Adjektivdeklination im Deutschen – ein Überblick

Adjektive beschreiben Nomen genauer. Sie können zum Beispiel ausdrücken, wie etwas aussieht, riecht oder schmeckt. In der deutschen Sprache verändert sich die Endung eines Adjektivs immer dann, wenn es vor einem Nomen steht. Diese Veränderung nennt man Adjektivdeklination.

Welche Endung ein Adjektiv bekommt, hängt vom Artikel des jeweiligen Nomens ab. Der Artikel zeigt Genus, Kasus und Numerus des Nomens:

  • ein sonniger Tag
  • die große Stadt
  • mein gelbes Fahrrad
  • interessante Themen

Das kann manchmal etwas kompliziert sein. Warum zum Beispiel fügt man nach dem unbestimmten Artikel die Endung -r oder -s hinzu, nach dem bestimmten maskulinen Artikel aber nicht? Zum Beispiel: ein sonniger Tag/der sonnige Tag, ein gelbes Fahrrad/das gelbe Fahrrad. Mehr dazu erfahren Sie im Folgenden.

Starke oder schwache Deklination? Wir geben Ihnen einen Überblick der verschiedenen Typen der Adjektivdeklination: mit bestimmtem Artikel, mit unbestimmtem Artikel und ohne Artikel. Außerdem erfahren Sie, wie sie Adjektive steigern, und natürlich, welche Ausnahmen es gibt. Am Ende können Sie Ihr Wissen in einem kleinen Quiz testen.

Das Wichtigste im Überblick

  • Adjektivendungen ändern sich, wenn sie vor Nomen stehen
  • Adjektive können in allen 4 Fällen und allen 3 Geschlechtern stehen
  • Die Endung unterscheidet sich, wenn das Adjektiv nach einem bestimmten oder unbestimmten Artikel steht
  • Auch gesteigerte Adjektive werden vor Nomen dekliniert

Inhaltsverzeichnis

Wann wird ein Adjektiv dekliniert?

Ein Adjektiv wird nur dekliniert, wenn es direkt vor einem Nomen steht – wenn es also attributiv gebraucht wird. Steht das Adjektiv nach dem Nomen (prädikativ oder adverbial), bleibt es unverändert. Sehen Sie hier den Unterschied:

Beispiel

  • Gestern habe ich den neuen Film gesehen.
  • Der Film ist neu.

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Grundlagen der Adjektivdeklination

Ein Adjektiv wird nach Genus, Kasus und Numerus des Nomens dekliniert, zu dem es gehört. Schauen Sie sich also das jeweilige Nomen näher an. Die Endung hängt ab vom:

Die Endungen von Adjektiven unterscheiden sich, abhängig davon, ob es mit einem bestimmten oder unbestimmten Artikel oder ganz ohne Artikel gebraucht wird. Die drei Typen der Adjektivdeklination sind:

Tipp

Sie lernen die Deklination der Adjektive einfacher und schneller, wenn Sie die vier Fälle im Deutschen bereits gut kennen. Wiederholen Sie daher bei Bedarf zuerst die Deklination der Artikel (Nominativ, Genitiv, Dativ, Akkusativ).

Siehe Überblick zu „Artikel im Deutschen“ und „4 Fälle im Deutschen

Adjektivdeklination mit bestimmtem Artikel

Wenn vor dem Adjektiv ein bestimmter Artikel steht (der, die, das), zeigt dieser Artikel bereits Genus, Numerus und Kasus des Nomens an. Daher ist die Deklination von Adjektiven nach einem bestimmten Artikel einfach:

  • Im Nominativ Singular und im Akkusativ Singular (feminin und neutral): -e.
  • Überall sonst, auch im Plural: -en

 

Nominativ Genitiv Dativ Akkusativ
Maskulin der grüne Apfel des grünen Apfels dem grünen Apfel den grünen Apfel
Feminin die rote Tomate der roten Tomate der roten Tomate die rote Tomate
Neutrum das frische Brot des frischen Brotes dem frischen Brot das frische Brot
Plural die leckeren Früchte der leckeren Früchte den leckeren Früchten die leckeren Früchten

Beispiele

  • Ich esse den frischen Salat.
  • Sie gibt der kleinen Katze Milch.
  • Der bunte Ball liegt im Garten.

Tipp

Auch nach den folgenden Wörtern wird im Deutschen immer die Adjektivdeklination wie nach dem bestimmten Artikel verwendet:
dieser, jeder, jener, welcher, solcher, alle.

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Adjektivdeklination mit unbestimmtem Artikel, Possessivartikel und Negationsartikel

Ein unbestimmter Artikel zeigt nicht immer klar, welches Genus – also welches grammatische Geschlecht – das Nomen hat. In diesen Fällen muss das Adjektiv helfen, diese Information zu geben.

Im Nominativ Maskulinum und Neutrum lautet der indefinite Artikel "ein". 

