Nominalisierung – Verben und Adjektive als Nomen
Bei einer Nominalisierung oder Substantivierung wird aus einem Wort, meist ein Adjektiv oder ein Verb, ein Substantiv. Es steht oft mit einem Indefinitpronomen wie alles, etwas, nichts oder einem der bestimmten Artikel der, die, das. Es übernimmt im Satz auch die Funktionen eines Nomens. In seltenen Fällen können auch Zahlen, Partizipien und Pronomen substantiviert werden.
Das Wichtigste im Überblick
- Bei einer Nominalisierung wird aus einem Adjektiv oder Verb ein Substantiv
- Meist steht dann ein bestimmter Artikel oder Indefinitpronomen davor
- Das nominalisierte Adjektiv oder Verb übernimmt auch die Funktion eines Substantives
Inhaltsverzeichnis
Nominalisierung im Überblick
Die Nominalisierung oder Substantivierung macht aus einem Verb oder Adjektiv ein Substantiv. Manchmal geht das auch bei Zahlen, Partizipien und Pronomen. Das Wort behält seine ursprüngliche Form, muss aber an Kasus (vier Fälle), Numerus (Singular/Plural) und Genus (Geschlecht) angepasst werden. Oft erfolgt die Nominalisierung durch einen bestimmten Artikel (der, die, das) oder ein Indefinitpronomen (alles, etwas, nichts).
Beispiele
- Das Arbeiten macht keinen Spaß.
- In Filmen gewinnt immer das Gute.
- Sandra hat 10 kg zugenommen. Jetzt hat sie nichts Passendes anzuziehen.
Das nominalisierte Wort wird immer großgeschrieben.
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Nominalisierte Adjektive
Wird ein Adjektiv nominalisiert, passiert das entweder durch einen bestimmten Artikel oder ein Indefinitpronomen.
Im Fall eines bestimmten Artikels ist es immer das. Der oder die sind hier nicht möglich. Das substantivierte Wort sieht dem Adjektiv sehr ähnlich, ist aber nicht immer genau gleich.
Beispiele
- gut: das Gute
- böse: das Böse
- schön: das Schöne
Bei einer Nominalisierung durch ein Indefinitpronomen, steht anstelle des bestimmten Artikels eine unbestimmte Mengenangabe. Dazu gehören zum Beispiel: alles, nichts, etwas oder viel. In der deutschen Sprache muss man nach diesen Wörtern großschreiben. Sie haben die Funktion wie ein Artikel.
Beispiele
Ich habe viel Gutes gehört.
Ich habe alles Wichtige verstanden.
Ich habe etwas Schönes zu erzählen.
Hier finden Sie weitere Informationen zu bestimmten Artikeln und Indefinitpronomen:
Keine Lust mehr auf Nominalisierung? Wie wäre es dann mit diesen Themen?
Nominalisierte Verben
Verben werden ähnlich wie Adjektive nominalisiert: entweder durch einen bestimmten Artikel oder ein Indefinitpronomen.
Bei der Nominalisierung durch einen bestimmten Artikel ist es auch hier meist der neutrale Artikel das. Das substantivierte Verb bleibt in der Infinitivform, wird aber großgeschrieben.
Beispiele
- arbeiten: das Arbeiten
- essen: das Essen
- lernen: das Lernen
Bei einer Nominalisierung durch ein Indefinitpronomen steht anstelle des bestimmten Artikels eine unbestimmte Mengenangabe wie etwas, nichts, alles oder viel.
Beispiele
Etwas Lernen kann nie schaden.
Nichts Tun macht auch mal Spaß.
Hier finden Sie weitere Informationen zu bestimmten Artikeln und Indefinitpronomen:
Tipp
Achten Sie auf Präpositionen mit bestimmten Artikeln. Sie deuten oft auf eine Substantivierung hin.
Beispiel
- Ein Kissen zum Kuscheln
Im Satz Ein Kissen zum Kuscheln muss man kuscheln großschreiben, weil es hier nach einem Artikel (zu + dem = zum) steht.
Nominalisierte Pronomen, Partizipien und Zahlen
Neben Verben und Adjektiven können in manchen Fällen auch Pronomen, Partizipien und Zahlen nominalisiert werden. Das ist allerdings sehr selten.
Beispiele nominalisierter Pronomen
das Ich
Er hat ein starkes Ich.
das Du
Er bietet das Du nicht so schnell an.
das Wir
In der Firma wird viel Wert auf das Wir gelegt.
Beispiele nominalisierter Partizipien
der Reisende
Ein Reisender hat uns den Weg gezeigt.
die Suchenden
Die Suchenden haben keine Spur gefunden.
das Gesagte
Denk über das Gesagte nach.
Beispiele nominalisierter Zahlen
die Drei
Die Drei ist meine Glückszahl.
die Hundert
Er hat die Hundert überschritten.
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