Leserbrief schreiben – alle wichtigen Schritte

Haben Sie schon mal einen Leserbrief gelesen oder selbst geschrieben? Meist sind Leserbriefe auf einer speziellen Seite einer Print-Zeitung oder eines Magazins abgedruckt. Dabei handelt es sich um einen Brief, in dem eine Person die eigene Position oder Meinung zu einem aktuellen Zeitungsartikel wiedergibt, möglichst sachlich. Einen Leserbrief zu schreiben, ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz auch häufig Teil des Deutschunterrichts – oft als Aufgabe in Klausuren oder Hausarbeiten.

Was ist dabei wichtig? Mit dem Schreiben eines Leserbriefs üben Sie im Deutschunterricht, eine eigene Position oder Meinung klar auszudrücken und Argumente sinnvoll zu begründen. Und zwar, indem Sie die Argumente in einem journalistischen Artikel kritisch beleuchten und dann kommentieren, widerlegen, bestärken oder ergänzen.

Und so gehen Sie beim Schreiben eines Leserbriefs vor: Zuerst bereiten Sie sich vor. Sie lesen den Artikel, um den es gehen soll. Dabei arbeiten Sie die Position der Autorin oder des Autors zum Thema heraus, hinterfragen sie kritisch und suchen Argumente und Beispiele für und gegen die vertretene Position. Auf dieser Grundlage bilden Sie eine eigene Meinung zum Thema. Danach machen Sie eine Gliederung. Die Gliederung besteht meistens aus Einleitung, Hauptteil und Schluss – mit klaren Unterpunkten. Erst danach schreiben Sie. Dabei nutzen Sie Ihre Notizen und Markierungen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Leserbrief gibt eine eigene Position zu einem aktuellen Zeitungsartikel wieder.
  • Dafür beleuchtet er die Aussagen des journalistischen Artikels kritisch ˗ um sie zu kommentieren, zu widerlegen, zu bestärken oder zu ergänzen.
  • Die Argumentation erfolgt sachlich und anhand von Beispielen.
  • Formal besteht ein Leserbrief, neben seiner brieflichen Struktur, aus Einleitung, Hauptteil und Schluss.
  • Vor dem Schreiben steht die Vorbereitung: Aufgabe und Ursprungstext genau lesen, Wichtiges markieren, erste Ideen notieren.

In diesem Blogbeitrag zeigen wir Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie einen überzeugenden Leserbrief schreiben. Und wir erklären, was alles dazugehört. Hier ein Überblick:

Was ist ein Leserbrief? Aufgabe und Ziel

Ein Leserbrief bezieht sich konkret auf einen Artikel in den Medien. Leser:innen wenden sich damit an die Redaktion, um Kritik zu üben, Unterstützung auszudrücken oder eine Information zu ergänzen.

Einen Leserbrief zu schreiben, ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz häufig Teil des Deutschunterrichts – oft als Aufgabe in Klausuren oder Hausarbeiten. Schüler:innen sollen dabei eine eigene Position oder Meinung ausdrücken und Argumente sinnvoll begründen. Dabei lernen sie, die Aussagen eines Artikels zu analysieren, zu bewerten und mit der eigenen Meinung in Beziehung zu setzen: Sie können zustimmen, widersprechen, ergänzen oder neue Aspekte einbringen.

Vorbereitung

Bevor es ans Schreiben des Leserbriefs geht, ist es nützlich, sich vorzubereiten. Das sind die wichtigsten Schritte:

  • Aufgabenstellung beachten: Lesen Sie die Aufgabenstellung sorgfältig durch: Steht da, dass Sie eine eigene Meinung vertreten sollen? Oder ist vorgegeben, ob Sie widersprechen, zustimmen oder ergänzen sollen? Manchmal wird das Schreiben eines Leserbriefs auch mit anderen Aufgabentypen verknüpft, wie Vergleich, Analyse oder Zusammenfassung.
  • Lesen, unterstreichen, markieren: Klingt etwas banal, ist aber wirklich wichtig: Lesen Sie den Artikel, um den es geht, sorgsam. Mehrmals. Beim ersten Mal, um einen Überblick zu gewinnen – worum geht es überhaupt? Danach: Unterstreichen Sie. Markieren Sie alles, was Ihnen zum Thema auffällt – vor allem Argumente, Beispiele, Meinungen.
  • Meinung oder Position im Artikel erkennen: Machen Sie sich Notizen. Schreiben Sie in Stichpunkten die wichtigsten Aussagen und Argumente des Artikels auf.
  • Eigene Argumente sammeln: Sammeln Sie weitere Fakten und Argumente zum Thema. Wägen Sie Pro und Contra gut ab, bevor Sie eine eigene Position beziehen. Tipp: Übersichtlich gelingt das in einer Tabelle.
  • Beispiele und Belege suchen: Dann überlegen Sie passende Beispiele, mit denen Sie Ihre Argumente noch deutlicher machen können. Das können auch konkrete Situationen oder persönliche Erfahrungen sein. Wichtig ist, dass die Beispiele die Position sachlich und nachvollziehbar begründen.
  • Lösungen vorschlagen: Eventuell können Sie auch Ideen einbringen und Lösungen vorschlagen. Dabei immer konstruktiv und sachlich bleiben.
  • Strukturieren: Ein Leserbrief besteht in der Regel, wie die meisten Aufsätze und Hausarbeiten, aus drei Teilen: Einleitung, Hauptteil und Schluss. Im Hauptteil müssen Argumente, Beispiele und Position so angeordnet werden, dass sie beim Lesen logisch nachvollziehbar sind. Zudem gibt es einige formale Merkmale zu beachten.

