Adjektivdeklination mit unbestimmtem Artikel

In der deutschen Sprache werden Adjektive dekliniert, wenn sie vor einem Nomen stehen. Dabei passt sich die Endung an Genus, Kasus und Numerus des Nomens an. Welche Endung ein Adjektiv bekommt, hängt davon ab, ob es mit einem bestimmten Artikel, einem unbestimmten Artikel oder ohne Artikel gebraucht wird.

Wenn ein Adjektiv nach einem unbestimmten Artikel (ein, eine), nach einem Possessivpronomen (mein, sein) oder nach einem Negationsartikel (kein) steht, trägt das Adjektiv oft das Genus-Signal.

Das Wichtigste im Überblick

  • Nach dem unbestimmten Artikel (ein, eine) trägt das Adjektiv oft das Genus-Signal.
  • Das Adjektiv erhält die Endung -er oder -es im Nominativ Maskulinum und Neutrum.
  • Im Plural gibt es keinen unbestimmten Artikel.

Im Folgenden sehen wir uns die Adjektivdeklination mit unbestimmtem Artikel genauer an – zuerst im Überblick, dann mit Beispielen für jedes Genus. Am Ende können Sie Ihr Wissen in einem kleinen Quiz testen.

Inhaltsverzeichnis

Wann wird ein Adjektiv dekliniert?

Ein Adjektiv wird nur dekliniert, wenn es direkt vor einem Nomen steht – wenn es also attributiv gebraucht wird. Steht das Adjektiv nach dem Nomen (prädikativ oder adverbial), bleibt es unverändert. Sehen Sie hier den Unterschied:

Beispiel

  • Gestern habe ich ein spannendes Buch gelesen.
  • Das Buch ist spannend.

Hier finden Sie weitere Informationen zu Adjektiven und Nomen:

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Adjektivdeklination mit unbestimmtem Artikel

Ein Adjektiv wird nach Genus, Kasus und Numerus des Nomens dekliniert, zu dem es gehört. Schauen Sie sich also das jeweilige Nomen näher an. Die Endung hängt ab vom:

Wenn vor dem Adjektiv ein unbestimmter Artikel steht (zum Beispiel ein, eine), handelt es sich um eine gemischte Deklination. Warum? Ein unbestimmter Artikel zeigt nicht immer ganz klar, welches Genus – also welches grammatische Geschlecht – das Nomen hat. In diesen Fällen muss das Adjektiv helfen, diese Information zu geben.

Zur näheren Erklärung: Im Nominativ Maskulinum und Neutrum trägt das Adjektiv eine starke Endung: -er oder -es, da der unbestimmte Artikel keine Endung hat. In den anderen Fällen (z. B. Akkusativ Maskulinum, Dativ, Genitiv) erhält das Adjektiv die schwache Endung -en, da der Artikel bereits eine Endung trägt.

Beispiele

Ich habe einen tollen Vorschlag.

Sie trägt eine elegante Bluse.

Wir haben kein gutes Wetter heute.

Hier finden Sie weitere Informationen zur Adjektivdeklination und unbestimmten Artikeln:

Tipp

Im Plural gibt es keinen unbestimmten Artikel. Daher wird das Adjektiv im Plural entweder stark oder schwach dekliniert, abhängig von anderen Begleitwörtern wie „kein“ oder von Possessivartikeln.

Übersichtstabelle: Adjektivdeklination mit unbestimmtem Artikel

 PräsensPräteritumPerfektPlusquamperfekt
Maskulinein süßer Lollieines süßen Lolliseinem süßen Lollieinen süßen Lolli
Feminineine kleine Boxeiner kleinen Boxeiner kleinen Boxeine kleine Box
Femininein altes Hauseines alten Hauseseinem alten Hausein altes Haus

Beispiele für Adjektivdeklination im Maskulin:

  • Nominativ: Ein süßer Lolli liegt auf dem Tisch.
  • Genitiv: Der Geschmack eines süßen Lollis gefällt mir gut.
  • Dativ: Mit einem süßen Lolli im Mund kann man nicht gut sprechen.
  • Akkusativ: Ich kaufe einen süßen Lolli.

