werden in der gesprochenen Sprache betont. In der Alltagssprache werden die Demonstrativpronomen jener, jene, jenes zudem oft durch die Pronomen der, die oder das ersetzt.

Indefinitpronomen: jemand, etwas, nichts, man, alle

Ein Indefinitpronomen ist ein unbestimmtes Fürwort. Es ersetzt ein Nomen, ohne eine genaue Menge oder Person zu benennen. Beispiele sind man, etwas, nichts, jemand, niemand oder alle.

Nominativ Genitiv Dativ Akkusativ
nicht deklinierbar
man - - -
etwas - - -
nichts - - -
nur Singular, maskulin, im Genitiv untypisch
jemand jemandes jemandem jemanden
niemand niemandes niemandem niemanden
irgendjemand irgendjemandes irgendjemandem irgendjemanden
irgendwer irgendwessen irgendwem irgendwen
deklinierbar
keiner keines keinem keinen
jeder jedes jedem jeden
nur Plural, im Genitiv untypisch
alle aller allen alle
einige einiger einigen einige
manche mancher manchen manche
etliche etlicher etlichen etliche

Beispiele

  • Jeder kann mitmachen.
  • Manche mögen Kaffee, andere Tee.
  • Niemand hat den Unfall gesehen.
  • Alles Gute zum Geburtstag.
  • Sie hat nur wenig Interessantes zu berichten.

Tipp

Indefinitpronomen werden oft in allgemeinen Aussagen oder Vermutungen verwendet. Immer dann, wenn die genaue Identität oder Anzahl unwichtig oder unbekannt ist.

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