Modalverben im Deutschen - Regeln
Die Modalverben dürfen, können, müssen, sollen, wollen stehen meist nicht allein im Satz, sondern erweitern die Bedeutung des Hauptverbs, indem sie eine bestimmte Haltung oder Absicht vermitteln: Sie zeigen zum Beispiel, ob etwas möglich, nötig oder erlaubt ist – was einen großen Unterschied in der Bedeutung bewirken kann.
Wir geben eine Übersicht: Sie lernen, welche Modalverben es gibt, wie sie gebildet werden, was sie bedeuten und wie man sie richtig verwendet.
Das Wichtigste im Überblick
Inhaltsverzeichnis
Die sechs Modalverben und ihre Funktion
Abschnitt 1/8
Modalverben verändern die Aussage eines anderen Verbs. Sie sagen zum Beispiel, ob man etwas muss, darf oder kann. Das Vollverb steht im Infinitiv am Satzende.
Es gibt sechs Modalverben im Deutschen. Jedes Modalverb hat eine bestimmte Funktion:
- dürfen – Erlaubnis: Ich darf mein Fahrrad vor dem Haus abstellen.
- können – Fähigkeit oder Möglichkeit: Er kann gut schwimmen.
- müssen – Notwendigkeit oder Pflicht: Du musst lernen.
- sollen – Empfehlung, Ratschlag oder Auftrag: Sie soll nicht so viel arbeiten.
- wollen – Wunsch oder Absicht: Wir wollen verreisen.
- möchten – höflicher Wunsch: Ich möchte gerne verreisen.
Beispiel
Lena möchte Dolmetscherin werden. Dafür sollte sie mehrere Sprachen gut sprechen. Sie kann schon drei Sprachen. Sie will aber noch professioneller werden. Auch für die Prüfung muss sie noch lernen.
Buchen Sie einen Deutschkurs und machen Sie noch schneller Fortschritte.
Tipp: Verwechslung von mögen und möchten vermeiden
Mögen und möchten sind keine Modalverben im engeren Sinn. Möchten ist eigentlich die Konjunktiv-2-Form von mögen. Es wird aber wie ein autonomes Modalverb benutzt – als eine höfliche Variante für wollen. Das Verb mögen dagegen braucht man, um eine Beurteilung, den Geschmack und eine Meinung zu äußern. Normalerweise folgt nach dem Verb mögen ein Substantiv oder Pronomen und kein Verb.
Konjugation von Modalverben
Modalverben werden unregelmäßig konjugiert. Das bedeutet: In der 1. und 3. Person Singular im Präsens ist der Stamm oft anders. Im Präteritum und Konjunktiv 2 ändert sich der Stamm ebenfalls. Das Partizip 2 ist kurz und endet immer auf -t. Das Vollverb bleibt im Infinitiv.
Hier finden Sie weitere Informationen zum Konjunktiv 2 und Partizip 2:
Modalverben im Präsens
Im Präsens haben einige Modalverben in der 1., 2. und 3. Person Singular oft einen veränderten Stamm und keinen Umlaut.
| dürfen | können | müssen | sollen | wollen | möchten |
|---|---|---|---|---|---|
| ich darf | ich kann | ich muss | ich soll | ich will | ich möchte |
| du darfst | du kannst | du musst | du sollst | du willst | du möchtest |
| er/sie/es darf | er/sie/es kann | er/sie/es muss | er/sie/es soll | er/sie/es will | er/sie/es möchte |
| wir dürfen | wir können | wir müssen | wir sollen | wir wollen | wir möchten |
| ihr dürft | ihr könnt | ihr müsst | ihr sollt | ihr wollt | ihr möchtet |
| sie/Sie dürfen | sie/Sie können | sie/Sie müssen | sie/Sie sollen | sie/Sie wollen | sie/Sie möchten |
Beispiele
Du darfst heute eine lange Pause machen.
Ich kann schon gut Deutsch sprechen
Wir müssen für die Prüfung lernen.
Es soll morgen regnen.
Wollt ihr hereinkommen?
Sie möchten lieber einen Spaziergang machen.
Keine Lust mehr auf Modalverben? Wie wäre es dann mit diesen Themen?
