Vergleich schreiben – alle wichtigen Schritte
Aufbau, sprachliche Mittel, Wirkung bei den Lesenden – Texte können sich in vielerlei Aspekten unterscheiden. Und genau darum geht’s beim Vergleich von Texten: Ein Vergleich stellt zwei oder mehrere Texte einander gegenüber. In der Regel sind das Sachtexte oder literarische Werke wie Gedichte, Erzählungen oder Romane. Einen Vergleich zu schreiben, ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz ein wichtiger Teil im Deutschunterricht – oft als Aufgabe in Klausuren oder auch im Abi.
Was ist dabei wichtig? Wenn Sie einen Vergleich schreiben, geht es nicht darum, die Texte nur zu beschreiben. Ziel ist es, Gemeinsamkeiten und Unterschiede herauszuarbeiten. Genauer: zu zeigen, wie die Texte ein bestimmtes Thema, Motiv oder eine Fragestellung auf unterschiedliche oder ähnliche Weise behandeln. Meist steht schon in der Aufgabenstellung, welche Fragen und Aspekte besonders zu beachten sind. Zum Beispiel: Welche sprachlichen Mittel verwenden die Texte? Wie ist der Aufbau? Welche Botschaft oder Wirkung sollen sie bei den Lesenden erzielen?
Und so gehen Sie beim Schreiben eines Vergleichs vor: Zuerst bereiten Sie sich vor. Sie lesen die Texte, versuchen sie zu verstehen und analysieren sie. Danach machen Sie eine Gliederung. Die Gliederung besteht meistens aus Einleitung, Hauptteil und Schluss – mit klaren Unterpunkten. Erst danach schreiben Sie. Dabei nutzen Sie Ihre Notizen und Markierungen.
Das Wichtigste in Kürze
- Bei einem Textvergleich arbeiten Sie die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zweier oder mehrerer Texte heraus.
- Dabei geht es um formale, inhaltliche und sprachliche Aspekte.
- Drei Kombinationen sind möglich: Vergleich von literarischen Texten, Vergleich von Sachtexten oder beide miteinander.
- Ein Textvergleich kann auch im Aufbau unterschiedlich sein: linear oder aspektorientiert.
- Formal besteht ein Vergleich aus Einleitung, Hauptteil und Schluss.
- Vor dem Schreiben steht die Vorbereitung: Aufgabe und Text genau lesen, Wichtiges markieren, erste Ideen notieren.
- Schreiben Sie im Präsens.
In diesem Blogbeitrag zeigen wir Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie einen guten Vergleich schreiben. Und wir erklären, was alles dazugehört. Hier ein Überblick:
- Was ist ein Vergleich? Aufgabe und Ziel
- Welche Art von Texten vergleichen Sie?
- Welche Aspekte vergleichen Sie – sprachlich, formal, inhaltlich?
- Wie bauen Sie den Vergleich auf – linear oder aspektorientiert?
- Vorbereitung
- Einleitung schreiben
- Hauptteil schreiben
- Schluss schreiben
- Überarbeiten und korrigieren
Was ist ein Vergleich? Aufgabe und Ziel
Einen Vergleich zu schreiben, ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz ein wichtiger Teil im Deutschunterricht – oft als Aufgabe in Klausuren oder auch im Abi. Ziel ist es, Gemeinsamkeiten und Unterschiede herauszuarbeiten und zu beschreiben. Genauer: zu zeigen, wie die Texte ein bestimmtes Thema, Motiv oder eine Fragestellung unterschiedlich oder ähnlich behandeln.
Ein Vergleich trainiert Sie also darin, Texte bis in die Tiefe zu verstehen, das Analysieren zu üben und Ihre Ergebnisse klar, sachlich und strukturiert zu formulieren.
Welche Art von Texten vergleichen Sie?
Ein Vergleich stellt zwei oder mehrere Texte oder Textauszüge einander gegenüber. Meistens handelt es sich um Sachtexte oder literarische Werke wie Gedichte, Erzählungen oder Romane. In Klausuren geht es meist um diese drei Kombinationen verschiedener Textarten:
- Zwei oder mehrere literarische Texte oder Textauszüge: zum Beispiel Gedicht + Gedicht, Gedicht + Erzähltext, Erzähltext + Erzähltext
- Zwei oder mehrere Sachtexte: zum Beispiel Infografik + Informationstext, Zeitungsartikel + Begriffserläuterung, Infotext + Infotext
- Sachtext und literarischer Text: zum Beispiel Begriffserläuterung + Erzähltext, Zeitungsartikel + Gedicht
Welche Aspekte vergleichen Sie?
