Erörterung schreiben – sachlich und logisch argumentieren

Mit Argumenten überzeugen: Darum geht’s bei einer Erörterung. Die Erörterung ist eine der häufigsten Aufsatzformen im Deutschunterricht. Ein Thema oder eine Fragestellung wird dabei sachlich und strukturiert untersucht. Je nach Aufgabenstellung ist es das Ziel, die Lesenden von der eigenen Meinung zu überzeugen oder verschiedene Standpunkte darzulegen.

Was ist dabei wichtig? Eine Erörterung trainiert die Fähigkeit, Strukturen zu erkennen, Belege zu recherchieren und auf dieser Grundlage sachlich und logisch zu argumentieren. In der Umsetzung kann sie frei, linear oder dialektisch sein.

Und so gehen Sie beim Schreiben einer Erörterung vor: Zuerst bereiten Sie sich vor. Sie lesen sich ins Thema ein, sammeln Informationen, Argumente und Beispiele. Danach machen Sie eine Gliederung. Die Gliederung besteht meistens aus Einleitung, Hauptteil und Schluss – mit logischer Argumentationsfolge. Erst danach schreiben Sie. Dabei nutzen Sie Ihre Notizen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Erörterung argumentiert sachlich zu einem bestimmten Thema, ob auf Basis von Texten oder frei. Dabei geht es um Fakten, Logik und Beispiele.
  • Formal besteht eine Erörterung aus Einleitung, Hauptteil und Schluss.
  • Sie kann im Aufbau frei, linear oder dialektisch sein.
  • Ziel ist es, die Lesenden oder Zuhörenden zu überzeugen oder verschiedene Standpunkte zu zeigen.
  • Vor dem Schreiben steht die Vorbereitung: Aufgabe genau lesen, Informationen sammeln und erste Ideen notieren.

In diesem Blogbeitrag zeigen wir Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie im schulischen Kontext eine Erörterung schreiben. Und wir erklären, was alles dazugehört. Hier ein Überblick:

Was ist eine Erörterung? Aufgabe und Ziel

Eine Erörterung kommt häufig als Aufsatz im Schulunterricht vor, meist in den Fächern Deutsch, Politik oder Ethik. Sie dient dazu, eine bestimmte Fragestellung, These oder Problemstellung sachlich und strukturiert zu diskutieren. Dabei kommt es nicht nur auf die inhaltliche Qualität der Argumente an, sondern auch auf eine klare Struktur, sprachliche Präzision und Überzeugungskraft.

Für Sie geht es also darum, Argumente zu finden, sie logisch zu ordnen und zu einem nachvollziehbaren Fazit zu gelangen. Auch wenn Sie laut Aufgabenstellung eine persönliche Meinung vertreten sollen, sollte der Text objektiv und neutral bleiben. Vermeiden Sie pauschale Bewertungen und emotionale Aussagen, sondern begründen Sie mit Fakten, Beispielen oder logischen Schlussfolgerungen, warum etwas sinnvoll oder eher problematisch sein könnte.

Typen der Erörterung

Es gibt drei Hauptarten der Erörterung, die je nach Aufgabenstellung zum Einsatz kommen.

  • Lineare Erörterung: Bei dieser Art der Erörterung wird nur eine Position klar vertreten. Ziel ist es, die Lesenden von einer bestimmten These zu überzeugen. In diesem Fall sollten Sie die Argumente nach ihrer Überzeugungskraft ordnen – vom schwächsten hin zum stärksten Argument.
  • Dialektische Erörterung: In dieser abwägenden Erörterung werden Pro- und Contra-Argumente einander gegenübergestellt, um auf dieser Grundlage ein Fazit zu schreiben. Sie wird meist eingesetzt, wenn ein Thema kontrovers ist und es daher wichtig ist, verschiedene Perspektiven zu betrachten. In diesem Fall beginnen Sie mit den stärksten Gegenargumenten, entkräften diese anschließend mit überzeugenden Pro-Argumenten und stellen am Ende Ihre eigene Meinung dar.
  • Freie Erörterung: In der freien Erörterung geht es um den kreativen Umgang mit einem Thema, oft mit persönlicher Note. Im Aufbau folgt sie keinem starren Schema, ist aber trotzdem logisch und nachvollziehbar.

Vorbereitung

Bevor es ans Schreiben der Erörterung geht, ist es nützlich, sich vorzubereiten. Das sind die wichtigsten Schritte:

