Reflexive Verben – Formen, Zeiten, mit Dativ/Akkusativ

Reflexive Verben sind eine Kombination aus einem Verb und einem Reflexivpronomen. Zum Beispiel: Ich wasche mich. Das Reflexivpronomen spiegelt dabei immer das Subjekt wider.

Das Wichtigste im Überblick

  • Reflexive Verben sind eine Kombination aus Verb und Reflexivpronomen
  • Das Reflexivpronomen bezieht sich immer auf das Subjekt
  • Das Reflexivpronomen wird dekliniert

Inhaltsverzeichnis

Reflexive Verben im Überblick

Reflexive Verben sind Verben, die mit einem Reflexivpronomen stehen. Dieses Pronomen bezieht sich auf dieselbe Person oder dasselbe Subjekt zurück, zu dem auch das Verb konjugiert wird.

Es ist nicht möglich, das Reflexivpronomen durch eine andere Person zu ersetzen. Deshalb sind Sätze wie: Ich freue dich grundsätzlich falsch.

Tipp

Der Begriff Reflexivpronomen stammt von reflektieren, also widerspiegeln. Stellen Sie es sich am besten so vor, als ob die Person in einen Spiegel schaut: Die Handlung kehrt zu ihr zurück.

Beispiele

Ich ziehe mich an

Er hat sich erkältet

Du traust dich nicht

Das Verb selbst wird wie alle anderen Verben konjugiert. Das Reflexivpronomen steht meistens im Akkusativ.

Es gibt jedoch eine Ausnahme: Wenn der Satz bereits ein Akkusativobjekt hat, wird das Reflexivpronomen im Dativ verwendet.

Beispiele

  • Ich wasche mich. → Dieser Satz hat kein Akkusativobjekt, deshalb steht das Relativpronomen im Akkusativ.
  • Ich wasche mir die Hände. → die Hände ist das Akkusativobjekt, deshalb steht das Relativpronomen im Dativ.

Achtung! Reflexivpronomen stehen niemals im Genitiv!

Hier finden Sie weitere Informationen zu Reflexivpronomen:

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Tipp

Reflexive Verben erkennen Sie im Infinitiv daran, dass sie mit sich stehen.

  • sich freuen auf/über/an (reflexiv)
  • sprechen (nicht reflexiv)

Manche reflexiven Verben benötigen keine Präposition. Es gibt jedoch auch viele, die stets mit einer oder mehreren festen Präpositionen verbunden sind.

  • sich freuen auf/über/an
  • sich kümmern um

Eine Übersicht dazu finden Sie in unserem Artikel zu reflexiven Verben mit Präpositionen.

Echte und unechte reflexive Verben

Es gibt echte reflexive Verben und unechte reflexive Verben.

Echte reflexive Verben brauchen immer ein Reflexivpronomen. Es kann niemals weggelassen werden.

Beispiele

  • Ich habe mich geirrt.
  • Er sollte sich schämen.

Unechte reflexive Verben können mit oder ohne Reflexivpronomen stehen, je nach Bedeutung.

Beispiele

  • Er wäscht sich. (reflexiv → er wäscht seinen eigenen Körper)
  • Er wäscht das Auto. (nicht reflexiv → er wäscht ein Objekt)

Zu den unechten reflexiven Verben, die im Alltag häufig vorkommen, gehören beispielsweise folgende:

(sich) anziehen (sich) kämmen
(sich) ärgern (sich) setzen
(sich) bewegen (sich) umziehen
(sich) drehen (sich) verletzen
(sich) entschuldigen (sich) waschen

Reflexive Verben konjugieren

Die Formen der Reflexivpronomen im Dativ und Akkusativ sehen wie folgt aus:

PersonalpronomenReflexivpronomen im DativReflexivpronomen im Akkusativ
ichmirmich
dudirdich
er / sie / essichsich
wirunsuns
ihreucheuch
sie/Siesichsich

Zusammengesetzt mit dem Verb sehen die Formen der reflexiven Verben so aus. Am Beispiel des Relativpronomens im Akkusativ:

  • ich wasche mich
  • du wäschst dich
  • er wäscht sich
  • sie wäscht sich
  • wir waschen uns
  • ihr wascht euch
  • sie/Sie waschen sich

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Reflexive Verben im Perfekt

Reflexive Verben bilden eine Ausnahme, was die Konjugation im Perfekt betrifft. Während das normale Perfekt mit sein und haben im Präsens gebildet wird, stehen reflexive Verben ausschließlich mit haben, niemals mit sein. 

Beispiele

Ich habe mich verspätet.

Er hat sich erkältet.

Wir haben uns sehr geärgert.

Liste reflexiver Verben

Alle Verben dieser Liste sind echte reflexive Verben. Das bedeutet, sie haben immer ein Reflexivpronomen.

Reflexive Verben mit Reflexivpronomen im Akkusativ

Verb Beispiel
sich ausruhen Ich ruhe mich auf der Couch aus.
sich beherrschen Er kann sich einfach nicht beherrschen!
sich bemühen Die Kinder bemühen sich in der Schule.
sich beeilen Du musst dich heute beeilen!
sich befinden Sie befinden sich hier in der Eingangshalle.
sich einigen Die Politiker konnten sich in der letzten Minute noch einigen.
sich ereignen Der Unfall hatte sich in den frühen Morgenstunden ereignet.
sich erholen In den Bergen möchte sich Sabine zwei Wochen lang erholen.
sich erkälten Pass auf, dass du dich nicht erkältest!
sich gedulden Ihr müsst euch noch drei Minuten gedulden.
sich irren Du musst dich irren!
sich jähren Der Todestag des Präsidenten jährt sich heute zum 30. Mal.
sich schämen Der Junge schämt sich sehr.
sich verhalten Kannst du dich bei dem Treffen bitte ruhig verhalten?
sich verirren Max hat sich in Wien am Bahnhof verirrt.
sich verspäten Felix hasst es, wenn man sich verspätet.

Reflexive Verben mit Reflexivpronomen im Dativ

VerbBeispiel
sich etwas aneignenIm Deutschkurs eignen wir uns die Grammatik an.
sich etwas ansehenDu willst dir im Museum die Bilder ansehen.
sich etwas ausdenkenElisa denkt sich immer fantastische Geschichten aus.
sich etwas einbildenAch, du bildest dir das doch nur ein!
sich etwas leisten könnenEs tut mir leid, aber ich kann mir das Auto nicht leisten.
sich etwas merkenSeit drei Stunden versucht Sandra, sich die Vokabel zu merken.

Satzbau mit reflexiven Verben

Reflexive Verben haben bei der Satzstellung eine besondere Position. Diese unterscheidet sich je nachdem, ob es sich um einen Hauptsatz oder Nebensatz handelt.

Satzbau im Hauptsatz

Im Hauptsatz steht das Reflexivpronomen direkt nach dem konjugierten Verb.

  • Ich freue mich auf den Urlaub.

Satzbau im Nebensatz

Im Nebensatz wird das Reflexivpronomen ebenfalls nach das Subjekt gesetzt.

  • Ich sehe, dass du dich auf den Urlaub freust.

Satzbau mit Imperativ

Im Imperativ – der Befehlsform im Deutschen – steht das Reflexivpronomen oft direkt hinter dem Verb.

Setz dich!

Setzt euch!

Setzen Sie sich!

Hier finden Sie weitere Informationen zu Hauptsatz, Nebensatz und Imperativ:

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