Zwielaute im Deutschen – zwei Vokale, die zu einem Laut verschmelzen
Auge, Bäume, Eis – diese drei Wörter haben etwas gemeinsam: Vokale darin bilden Zwielaute, auch Doppellaute oder Diphthonge genannt. Das Besondere an diesen Lauten ist, dass sie bei der Aussprache ineinander übergehen, sodass ein neuer Laut entsteht: au, eu, ei, äu, ai, oi oder ui.
Das Wichtigste im Überblick
- Zwielaute bestehen aus Vokal + Vokal oder aus Umlaut + Vokal.
- Die häufigsten Doppellaute im Deutschen sind au, eu, ei, äu und ai. Die Kombinationen oi und ui kommen dagegen seltener vor.
- Zwielaute werden gemeinsam in einer Silbe ausgesprochen. Wenn das nicht der Fall ist, handelt es sich um einen Hiatus.
Inhaltsverzeichnis
Hier erfahren Sie, wie Zwielaute gebildet, richtig ausgesprochen und geschrieben werden. Und wo die Unterschiede zu anderen Lauten im Deutschen liegen.
Was genau sind Zwielaute?
Ein Zwielaut besteht aus zwei Vokalen (a, e, i, o, u + Vokal) oder einem Umlaut und einem Vokal (ä, ö, ü + Vokal). Er wird auch als Doppellaut oder Diphthong bezeichnet und kommt in fast allen Wortarten vor. Das Besondere an Zwielauten ist ihre Aussprache: Sie werden nicht getrennt ausgesprochen, sondern verschmelzen zu einem einzigen, fließenden Laut – und zwar innerhalb derselben Silbe. Im Schriftlichen werden sie daher nicht getrennt.
Eine Schwierigkeit, vor allem für Sprachlernende: Als Laut gibt es nur vier Diphthonge, aber es gibt viel mehr unterschiedliche Schreibweisen. Manche werden also gleich ausgesprochen. Die bekanntesten Schreibweisen von Zwielauten im Deutschen sind ei, au, äu und eu. Seltener kommen ai, oi und ui vor.
Beispiele
au /aʊ̯
Auge, Baum, blau, bauen, Haus, laufen, Laut, Maus
eu, äu, oi /ɔʏ̯
Bäume, Boiler, Eule, freundlich, Heu, leuchtend, Mäuse, Roibuschtee, träumen
ei, ai /aɪ̯
Eis, frei, Hai, Laie, leihen, leise, Mai, mein, Reise, Stein, zwei
ui /ʊɪ̯
hui, pfui, Ruine
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Wie werden Zwielaute richtig ausgesprochen?
Für Deutschlernende ist die Aussprache von Zwielauten oft eine Herausforderung. Denn die beiden Laute bestehen zwar aus zwei Buchstaben, werden aber als nur ein Laut ausgesprochen.
Der Trick dabei: Der gleitende Laut entsteht, indem sich die Stellung der Lippen während des Sprechens verändert.
Nehmen wir das Wort „Laune“: Hierbei sprechen Sie nicht „La-une“, sondern verbinden „a“ und „u“ fließend, sodass ein neuer Laut entsteht: au. Auch schriftlich bildet der Zwielaut eine untrennbare Silbe: Lau-ne.
Tipp
Probieren Sie es selbst: Stellen Sie sich vor den Spiegel und sprechen Sie das Wort „Laune“ ganz langsam aus. Sie beginnen mit einem „a“ bei geöffnetem Mund und gleiten dann ohne Unterbrechung in ein „u“ mit zunehmend gespitzten Lippen. Sehen Sie, wie sich Ihre Lippen dabei bewegen?
Wie werden Zwielaute richtig geschrieben?
Laut ausgesprochen klingen manche Diphthonge gleich, obwohl sie unterschiedlich geschrieben werden. Aber wie erkennt man die richtige Schreibweise? Dafür gibt es einige wenige Regeln.
Tipp zur Unterscheidung äu, eu und oi
Die Zwielaute äu, eu und oi klingen beim Sprechen exakt gleich. Das kann knifflig sein, wenn man sie schreiben will. Oft hilft es, sich zu überlegen: Gibt es verwandte Wörter? Suchen Sie zum Beispiel den Wortstamm oder bei einem Plural die Form im Singular. Das funktioniert zwar nicht immer, aber manchmal kann es weiterhelfen.
Beispiel
Ist die richtige Schreibweise Meuse, Moise oder Mäuse? Suchen Sie die Singularform. Die heißt Maus, mit au. Also muss die Pluralform Mäuse heißen.
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Tipps zur Unterscheidung ei und ai
Auch die Zwielaute ei und ai klingen gleich. So werden sie in Begriffen wie Kreis oder Mais genau gleich ausgesprochen. Leider gibt es keine einfache Regel, die ihre korrekte Schreibweise erklärt. Aber einen Hinweis gibt es doch: Es gibt sehr viele Wörter, die mit ei geschrieben werden, dagegen eher wenige mit ai. Daher kann es sinnvoll sein, sich diejenigen mit ai als Ausnahme zu merken.
Manchmal gibt es übrigens sogar zwei Wörter, die exakt gleich klingen, deren Zwielaute jedoch unterschiedlich sind, sodass sie etwas anderes bedeuten.
Beispiel
- Seiten in einem Buch
- Saiten an Musikinstrumenten wie Gitarren oder Geigen
Zwielaute, Umlaute, Hiatus und Dehnungs-i – was unterscheidet sie?
Abschnitt 6/6
In der deutschen Sprache gibt es verschiedene Laute, mit denen die Zwielaute verwechselt werden können. Darunter Umlaute, Hiatus und Dehnungs-i. Eine kleine Übersicht macht es leichter, sie zu unterscheiden:
| Begriff | Beschreibung | Laute | Beispiele |
|---|---|---|---|
| Zwielaute | Kombination aus zwei Vokalen, die in einer Silbe fließend als ein neuer Laut ausgesprochen werden. | au, eu, ei, äu, ai, oi, ui | Maus, freundlich, Kreis |
| Umlaute | Veränderte Vokale, die durch e-Lautung aus a, o oder u entstehen. | ä, ö, ü | Käse, Öl, Müsli |
| Hiatus | Zwei Vokale stehen direkt hintereinander, werden aber getrennt ausgesprochen und gehören zu verschiedenen Silben. | i-a, a-o, e-i | Ru-ine,Cha-os, be-inhalten |
| Dehnungs-i | ie war früher auch mal ein Zwielaut. Heute dehnt es aber nur den einfachen Vokal ‚i‘. | ie | lieben, sie, Ziege |
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