  • Aufgabenstellung beachten: Es ist wichtig, das Thema sowie Umfang und Format der gewünschten Erörterung wirklich zu verstehen. Lesen Sie daher die Aufgabenstellung sorgfältig durch und machen Sie sich erste Notizen zu den wichtigsten Punkten.
  • Lesen, unterstreichen, markieren: Klingt etwas banal, ist aber wirklich wichtig: Falls es einen oder mehrere Texte gibt, auf deren Basis Sie die Fragestellung erörtern sollen: Lesen Sie sie sorgsam. Mehrmals. Beim ersten Mal, um einen Überblick zu gewinnen – worum geht es überhaupt? Danach: Markieren Sie alles Wichtige zur Fragestellung, vor allem: Welche Argumente gibt es in den Texten?
  • Argumente finden und ordnen: Und nun geht’s ans Recherchieren und/oder Reflektieren: Überlegen Sie sich Pro- und Contra-Argumente zur Fragestellung oder zur These: Was spricht dafür, was spricht dagegen? Schreiben Sie Stichpunkte dazu auf. Und sortieren Sie die Argumente nach ihrer Relevanz und Überzeugungskraft.
  • Eigene Meinung oder These formulieren: Und was ist Ihre eigene Meinung dazu? Schreiben Sie sie auf.
  • Beispiele finden: Achten Sie darauf, dass die Argumente nicht nur subjektive Meinungen sind, sondern auf Fakten, Beispielen oder logischen Schlüssen beruhen. Gibt es zum Beispiel Statistiken dazu? Und welche Erfahrungen haben Sie selbst mit dem Thema gemacht? Beispiele veranschaulichen das Thema nicht nur, sondern machen die Argumentation zudem nachvollziehbar.

Einleitung schreiben

Worum geht’s? Die Einleitung einer Erörterung soll Interesse wecken, ins Thema einführen und die Fragestellung oder These klar formulieren. Beginnen Sie zum Beispiel mit einer aktuellen Statistik, einem Zitat oder einer provokanten Frage, um die Relevanz des Themas zu betonen.

Tipp

Halten Sie sich nicht zu lange mit der Einleitung auf, damit Ihnen genügend Zeit für das Schreiben des Hauptteils bleibt. Es kann auch sinnvoll sein, die Einleitung erst ganz am Ende zu schreiben: Denn erst dann haben Sie ja den kompletten Überblick und wissen genau, wie Sie argumentiert haben.

Hauptteil schreiben

Der Hauptteil ist das Herzstück einer Erörterung, denn hier geht’s ums eigentliche Argumentieren. Sie nehmen dafür die Argumente aus Ihrer Vorbereitung zu den verschiedenen Standpunkten oder Meinungen zum Thema und formulieren sie aus. Jedes Argument sollte in einem eigenen Absatz stehen und durch Beispiele, Fakten oder Zitate unterstützt werden. So wird die Argumentation nachvollziehbar.

Die Art der Erörterung bestimmt dabei, wie Sie die Argumente anordnen:

  • Bei einer linearen Erörterung führen Sie die Lesenden Schritt für Schritt zu Ihrer Schlussfolgerung – vom schwächsten hin zum stärksten Argument.
  • Bei einer dialektischen Erörterung beginnen Sie meist mit den stärksten Gegenargumenten, widerlegen diese und enden mit einer Abwägung, die Ihre eigene Position unterstreicht.

Worauf sollten Sie dabei achten?

  • Ihre Argumente sollten logisch aufeinander aufbauen. Nutze Sie auch Überleitungen, um den Lesenden einen sogenannten roten Faden zu geben.
  • Verwenden Sie Fakten, Statistiken oder Zitate, um Ihre Aussagen zu stärken. Emotionale Argumente können zwar wirksam sein, sollten aber eher selten zum Einsatz kommen.
  • Formulieren Sie klar und sachlich. Vermeiden Sie Umgangssprache und achten Sie auf vollständige Sätze. Formulierungen wie darüber hinaus oder zudem, andererseits, allerdings oder zusammenfassend dienen als Konnektoren. Sie helfen dabei, Ihre Gedanken und Argumente miteinander zu verbinden und den Text flüssig zu gestalten.

Schluss schreiben

Der Schluss Ihrer Erörterung ist besonders wichtig, denn er sollte den Lesenden im Gedächtnis bleiben. Hier fassen Sie die wichtigsten Argumente kurz zusammen und beantworten die Frage aus der Einleitung. Wiederholen Sie dabei nicht einfach den Hauptteil, sondern zeigen Sie noch einmal deutlich Ihre Position oder Lösung.

Sie können auch Ihre persönliche Meinung einbringen oder einen kurzen Ausblick geben, der zum Weiterdenken anregt. Fügen Sie aber keine neuen Argumente mehr hinzu, sondern ziehen Sie eine klare Schlussfolgerung.

Überarbeiten und korrigieren

Nach dem Schreiben ist es wichtig, die Stellungnahme zu überarbeiten und zu korrigieren. Lesen Sie Ihren Text mehrmals durch. Achten Sie dabei auf folgende Punkte:

  • Fehlt nichts?
  • Gibt es Wiederholungen, die Sie streichen können?
  • Haben Einleitung, Hauptteil und Schluss die richtige Länge?
  • Ist das Thema klar eingegrenzt?
  • Bauen die Argumente logisch aufeinander auf? Ist ein roter Faden erkennbar?
  • Jedes Argument mit Beispiel und Fakten untermauert?
  • Ist der Text gut verständlich?
  • Sind die Sätze und Formulierungen abwechslungsreich?
  • Ist das Fazit klar und sachlich?
  • Sind Rechtschreibung, Grammatik und Zeichensetzung korrekt?

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