Nominalstil – Wenn Substantive Verben ersetzen
Beim Nominalstil wird ein Substantiv anstelle eines Verbs verwendet. Diese Art der Formulierung kommt vor allem in wissenschaftlichen Texten und Behördendeutsch vor. Es ist das Gegenteil des Verbalstils, bei dem ein Verb im Mittelpunkt steht.
Das Wichtigste im Überblick
- Beim Nominalstil wird ein Verb durch ein Substantiv ersetzt
- Der Sinn des Satzes bleibt trotzdem erhalten
Inhaltsverzeichnis
Der Nominalstil im Überblick
Abschnitt 1/3
Sätze können im Deutschen auf verschiedene Arten formuliert werden. Der Nominalstil dient dazu, viele Informationen in möglichst wenigen Worten auszudrücken. Außerdem klingt er neutral und distanziert. Dafür werden Substantive anstelle von Verben eingesetzt.
Beispiel
- Verbalstil: Es ist verboten, Handys zu gebrauchen.
- Nominalstil: Der Gebrauch von Handys ist verboten.
Bei diesem Beispiel wurde anstelle des Verbs „gebrauchen“ das Nomen „Gebrauch“ verwendet. Das macht den Satz kürzer und das Verständnis eindeutiger.
Weitere Informationen zum Satzbau und zu Substantiven finden Sie hier:
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Tipp
Besonders in gehobenen Texten, wissenschaftlichen Arbeiten und Behördensprache wird fast immer der Nominalstil verwendet.
Bildung und Satzbau
Um den Nominalstil zu erhalten, müssen Sie das Verb nominalisieren und den Satzbau anpassen. Dabei wird das Verb durch ein Nomen ersetzt. Im Regelfall müssen Sie auch weitere Satzteile ergänzen, zum Beispiel eine Präposition oder einen Artikel, die das Nomen benötigen.
Beispiele
Als die Gäste ankamen, begann die Feier.
Nach der Ankunft der Gäste begannen wir zu feiern.
Nach der Ankunft der Gäste begann die Feier.
Bei Wortfamilien ist die Nominalisierung besonders einfach, da sich Nomen und Verb sehr ähnlich sind.
Beispiele von Wortfamilien
- Verb: absagen → Nomen: Absage
- Verb: teilnehmen → Nomen: Teilnahme
- Verb: danken → Nomen: Dank
- Verb: begrüßen → Nomen: Begrüßung
- Verb: präsentieren → Nomen: Präsentation
Hier finden Sie weitere Informationen zu Verben und Präpositionen:
Unterschied Nominalstil Verbalstil
Der Nominalstil stellt das Nomen in den Vordergrund. Beim Verbalstil liegt die Kernaussage auf dem Verb. Die Grundaussage ist in beiden Fällen nahezu identisch.
Beispiele
- Nominalstil: Beim Erwerb einer Zweitsprache kommt es auf viele Faktoren an.
- Verbalstil: Wenn eine Zweitsprache erworben wird, kommt es auf viele Faktoren an.
- Nominalstil: Wir freuen uns über Ihre Teilnahme.
- Verbalstil: Wir freuen uns, dass Sie teilnehmen.
Der Nominalstil kommt vor allem im schriftlichen Deutsch vor. Der Verbalstil wird oft im gesprochenen Deutsch verwendet, da er lockerer klingt und leichter zu verstehen ist.
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