Meist gibt die Aufgabenstellung vor, welche Fragen und Aspekte beim Vergleich besonders zu beachten sind ˗ sprachlich, formal, inhaltlich.
Beispiel:
Oft ist die Aufgabe in folgendem Muster formuliert: „Vergleichen Sie die beiden Texte A und B im Hinblick auf den Aspekt XY.“
Vielleicht sind Sie aber auch frei darin, welche Aspekte Sie beleuchten wollen. Dabei können folgende Fragen wichtig sein:
- Formal: Welche äußeren Merkmale ähneln oder unterscheiden sich? Wie ist der Aufbau der Texte?
- Sprachlich und stilistisch: Welche sprachlichen Mittel verwenden die Autor:innen? Sind die Sätze lang oder kurz, knapp oder reich an Metaphern? Welche Atmosphäre erzeugen die Texte? Sind sie eher sachlich, objektiv, wertfrei oder spiegeln sie persönliche Erfahrungen oder Meinungen wider?
- Inhaltlich: Worum geht es thematisch? Geht es um gleiche oder unterschiedliche Informationen zum selben Thema? Bringen die Autor:innen gegensätzliche oder ähnliche Gedanken, Thesen oder Positionen zum Ausdruck? Welche Botschaft oder Wirkung soll bei den Lesenden erzielt werden?
Welche Aspekte Sie besonders beachten, hängt natürlich auch von den jeweiligen Textarten ab. Sachtexte und Gedichte beispielsweise unterscheiden sich meist formal und sprachlich sehr stark.
Wie bauen Sie den Vergleich auf ˗ linear oder aspektorientiert?
Ein Textvergleich kann auch im Aufbau unterschiedlich sein: linear oder aspektorientiert. Manchmal gibt die Aufgabenstellung die gewünschte Variante vor. Wenn das nicht der Fall ist, können Sie selbst wählen:
- Linear: Sie untersuchen zuerst den einen Text, danach den anderen. Diese Methode bietet eine klare Struktur, kann aber zu Wiederholungen führen.
- Aspektorientiert: Sie untersuchen die Texte im Wechsel. Diese Methode ermöglicht es, die Aspekte direkt gegenüberzustellen. Da Sie also zwischen den Texten hin- und herspringen, müssen Sie aufpassen, den Überblick nicht zu verlieren.
Vorbereitung
Bevor es ans Schreiben des Vergleichs geht, ist es nützlich, sich vorzubereiten. Das sind die wichtigsten Schritte:
- Aufgabenstellung beachten: Bevor Sie mit dem Schreiben beginnen, ist es wichtig, das Thema und die gewünschten Aspekte des Vergleichs wirklich zu verstehen. Lesen Sie daher die Aufgabenstellung sorgfältig durch und machen Sie sich erste Notizen zu den wichtigsten Punkten – siehe auch die Informationen zu den Punkten oben.
- Lesen, unterstreichen, markieren: Klingt etwas banal, ist aber wirklich wichtig: Lesen Sie die Texte sorgsam. Mehrmals. Beim ersten Mal, um einen Überblick zu gewinnen – worum geht es überhaupt? Danach: Unterstreichen Sie. Markieren Sie alles, was Ihnen auffällt – Gemeinsamkeiten und Unterschiede, Thesen, Metaphern, und vieles mehr.
- Gemeinsamkeiten und Unterschiede finden: Machen Sie sich Notizen. Schreiben Sie Stichpunkte zu Unterschieden und Gemeinsamkeiten der Texte auf: formale, inhaltliche und sprachliche Aspekte.
Linear oder aspektorientiert? Treffen Sie eine Entscheidung und ordnen Sie Ihre Notizen entsprechend. - Strukturieren: Ein Vergleich besteht in der Regel, wie die meisten Aufsätze und Hausarbeiten, aus drei Teilen: Einleitung, Hauptteil und Schluss. Überlegen Sie sich zudem eine Struktur, nach der Sie den Hauptteil aufbauen möchten. Diese Struktur muss nicht der chronologischen Reihenfolge in den Texten folgen. Sondern so, dass Ihre Stichpunkte eine logisch sinnvolle Reihenfolge ergeben – ob linear oder aspektorientiert.