Modalverben im Präteritum
Im Präteritum verändert sich der Stamm und die Endungen sind wie bei schwachen Verben, aber oft ohne Umlaut.
| dürfen | können | müssen | sollen | wollen |
|---|---|---|---|---|
| ich durfte | ich konnte | ich musste | ich sollte | ich wollte |
| du durftest | du konntest | du musstest | du solltest | du wolltest |
| er/sie/es durfte | er/sie/es konnte | er/sie/es musste | er/sie/es sollte | er/sie/es wollte |
| wir durften | wir konnten | wir mussten | wir sollten | wir wollten |
| ihr durftet | ihr konntet | ihr musstet | ihr solltet | ihr wolltet |
| sie/Sie durften | sie/Sie konnten | sie/Sie mussten | sie/Sie sollten | sie/Sie wollten |
Beispiele
Als ich ein Kind war, durfte ich das noch nicht (machen).
Lilly konnte früher nur wenig Deutsch verstehen.
Wir mussten uns viele neue Wörter merken.
Ihr solltet gestern eigentlich eine Pause machen.
Du wolltest mir gestern das Buch vorbeibringen.
Hier finden Sie weitere Informationen zu Modalverben im Präteritum:
Partizip 2 der Modalverben
Das Partizip 2 ist regelmäßig und endet auf -t. Es wird gebraucht, um das Perfekt von Modalverben zu bilden. Grundsätzlich wird im Deutschen aber eher das Präteritum bei Modalverben genutzt.
dürfen
gedurft
können
gekonnt
müssen
gemusst
sollen
gesollt
wollen
gewollt
Hier finden Sie weitere Informationen zu Modalverben im Perfekt:
Konjunktiv 2 der Modalverben
Im Konjunktiv zeigen Modalverben Höflichkeit oder Unsicherheit. Häufig wird er für Fragen verwendet. Der Konjunktiv 2 wird mit Umlaut im Stamm gebildet. Die Endungen sind wie beim Präteritum.
| dürfen | können | müssen | sollen | wollen |
|---|---|---|---|---|
| ich dürfte | ich könnte | ich müsste | ich sollte | ich wollte |
| du dürftest | du könntest | du müsstest | du solltest | du wolltest |
| er/sie/es dürfte | er/sie/es könnte | er/sie/es müsste | er/sie/es sollte | er/sie/es wollte |
| wir dürften | wir könnten | wir müssten | wir sollten | wir wollten |
| ihr dürftet | ihr könntet | ihr müsstet | ihr solltet | ihr wolltet |
| sie/Sie dürften | sie/Sie könnten | sie/Sie müssten | sie/Sie sollten | sie/Sie wollten |
Beispiele
Ich dürfte morgen Zeit haben.
Könnten Sie mir helfen?
Sie müsste den Job bekommen.
Wir sollten öfter Obst essen.
Ihr wolltet euch noch bewerben.
Keine Lust mehr auf Modalverben? Wie wäre es dann mit diesen Themen?
Satzstellung bei Modalverben
Wenn Sie einen normalen Aussagesatz mit einem Modalverb bilden, steht das Modalverb auf Position 2. Das Vollverb steht am Ende des Satzes – im Infinitiv (Grundform).
Beispiele
- Lilly will heute Deutsch lernen.
- Sie muss jeden Tag üben.
- Im Kurs darf David mit anderen sprechen.
- Zu Hause kann er Podcasts hören.
- Ich möchte heute keine Grammatik üben.
- Du sollst nächste Woche zum Arzt gehen.
Hier finden Sie weitere Informationen zum Satzbau:
Wenn Sie einen Fragesatz mit einem Modalverb bilden, steht das Modalverb ganz vorne, vor dem Subjekt. Das Vollverb steht auch hier am Ende des Satzes.
Beispiele
Hier finden Sie weitere Informationen zu Fragesätzen:
In Nebensätzen steht das Modalverb am Ende – direkt nach dem Vollverb.
Beispiele
Hier finden Sie weitere Informationen zu Nebensätzen:
Modalverb alleine (ohne Vollverb)
Modalverben nutzt man meistens mit einem anderen Verb im Infinitiv. Vor allem umgangssprachlich kann man das Verb aber auch mal weglassen, wenn aus dem Kontext deutlich ist, worum es geht:
Beispiele
- Ich will das (haben/machen/tun).
- Du darfst das nicht (tun)!