Beispiele für Adjektivdeklination im Feminin:

  • Nominativ: Eine kleine Box steht im Regal.
  • Genitiv: Dafür reicht der Umfang einer kleinen Box.
  • Dativ: Das Geschenk liegt in einer kleinen Box.
  • Akkusativ: Ich öffne eine kleine Box.

Beispiele für Adjektivdeklination im Neutrum:

  • Nominativ: Ein altes Haus steht im Dorf.
  • Genitiv: Die Geschichte eines alten Hauses ist meist spannend.
  • Dativ: Wir wohnen in einem alten Haus.
  • Akkusativ: Wir besichtigen ein altes Haus.

Keine Lust mehr auf die Adjektivdeklination mit unbestimmtem Artikel? Wie wäre es dann mit diesen Themen?

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Weitere Begleiter: Possessivartikel, Nullartikel, kein, viele

Die gemischte Adjektivdeklination gilt nicht nur nach dem unbestimmten Artikel, sondern auch nach „kein“ und nach den Possessivartikeln mein, dein, sein, ihr, unser, euer, ihr, Ihr sowie nach irgendein.

In all diesen Fällen bekommt das Adjektiv dieselben Endungen wie nach einem unbestimmten Artikel: Im Nominativ Maskulinum und Neutrum sowie im Genitiv übernimmt das Adjektiv eine starke Endung (-er, -es, -en), in den anderen Fällen die Endung -en.

Beispiele

  • kein schönes Wetter
  • mein neues Handy
  • dein alter Freund
  • ihr schönes Haus
  • unser kleiner Garten
  • euer spannendes Projekt

Im Plural gibt es keinen unbestimmten Artikel. Deswegen folgt die Adjektivdeklination nach kein, nach Possessivartikeln und nach irgendwelche im Plural den Endungen wie nach dem bestimmten Artikel:

  • meine neuen Bücher
  • keine guten Ideen
  • irgendwelche schlechten Filme

Das Wort viel funktioniert dabei wie ein Nullartikel: Nach viel, einige und mehrere dekliniert man die Adjektive ebenfalls wie ohne Artikel:

  • viele nette Nachbarn
  • einige schöne Häuser
  • mehrere spannende Bücher

Hier finden Sie weitere Informationen zu Possessivartikeln und bestimmten Artikeln:

Tipp

Die Genitivdeklination ist für viele Deutschlernende am schwierigsten. Deshalb haben wir dafür eine eigene Übungsseite für Sie zusammengestellt: Adjektivdeklination mit Genitiv

Unregelmäßige Adjektive

Normalerweise bleibt der Wortstamm bei der Adjektivdeklination gleich. Bei einigen wenigen Adjektiven verändert sich der Stamm jedoch.

Beispiele

  • hoch: Der Turm ist hoch. Von einem hohen Turm aus hat man einen tollen Blick.
  • dunkel: Die Gasse ist dunkel. In einer dunklen Gasse fühlt man sich wie im Mittelalter.
  • teuer: Das Menü ist teuer. Ein teures Menü kann ich mir nicht leisten.
  • sauer: Der Essig ist sauer. Saure Gurken schmecken mir.
  • sensibel: Das Kind reagiert sehr sensibel. Ein sensibles Kind beobachtet oft genau.

Hier finden Sie weitere Informationen zu unregelmäßigen Adjektiven:

Tipp

Sie lernen die Deklination der Adjektive einfacher und schneller, wenn Sie die vier Fälle im Deutschen gut kennen. Wiederholen Sie daher bei Bedarf zuerst die Deklination der Artikel (Nominativ, Genitiv, Dativ, Akkusativ).

Siehe unsere Überblicke zu „Artikel im Deutschen“, „Unbestimmte Artikel im Deutschen“ und „4 Fälle im Deutschen

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