Tipp
Oft hilft es, zu visualisieren. Machen Sie eine Tabelle zu den Unterschieden und Gemeinsamkeiten. Oder malen Sie Pfeile in Ihren Notizen, um Zusammenhänge sichtbar zu machen.
Einleitung schreiben
Worum geht’s? In der Einleitung stellen Sie die zu vergleichenden Texte und das Ziel Ihres Vergleichs kurz vor. Dazu gehört, dass Sie kurz folgende Punkte nennen:
- Textarten, Titel, Auto:innen der Texte, Datum, Erscheinungsjahre und -orte sowie ggf. die Quelle der Texte
- Inhalt und Aufbau, Themen und Motive der zu vergleichenden Texte
Und wichtig: Schreiben Sie im Präsens.
Tipp
Halten Sie sich nicht zu lange mit der Einleitung auf, damit Ihnen genügend Zeit für das Schreiben des Hauptteils bleibt. Es kann auch sinnvoll sein, die Einleitung erst ganz am Ende zu schreiben: Denn erst dann haben Sie ja den kompletten Überblick und wissen genau, wie Sie argumentiert haben.
Hauptteil schreiben
Der Hauptteil ist der wichtigste Teil. Hier formulieren Sie die Ergebnisse Ihres Vergleichs. Entweder linear oder aspektorientiert – also beide Texte nacheinander oder abwechselnd nach Aspekten sortiert, siehe oben.
- Nehmen Sie Ihre Struktur sowie die Markierungen und Stichpunkte aus der Vorbereitung und formulieren Sie alles aus.
- Manchmal kann es hilfreich sein, stichpunktartig einen ersten Entwurf zu schreiben, den Sie erst in einem zweiten Schritt ausformulieren. Dabei aber immer im Blick behalten, dass genügend Zeit bleibt.
- Gehen Sie ausführlich auf die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den Texten ein. Wichtig ist, dass Sie nicht nur auflisten, sondern auch erläutern, warum die beschriebenen Unterschiede oder Ähnlichkeiten interessant sind ˗ zum Beispiel, welche Wirkung das jeweils hat.
- Achten Sie auf sprachliche logische Übergange zwischen den einzelnen Absätzen und fügen Sie inhaltlich passende Zwischenüberschriften ein.
Tipp
Je nach Textart können verschiedene Kriterien in den Vordergrund rücken: Bei literarischen Texten beispielsweise sollen Unterschiede oft auch anhand der Epochen und der gesellschaftlichen Umstände eingeordnet werden, in denen sie entstanden sind. Bei Sachtexten kann es stärker darum gehen, auf die Schlüssigkeit der Argumentation zu achten. Bei Gedichten kann es dagegen mehr um Versmaß und Sprache gehen.
Schluss schreiben
Im Schlussteil fassen Sie zusammen, ob die Texte sich eher ähneln oder unterscheiden. Und Sie ziehen ein Fazit. Sachlich.
Überarbeiten und korrigieren
Nach dem Schreiben ist es wichtig, den Essay zu überarbeiten und zu korrigieren. Lesen Sie ihn mehrmals durch. Achten Sie dabei auf folgende Punkte:
- Fehlt nichts?
- Gibt es Wiederholungen, die Sie streichen können?
- Haben Einleitung, Hauptteil und Schluss die richtige Länge?
- Ist die lineare oder aspektorientierte Vorgehensweise konsequent durchgehalten?
- Bauen die Argumente logisch aufeinander auf? Roter Faden erkennbar?
- Ist der Text gut verständlich?
- Sind die Sätze und Formulierungen abwechslungsreich?
- Ist das Fazit klar und sachlich?
- Sind Rechtschreibung, Grammatik und Zeichensetzung korrekt?
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- Leserbrief schreiben: Feedback zu einem Artikel an eine Zeitung oder ein Magazin schreiben.
- Stellungnahme schreiben: Äußern Sie Ihre Meinung fundiert zu einem Thema.
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