- Kannst du das (reparieren/machen/übernehmen …)?
- Ich muss nach Hause (gehen/fahren).
- Ich will ein Eis (essen).
- Kannst du Deutsch (sprechen)?
Quiz
Entdecken Sie noch viele weitere Themen auf unserer Themenübersicht und verbessern Sie Ihre Deutschkenntnisse.
Lesen Sie weiter – ähnliche Themen
- Sollen: Alles Wichtige zum Modalverb sollen
- Müssen: Alles Wichtige zum Modalverb müssen
- Können: Alles Wichtige zum Modalverb können
- Wollen: Alles Wichtige zum Modalverb wollen
- Dürfen: Alles Wichtige zum Modalverb dürfen
- Möchten: Alles Wichtige zum Modalverb möchte
- Verben: Ein vollständiger Überblick über Verben im Deutschen
- Reflexive Verben: Verben mit Reflexivpronomen
- Trennbare Verben: Verben mit trennbaren Vorsilben
- Infinitiv: Die Grundform von Verben
Beliebte Artikel bei anderen Lesern
- Dativ oder Akkusativ: Verwendung, Formen und Satzstellung von Dativ und Akkusativ im Überblick.
- Dativ Akkusativ Übungen: Testen Sie Ihr Wissen zum Dativ und Akkusativ.
- Genitiv s bei Namen: Welche Funktion hat das Genitiv s und wie nutzen Sie es richtig?
- Präteritum sein haben: Die Formen von sein und haben in der Vergangenheit.
- Relativpronomen was wo: Relativsätze, bei denen was und wo als Relativpronomen steht.
- Indefinitpronomen: Pronomen, die bestimmte oder unbestimmte Mengen bezeichnen.
- Indirekte Rede: Wiedergeben, was jemand anderes gesagt hat.
- Tekamolo: Eine Eselsbrücke, mit der Sie sich die Reihenfolge von Ergänzungen in Sätzen leicht merken können.
Das Beste aus unserem Blog
- Deutsche Zungenbrecher: Die knackigsten Zungebrecher, um Ihre Aussprache zu testen.
- Deutsche Beleidigungen: 25 typisch deutsche Beleidigungen für alle Lebenslagen
- Deutsche Redewendungen: Alltägliche deutsche Redewendungen mit Beispielen und Bedeutung.
- Deutsche Dialekte: So klingt Deutsch in den unterschiedlichen Regionen Deutschlands.
- Stellungnahme schreiben: Äußern Sie Ihre Meinung fundiert zu einem Thema.
- Interpreation schreiben: Texte richtig interpretieren und die Interpretation strukturieren.
- Deutsche Sprichwörter: Typisch deutsche Sprichwörter, die Sie im Alltag oft hören.
Alle Standorte der DeutschAkademie
Weisen Sie mit einer telc Prüfung Ihre Sprachkenntnisse nach
telc Zertifikate sind bei fast allen Einrichtungen und Unternehmen als Nachweis Ihrer Deutschkenntnisse anerkannt. An der DeutschAkademie bieten wir Ihnen die telc B1 Prüfung und telc B2 Prüfung an vier verschiedenen Standorten an – inklusive den entsprechenden Vorbereitungskursen. Hier erfahren Sie mehr zur Vorbereitung: B1 Prüfungsvorbereitung telc und B2 Prüfungsvorbereitung telc.
Über die DeutschAkademie
Sprachschule mit 25 Jahren Erfahrung
Unsere erste Deutsch Sprachschule wurde 1999 in Wien gegründet. Seitdem haben wir acht weitere in ganz Deutschland eröffnet und bieten Menschen aus aller Welt interaktive, effektive Deutschkurse in kleinen Gruppen zu attraktiven Preisen.
Warum die DeutschAkademie? Heute lernen über 20.000 zufriedene Teilnehmende jährlich Deutsch an unseren Sprachschulen in Wien, Berlin, München, Hamburg, Frankfurt, Stuttgart, Köln, Leipzig und Düsseldorf oder online.
Welche Sprachniveaus bietet die DeutschAkademie an?
An der DeutschAkademie können Sie Deutschkurse auf allen Leveln besuchen: von A1 bis C2. Nachfolgend finden Sie weitere Informationen zu den einzelnen Niveaus und Standorten.