Das Adjektiv übernimmt daher das Genus-Signal: -er oder -es. In den anderen Fällen (z. B. Akkusativ Maskulinum, Dativ, Genitiv) erhält das Adjektiv die Endung -en, da der Artikel bereits eine Endung trägt.

Beispiele

  • Ich habe einen interessanten Vorschlag.
  • Sie trägt eine elegante Bluse.
  • Wir haben kein gutes Wetter heute.
  • Ich habe eine tolle Idee für einen gemeinsamen Ausflug.

Diese Adjektivdeklination gilt nicht nur nach dem unbestimmten Artikel, sondern auch nach „kein“ und nach den Possessivartikeln mein, dein, sein, ihr, unser, euer, ihr, Ihr sowie nach irgendein.

Beispiele

  • Meine alten Schuhe sind bequem.
  • Ich habe heute keine große Lust auf einen Ausflug.

Tipp

Im Plural gibt es keinen unbestimmten Artikel. Das Adjektiv erhält somit entweder die Endung "-e" oder, nach dem Negativartikel "kein-" oder den Possessivartikeln die Endung "-en".

 NominativGenitivDativAkkusativ
Maskulinein freundlicher Manneines freundlichen Manneseinem freundlichen Manneinen freundlichen Mann
Feminineine neue Jackeeiner neuen Jackeeiner neuen Jackeeine neue Jacke
Neutrumein modernes Hauseines modernen Hauseseinem modernen Hausein modernes Haus
Pluralkeine lauten Autoskeiner lauten Autoskeinen lauten Autoskeine lauten Autos

Adjektivdeklination ohne Artikel

Wenn vor dem Adjektiv kein Artikel steht, übernimmt das Adjektiv alle Informationen. Es bekommt die Endungen der bestimmten Artikel – außer im Genitiv (maskulin/neutrum), da steht -en.

Beispiele

  • Ich trinke gern heißen Tee.
  • Sie hört klassische Musik.
  • Viele Menschen reisen gern.

Tipp

Diese Form gilt auch nach Mengenangaben wie viele, einige, wenige, zwei, drei, andere usw.

 NominativGenitivDativAkkusativ
Maskulinneuer Pulloverneuen Pulloversneuem Pulloverneuen Pullover
Femininwarme Suppewarmer Suppewarmer Suppewarme Suppe
Neutrumaltes Fotoalten Fotosaltem Fotoaltes Foto
Pluralnette Nachbarnnetter Nachbarnnetten Nachbarnnette Nachbarn

Unregelmäßige Adjektive

Normalerweise bleibt der Wortstamm bei der Adjektivdeklination gleich. Bei einigen wenigen Adjektiven verändert sich der Stamm jedoch leicht. Diese nennt man unregelmäßige Adjektive.

  • Bei Endung auf -e, kommt kein extra e dazu: eine leise Stimme
  • Bei Endung auf -el, fällt -e weg: ein dunkler Wald
  • Bei Endung auf Vokal + -er, fällt -e weg: ein teures Auto

 

Beispiele

hoch

der hohe Turm

dunkel

die dunkle Gasse

teuer

das teure Menü

sauer

die sauren Gurken

sensibel

das sensible Kind

Mehr zu den Ausnahmen, auch Beispielsätze, finden Sie jeweils unter Adjektivdeklination mit bestimmten Artikeln und Adjektivdeklination mit unbestimmten Artikeln

Adjektivdeklination mit Genitiv

Die Genitivdeklination ist für viele Deutschlernende am schwierigsten: Die typischen Adjektivendungen im Genitiv sind -en bei bestimmten Artikeln und -en oder -er bei anderen Formen.

Weitere Informationen dazu finden Sie hier:

Adjektivdeklination mit Komparativ und Superlativ

Auch im Komparativ oder im Superlativ werden Adjektive dekliniert – genau wie in der Grundform (Positiv). Zuerst kommt die Steigerung, dann die passende Endung: Sie hängen zuerst die Endungen -er oder -st(e) an das Adjektiv, und dann noch die „normale“ Endung des Adjektivs, je nach Nomen, Artikel oder Begleiter.

Beispiele

  • die bessere Tänzerin, die beste Tänzerin
  • ein größeres Haus, das größte Haus
  • schnellere S-Bahnen, die schnellsten S-Bahnen

Weitere Informationen dazu finden Sie hier:

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Adjektivdeklination: Tipps & Tricks

Um den Spaß am recht komplexen Thema Adjektivdeklination zu behalten, haben wir ein paar Tipps zusammengestellt.

  • Lernen Sie die Adjektivdeklination im Kontext. Stellen Sie sich dafür am besten eigene Beispiel aus Ihrem persönlichen Lebensumfeld zusammen. Statt nur „ein neues Fahrrad“ zu lernen, könnten sie die Begriffe in einen Satz einbetten: „Ich habe mein neues Fahrrad gestern geputzt.“
  • Markieren Sie die Adjektivendungen farblich – das kann dabei helfen, sich die Endungen einzuprägen.
  • Sprechen Sie die Sätze laut aus.

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