Struktur eines Leserbriefs

Hier eine Übersicht, wie ein Leserbrief in der Regel gegliedert ist:

  • Briefkopf: Enthält Absenderdaten (Name, Adresse) und Datum, optional den Adressaten (Redaktion oder Autor:in).
  • Betreff: Kurzfassung des Themas, z. B. „Stellungnahme zum Artikel [Titel] vom [Datum]“, damit die Redaktion das schnell einordnen kann
  • Überschrift (meist optional): Eine prägnante, themenbezogene Überschrift, die sofort deutlich macht, worum es geht
  • Anrede: In der Schule und bei formellen Lesebriefen mit „Sehr geehrte Redaktion“ oder „Sehr geehrte:r Frau/Herr [Nachname]“
  • Einleitung: Bezugnahme auf den Artikel (Titel, Datum, Thema) und Grund für die Kontaktaufnahme
  • Hauptteil: Darstellung der eigenen Meinung mit Argumenten, persönlicher Relevanz, Bezug zum Artikel und unterstützenden Beispielen oder Fakten
  • Zusammenfassung: Knappe Wiederholung der zentralen Argumente
  • Schluss: Formulierung eines Wunsches oder einer Lösungsidee
  • Grußformel + Unterschrift: Höfliche Verabschiedung

Einleitung schreiben

Worum geht’s? In der Einleitung erklären Sie, auf welchen Artikel Sie sich beziehen und warum Sie sich dazu äußern.

  • Infos zum Artikel: Teilen Sie den Lesenden mit, auf welchen Text Sie sich beziehen. Nennen Sie Titel, Art des Textes (z. B. Kommentar, Bericht oder Glosse), Thema und Veröffentlichungsdatum sowie die Rubrik (z. B. Kultur, Politik, Lokales oder Sport).
  • Hauptaussage: Fassen Sie kurz zusammen, worum es im Artikel geht – ein bis zwei Sätze genügen. Und wollen Sie der Autorin oder dem Autor zustimmen, ihr oder ihm widersprechen oder nur etwas ergänzen? Damit das schon hier klar wird, heben Sie am besten den Abschnitt hervor, der Sie besonders angesprochen oder zum Widerspruch bewegt hat.

Hauptteil schreiben

Im Hauptteil Ihres Leserbriefs erklären Sie genauer, warum Sie auf den Artikel reagieren. Auf welche konkreten Aussagen oder Passagen beziehen Sie sich? Beginnen Sie mit einem Satz, der zeigt, warum das Thema für Sie wichtig ist. Was hat Sie veranlasst, zu antworten – Zustimmung, eine andere Meinung dazu oder ein bestimmter Aspekt, auf den Sie tiefer eingehen möchten? Vielleicht betrifft es Sie auch persönlich, oder Sie haben besondere Erfahrungen damit?

Dann stellen Sie Ihre Position oder Meinung dar. Gehen Sie auf die Argumente des Autors ein. Erklären Sie, warum Sie diese richtig oder falsch finden. Sachlich. Was bewerten Sie positiv oder negativ? Stimmen Sie dem Autor zu? Oder sehen Sie die Dinge anders? Begründen Sie Ihre Sichtweise mit Fakten, Beispielen oder eigenen Erfahrungen. Fangen Sie mit Ihrem wichtigsten Argument an.

Beenden Sie den Hauptteil mit einer Bitte oder einem Wunsch an die Autorin oder den Autor – etwa nach einer tiefergehenden Diskussion oder einer Korrektur.

Wichtig für den Stil ist: Schreiben Sie sachlich und freundlich. Verwenden Sie kurze, klare Sätze und bleiben Sie beim Thema. Vermeiden Sie pauschale Aussagen oder Vorwürfe.

Schluss schreiben

Der Schluss kann knapp ausfallen. Ziel ist es, ein Fazit aus den Argumenten des Hauptteils zu ziehen. Das bedeutet: Sie fassen in ein bis zwei Sätzen Ihre Argumente zusammen und formulieren einen Wunsch oder Lösungen für das Problem. Dann noch Grußformel und Unterschrift – fertig.
Naja, fast ...

Überarbeiten und korrigieren

Nach dem Schreiben ist es wichtig, den Leserbrief zu prüfen und gegebenenfalls zu korrigieren. Lesen Sie ihn mehrmals durch. Achten Sie dabei auf folgende Punkte:

  • Fehlt nichts?
  • Gibt es Wiederholungen, die Sie streichen können?
  • Haben Einleitung, Hauptteil und Schluss die richtige Länge?
  • Sind alle formalen Aspekte wie Anrede und Grußformeln korrekt umgesetzt?
  • Bauen die Argumente logisch aufeinander auf? Roter Faden erkennbar?
  • Ist der Text gut verständlich?
  • Ist der Brief höflich und sachlich formuliert?
  • Sind die Sätze und Formulierungen abwechslungsreich?
  • Ist das Fazit klar und sachlich?
  • Sind Rechtschreibung, Grammatik und Zeichensetzung korrekt?

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