Negation: Verneinung im Deutschen – nein, nicht, kein

Wie drücken Sie aus, dass etwas nicht stimmt oder nicht zutrifft? Dafür gibt es im Deutschen drei wichtige Wörter: nein, kein und nicht. Welche Form der Negation oder Verneinung Sie benutzen, hängt davon ab, was genau Sie verneinen möchten. 

Negation im Deutschen – das Wichtigste im Überblick

  • Im Deutschen verneint man mit nein, kein oder nicht
  • Nein ist ein kurzes Wort für die Antwort auf eine Ja-Nein-Frage
  • Kein steht vor einem Nomen – anstelle eines unbestimmten Artikels oder eines Nullartikels
  • Nicht verneint zum Beispiel Verben, Adjektive, Adverbien oder ganze Satzteile
  • Auch Konjunktionen, Präpositionen, Präfixe und Suffixe können eine Verneinung ausdrücken

Inhaltsverzeichnis

Verneinung mit nein

Das Wort nein benutzen Sie, wenn Sie direkt auf eine Frage antworten möchten. Es steht allein und wird nicht in den Satz eingebaut.

Beispiele

  • Gefällt dir dieses Lied? – Nein.
  • Hättest du gerne einen Tee? – Nein danke, lieber ein Glas Wasser.
  • Hast du Lust, heute ins Schwimmbad zu gehen? – Nein. Tut mir leid, aber ich bin zu müde. Vielleicht nächste Woche?

Hier finden Sie weitere Informationen zu Fragesätzen:

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Tipp

Wenn Sie etwas höflich ablehnen möchten, können Sie das mit einem kleinen Zusatz netter klingen lassen. Zum Beispiel: Nein, danke. oder Nein, leider heute nicht.

Auch ein weiterführender Satz wie Vielleicht ein andermal oder Ich kann heute leider nicht wirkt freundlicher und trägt dazu bei, Missverständnisse zu vermeiden.

Verneinung mit kein

Kein ist ein sogenannter Negativartikel. Es ersetzt den unbestimmten Artikel (ein, eine) oder steht vor einem Nomen ohne Artikel. Es richtet sich in Genus, Numerus und Kasus nach dem Nomen.

Beispiele bei Nomen 

Ich habe keinen Hunger.

Ich habe kein Geld.

Beispiele anstatt ein/eine

Das ist kein Problem.

Das ist keine Katze, sondern ein Hund.

Er trinkt keinen Tee.

Wir haben noch immer keine Lösung.

Deklination von kein:

 NominativGenitivDativAkkusativ
Maskulin

kein

keines

keinem

keinen

Feminin

keine

keiner

keiner

keine

Neutrum

kein

keines

keinem

kein

Plural

keine

keiner

keinen

keine

Verneinung mit nicht

Das Wort nicht benutzen Sie, um ein Verb, ein Adjektiv, ein Adverb oder einen anderen Satzteil zu verneinen. Es steht direkt vor dem zu verneinenden Wort und hat keinen festen Platz im Satz. Nachfolgend finden Sie einige Beispiele.

Verneinung bei Verben:

  • Pauls Fuß tut weh. Er möchte heute nicht tanzen.

Verneinung bei Nomen mit bestimmtem Artikel oder Possessivartikel:

  • Sie hat nicht den Film geguckt, sondern einen Podcast gehört.
  • Das da hinten ist nicht sein Fahrrad, sondern meins.

Hier finden Sie weitere Informationen zu Substantiven und Verben:

Verneinung bei Eigennamen und Personalpronomen:

  • Das ist nicht Anna, sondern Lea.
  • Ich meinte nicht dich, sondern ihn.

Hier finden Sie weitere Informationen zu Personalpronomen:

Verneinung bei Adjektiven:

  • Das ist gar nicht schlecht.
  • Ich bin nicht hungrig.

Verneinung bei Adverbien:

  • Sie schreibt nicht gern mit dem Kugelschreiber.

Hier finden Sie weitere Informationen zu Adjektiven und Adverbien:

Verneinung bei Ort, Zeit oder Art und Weise:

  • Wir wohnen nicht in München.
  • Der Sprachkurs fängt nicht vor 8 Uhr an.
  • Er hat das nicht mit Absicht gemacht.

Verneinung bei ganzen Sätzen:

  • Ich kenne die Stadt noch nicht.

Keine Lust mehr auf Verneinung? Wie wäre es dann mit diesen Themen?

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Tipp

Verneinung von ganzen Sätzen: Wenn Sie den ganzen Satz verneinen, steht das Wort nicht oft am Ende des Satzes. Beispiel: Sie kommen heute nicht.

Verneinung von einzelnen Satzteilen: Wenn Sie nur ein Wort oder eine Phrase im Satz verneinen möchten, steht nicht direkt davor. Beispiel: Sie spricht noch nicht gut Deutsch, aber sie lernt fleißig.

Doppelte Verneinung

In der Standardsprache gilt die doppelte Verneinung als Fehler oder umgangssprachlich. In einigen deutschen Dialekten ist sie jedoch grammatisch erlaubt und sozial akzeptiert. Dazu gehören Schwäbisch, Alemannisch, Sächsisch, Berlinerisch und Bairisch. Beispiel für Letzteres: I hob koan ned gsehn. (Ich habe keinen nicht gesehen.)

Richtig

Ich habe niemanden gesehen.

Richtig

Ich habe keinen gesehen.

Falsch

Ich habe niemanden nicht gesehen.

Weitere Möglichkeiten der Verneinung: Konjunktionen, Präpositionen, Präfixen, Suffixe

Es gibt auch andere Arten, eine Aussage negativ zu formulieren. Zum Beispiel mit Konjunktionen, Präpositionen, Präfixen oder Suffixen. Das sieht dann wie folgt aus:

Verneinungen mit Konjunktionen:

  • Sie spricht weder Japanisch noch Portugiesisch.
  • Ich bin nach Hamburg gezogen, ohne vorher Deutsch zu sprechen.

Verneinungen mit Präpositionen:

  • Ich jogge diese Woche jeden Abend – außer Mittwoch.
  • Er hat den Kuchen ohne Rezept gebacken.

Verneinung mit Präfixen (Vorsilben):

  • unsicher (nicht sicher)
  • inkompetent (nicht kompetent):

Verneinung mit Suffixen (Nachsilben):

  • kraftlos (ohne Kraft)

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