Das Prädikat – ein wichtiges Satzglied im Deutschen

Das Prädikat ist eines der wichtigsten Satzglieder in der deutschen Sprache. Seine grammatische Funktion: Es beschreibt die Handlung oder den Zustand, der vom Subjekt im Satz ausgeht. Daher antwortet das Prädikat auf die Fragen: „Was tut jemand oder etwas?“ oder „Was passiert?“. Ohne Prädikat fehlt die Handlung. Der Satz wäre unvollständig.

Das Wichtigste im Überblick

  • Das Prädikat ist ein Satzglied, das aus einem oder mehreren Verben besteht, und muss konjugiert werden.
  • Es wird bestimmt durch die Frage: Was macht jemand oder etwas (das Subjekt)? Oder: Was passiert?
  • Prädikate erfordern mindestens die Ergänzung mit einem Subjekt.
  • Einteilige Prädikate sind immer das zweite Satzglied im Satz. Mehrteilige Prädikate bilden eine Prädikatsklammer.
  • Prädikat und Verb bedeuten nicht dasselbe.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Prädikat?

Im Deutschen besteht das Prädikat in der Regel aus einem Verb (oder einer Verbgruppe), das in Person, Zahl, Zeit und Modus konjugiert wird.

Beispiele

  • „Emil liest ein Buch.“ (Was macht Emil? Einteiliges Prädikat: lesen – er liest)
  • „Meine Eltern wollen morgen verreisen.“ (Was machen sie? Mehrteiliges Prädikat mit Modalverb: verreisen + wollen – sie wollen verreisen)

Grammatikalisch erfordern Prädikate mindestens die Ergänzung mit einem Subjekt. Ein Beispiel für einen sogenannten Minimalsatz ist: Es schneit. Manche Prädikate müssen zudem mit einem oder mehreren Objekten ergänzt werden, damit ein korrekter Satz entsteht.

Tipp

Das Prädikat bzw. ein Teil davon steht in Aussagesätzen immer an zweiter Stelle. Das gilt auch dann, wenn Sie den Satz umstellen.

Mit der zweiten Stelle ist aber nicht unbedingt das zweite Wort im Satz gemeint, sondern die zweite Position in Bezug auf die Satzteile. Oft ist die Reihenfolge: Subjekt, Prädikat, Objekt. Zum Beispiel:

  • Ich schwimme im See.
  • Die meisten Kinder essen gerne Eis.
  • Das Team muss heute länger arbeiten.

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Formen des Prädikats

Ein Prädikat kann aus einem oder mehreren konjugierten Verben bestehen. Einteilige Prädikate kommen am häufigsten vor und sind immer das zweite Satzglied im Satz. Mehrteilige Prädikate bestehen aus trennbaren Verben oder Verben mit einem Hilfsverb oder Modalverb. Sie bilden eine Prädikatsklammer. Das bedeutet: Ein Teil steht an der zweiten Stelle, ein weiterer an der letzten Stelle des Satzes.

Einteiliges Prädikat: Besteht aus einem einzigen Verb.

Beispiele

  • Die Katze miaut.
  • Es regnet heute.
  • Ich fahre mit dem Fahrrad nach Hause.

Mehrteiliges Prädikat mit Hilfsverb: Besteht aus Hilfsverb + Vollverb (z. B. bei Perfekt, Plusquamperfekt und Futur oder auch im Passiv).

Beispiele

  • Wir haben das Frühstück verschlafen.
  • Sie wird das Projekt leiten.
  • Die Tür ist geschlossen.

Mehrteiliges Prädikat mit Modalverb: Besteht aus Hilfsverb + Modalverben (z. B. können, müssen, dürfen, sollen, mögen).

Beispiele

  • Er kann schwimmen.
  • Hunde müssen draußen bleiben.

Mehrteiliges Prädikat aus trennbaren Verben: Ein mehrteiliges Prädikat kann außerdem Teile enthalten, die keine Verben sind, wie aufstehen, ankommen, wegfahren, einladen, zuhören und mehr.

Beispiele

  • Wir kommen im Laufe des Tages am Bahnhof an.
  • Er fährt gleich nach dem Meeting wieder los.
  • Warum hörst du mir nicht zu?
  • Wie viele Interessenten nehmen am Video-Meeting teil?

Verb versus Prädikat: Der Unterschied liegt in der Grammatik

Die Bezeichnungen Verb und Prädikat sind nicht identisch. Zum einen liegt der Unterschied in der Grammatik: Wer von einem Verb spricht, bezeichnet damit eine Wortart oder Wortgruppe. Das Prädikat bezeichnet dagegen ein Satzglied – die Funktion also, die das Verb in einem Satz einnimmt. Zum anderen: Ein Prädikat muss nicht unbedingt nur aus einem Verb bestehen. Es kann auch mehrteilig sein.

Hier finden Sie weitere Informationen zu Verben:

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