Reflexivpronomen: mich oder mir, dich oder dir, sich, uns, euch, sich
Reflexivpronomen sind eine Untergruppe der Pronomen. Sie beziehen sich auf das Subjekt des Satzes zurück und machen deutlich, dass die Handlung auf die handelnde Person selbst zurückwirkt. Die Reflexivpronomen im Deutschen sind mich/mir, dich/dir, sich und uns, euch, sich.
Man verwendet Reflexivpronomen, wenn Subjekt und Objekt einer Handlung identisch sind. Welcher Kasus dabei richtig ist, hängt davon ab, wie viele Objekte es im Satz gibt. Wenn es keines gibt, benutzt man das Reflexivpronomen im Akkusativ: Ich wasche mich. Wenn es ein Akkusativobjekt gibt, benutzt man das Reflexivpronomen im Dativ: Ich wasche mir die Hände.
Das Wichtigste im Überblick
- Die Reflexivpronomen im Deutschen sind mich/mir, dich/dir, sich und uns, euch, sich
- Sie beziehen sich auf das Subjekt und ändern sich je nach Person
- Sie stehen im Akkusativ oder Dativ – je nachdem, ob es ein Akkusativobjekt im Satz gibt
- Reflexivpronomen gibt es nicht im Nominativ oder Genitiv
- Manche Verben sind immer reflexiv. Andere können sowohl reflexiv als auch nicht reflexiv gebraucht werden
Inhaltsverzeichnis
Deklination: Dativ oder Akkusativ?
Abschnitt 1/5
Im Deutschen werden Reflexivpronomen dekliniert. Je nach Kontext stehen sie im Akkusativ oder Dativ und müssen mit dem Subjekt kongruent sein. Im Nominativ und Genitiv gibt es sie nicht. Hier finden Sie eine Übersicht aller Formen der Reflexivpronomen und Beispiele.
| Person | Dativ | Akkusativ |
|---|---|---|
| 1. Person Singular | mir | mich |
| 2. Person Singular | dir | dich |
| 3. Person Singular | sich | sich |
| 1. Person Plural | uns | uns |
| 2. Person Plural | euch | euch |
| 3. Person Plural | sich | sich |
Hier finden Sie weitere Informationen zu Dativ und Akkusativ:
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Tipp
Reflexivpronomen kommen in Verbindung mit reflexiven Verben vor, also bei Verben, die ein Reflexivpronomen als Bestandteil haben. Lernen Sie die Verben am besten gleich mit dem Reflexivpronomen.
Reflexive Verben mit Akkusativ
Akkusativ wird verwendet, wenn das Reflexivpronomen das direkte Objekt ist, es also kein weiteres Akkusativobjekt gibt: Ich wasche mich.
Beispiele
mich
Ich sehe mich im Spiegel.
dich
Du freust dich auf den Besuch.
sich
Er erinnert sich gut an seine Kindheit.
uns
Wir interessieren uns für das Museum.
euch
Ihr langweilt euch hoffentlich nicht.
Hier finden Sie weitere Informationen zu Verben mit Akkusativ:
Reflexive Verben mit Dativ
Wenn es ein weiteres Akkusativobjekt im Satz gibt, benutzt man das Reflexivpronomen im Dativ: Ich wasche mir die Hände.
Beispiele
mir
Ich kaufe mir eine Zahnbürste.
dir
Warum lässt du dir so viel Zeit?
sich
Sie kocht sich abends gerne eine Suppe.
uns
Wir ziehen uns die Uniform an.
euch
Habt ihr euch ein neues Sofa gekauft?
Achtung: Das Akkusativobjekt muss sich auf das Verb beziehen, nicht auf eine Präposition. In dem Satz Ich ärgere mich über die Grammatik steht das Objekt Grammatik wegen der Präposition über im Akkusativ. Aber in Ich schneide mir die Haare beziehen sich das Reflexivpronomen und das Objekt Haare auf das Verb schneiden.
Hier finden Sie weitere Informationen zu Verben mit Dativ:
Reflexivpronomen: obligatorisch oder fakultativ?
Reflexivpronomen können in zwei grammatischen Funktionen auftreten: Sie sind entweder obligatorisch oder fakultativ. Das bedeutet: Manche Verben sind immer reflexiv, während andere sowohl reflexiv als auch nicht reflexiv gebraucht werden können.
Obligatorisch: mit echten reflexiven Verben
Einige Verben sind immer reflexiv. Das bedeutet, dass sie ein Reflexivpronomen benötigen, um eine korrekte Bedeutung zu haben. Ohne das Reflexivpronomen sind diese Verben nicht vollständig oder verändern ihre Bedeutung stark.
Beispiele
- sich bedanken: Wir bedanken uns für die Einladung.
- sich entscheiden: Sie entscheidet sich für einen Abendkurs.
- sich freuen: Ich freue mich auf den Urlaub.
- sich interessieren: Er interessiert sich für Kunst.
Fakultativ: mit reflexiv gebrauchten Verben
Manche Verben können sowohl mit als auch ohne Reflexivpronomen verwendet werden. Die reflexive Form betont, dass die Handlung sich auf das Subjekt selbst bezieht. In der nicht reflexiven Form gibt es meist ein Objekt, auf das die Handlung gerichtet ist.
Beispiele
| Verb | Reflexiv | Nicht reflexiv |
|---|---|---|
| sich anziehen | Er zieht sich eine Jacke an. | Er zieht dem Kind eine Jacke an. |
| sich legen | Sie legt sich ins Bett. | Sie legt das Buch auf den Tisch. |
| sich ärgern | Wir ärgern uns über den Stau. | Wir ärgern die Kinder mit unseren Scherzen. |
| sich setzen | Sie setzt sich auf den Stuhl. | Sie setzt das Kind auf den Stuhl. |
| sich drehen | Er dreht sich um. | Er dreht jeden Stein um. |
| sich waschen | Ich wasche mich. | Ich wasche das Geschirr. |
Hier finden Sie weitere Informationen zu Reflexivpronomen:
Keine Lust mehr auf Reflexivpronomen? Wie wäre es dann mit diesen Themen?
Handlung: reflexiv versus reziprok
Für etwas fortgeschrittene Deutschlernende gibt es zudem den Unterschied zwischen reflexiven und reziproken Handlungen. Eine reflexive Handlung bezieht sich nur auf das Subjekt selbst: Ich sehe mich. Eine reziproke Handlung beschreibt eine wechselseitige Beziehung zwischen mehreren Personen: Wir sehen uns jeden Tag (gegenseitig). In solchen Fällen wird gerne das Wort einander verwendet: Sie helfen einander.
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