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Subjektive Bedeutung der Modalverben

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Online-Lehrerin-Anna

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Eine Frage daraus zu Ihrem Thema:


Subjektive Bedeutung der Modalverben

Die Modalverben haben nicht nur ihre "normale" Bedeutung, sondern können auch eine subjektive Bedeutung haben.
Man unterscheidet zwischen der Bedeutung von Vermutungen und deren Grad der Wahrscheinlichkeit.

müssen: Drückt einen hohen Wahrscheinlichkeitsgrad aus: Der Unfall muss heute Nacht passiert sein. = Der Unfall ist sicher heute Nacht passiert. (Heute Morgen haben Passanten das zerstörte Auto neben der Strasse gesehen.)

mögen:  Drückt eine Vermutung aus: Sandra mag schon 30 Jahre alt sind. = Wahrscheinlich ist Sandra schon 30. (So alt sieht sie nämlich schon aus.)

können: Drückt eine Ungewissheit aus: Herr Müller kann schon früher nach Hause gegangen sind. = Herr Müller ist nicht mehr da. (Vielleicht ist er schon zuhause?)

dürfte: Das Modalverb „dürfen“ erscheint mit subjektiver Bedeutung nur im Konjunktiv Präteritum und drückt eine Wahrscheinlichkeit aus: Hans dürfte nicht zu spät kommen. = Hans ist rechtzeitig weggegangen und wird wahrscheinlich pünktlich beim Meeting sein.

sollen: Jemand vermutet etwas über jemand anderen. Hier kann nie die 1. Person gebraucht werden: Ilse soll 40 Jahre lang geraucht haben. = Man weiß nicht, ob und wie lange Ilse wirklich geraucht hat; es wird nur vermutet.

wollen: Die Aussage ist eher unwahrscheinlich: Gerda will gestern im Wald einen Bären gesehen haben. = Gerda hat erzählt, dass sie einen Bären gesehen hat, aber das glaubt ihr niemand.
 
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« Last Edit: November 08, 2020, 06:13:29 PM by Online-Lehrerin-Anna »
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Online-Lehrerin-Anna

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Thema: Subjektive Bedeutung von Modalverben
Unterthema: Bedeutung der Modalverben im subjektiven Gebrauch - B2

   Herr Müller ... doch die Stelle nicht neu besetzt haben, ohne mich vorher zu fragen! (sehr sicher)
      soll
      kann
      muss
      will

Erklärung:
Hallo!

Bei der subjektiven Bedeutung der Modalverben geht es darum, dass die Modalverben noch eine zweite Bedeutung haben.
Das Modalverb "können" (wie hier im Beispiel) kann ausdrücken, dass eine Aussage sehr sicher zu trifft. Also, für unser Beispiel: Herr Müller hat ziemlich sicher eine Stelle neu besetzt und hat mich nicht gefragt. Ich bin entsetzt, dass er mich nicht gefragt hat und kann es nicht glauben.
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Thema: Subjektive Bedeutung von Modalverben
Unterthema: Bedeutung der Modalverben im subjektiven Gebrauch - B2

   Er weiß, dass es sehr seltsam aussehen ..., wenn er bei Minusgraden ohne Schuhe durch die Straßen spaziert, aber er ist ein Naturfreak. (eventuell möglich)
      mag
      soll
      will
      kann

Frage:
gut gewaehlter satz, ich habe 'kann' angekreuzt, denn der HS lautet 'ich weiss'

Erklärung:
Danke! ;-)
In diesem Satz ist es so, dass "es mag aussehen..." bei uns schon fast als eine komplette Phrase fungiert.
Ich würde gefühlsmäßig "kann" fast schon als Hauptdefinition von diesem Modalverb verwenden und nicht erst in subjektiver Bedeutung.

Liebe Grüße, Anna
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Thema: Subjektive Bedeutung von Modalverben
Unterthema: Bedeutung der Modalverben im subjektiven Gebrauch - B2

   Die Party ... gegen 2 Uhr morgens zu Ende gehen. Wir haben die Nachbarn gebeten, bis zu dieser Uhrzeit Nachsicht mit uns zu haben. (sehr wahrscheinlich)
      müsste
      mag
      will
      soll

Frage:
wieso benutzte man müsste staat soll?

Antwort:
Hallo,

natürlich ginge auch die Antwortmöglichkeit "soll". Spreche ich diesen Satz mit "soll", drückt das aber nicht sehr wahrscheinlichen Grad aus, sondern nur den "normal" wahrscheinlichen. ;-)
"müssen" ist immer stärker als "sollen" - auch beim normalen Gebrauch der Modalverben.
Wenn ich sage "Die Party soll gegen 2 Uhr morgens zu Ende gehen. Wir haben die Nachbarn gebeten, bis zu dieser Uhrzeit Nachsicht mit uns zu haben.", dann heißt das, dass ich mir nicht sicher bin, dass die Party um 2 Uhr aus ist, ich glaube das aber, weil ich es irgendwo gehört/gelesen, etc. habe.
Wenn ich sage "Die Party müsste gegen 2 Uhr morgens zu Ende gehen. Wir haben die Nachbarn gebeten, bis zu dieser Uhrzeit Nachsicht mit uns zu haben.", dann bin ich mir schon sehr sicher, dass die Party um 2 Uhr zu Ende ist.

Liebe Grüße, Anna
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Thema: Subjektive Bedeutung von Modalverben
Unterthema: Bedeutung der Modalverben im subjektiven Gebrauch - B2

   Sie ... mein Talent als Schriftsteller vielleicht anzweifeln, aber ich kann Ihnen versichern, dass mein Buch ein Bestseller wird! (eventuell möglich)
      könnten
      mögen
      müssen
      wollen

Frage:
Wieso " Sie mögen mein Talent anzweifeln" und nicht " Sie könnten"?

Erklärung:
Die Beantwortung der Frage fällt mir - ehrlich gesagt - sehr schwer, weil sich die Begründungen zu der Verwendung subjektiv gebrauchter Modalverben sehr ähneln.
Ich verlinke dir bitte unsere Seite im Online-Forum, da habe ich alle Verwendungsarten nieder geschrieben.
Im Prinzip gilt bei den Modalverben mit subjektiver Bedeutung aber nur eines: Man sollte viele Beispielsätze dazu lesen, versuchen zu verstehen und dann selbst diese "Phrasen" ausprobieren. Ich, als Muttersprachler, weiß aus Intuition, ob der Satz richtig ist oder falsch. Jeder, der diese Grammatik erlernen will, kann hier eigentlich nur den Weg des auswendig lernens und immer wieder Reproduzierens gehen.
Der Link ist: https://www.deutschakademie.de/online-deutschkurs/forum/index.php?topic=112.0

Beste Grüße, Anna
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Thema: Subjektive Bedeutung von Modalverben
Unterthema: Bedeutung der Modalverben im subjektiven Gebrauch - B2

   Laut seinen eigenen Aufzeichnungen ... Christoph Kolumbus Amerika entdeckt haben. Es soll aber ein Wikinger, Erik der Rote, gewesen sein. (eher unwahrscheinlich)
      dürfte
      könnte
      will
      soll

Frage:
Ich moechte wissen, warum ich "will" benutzen sollte.
Ich habe nicht gut verstanden, was die richtige Bedeutung des Satz ist.
Vielen herzlichen Dank,
Sara

Erklärung:
Liebe Sara!
Es tut mir sehr leid, aber unser System hat nicht korrekt funktioniert. Deshalb sind seit 1.April einige Help-Fragen „verschwunden“, was ich nicht bemerken konnte. Deine Frage wird nun jetzt beantwortet, bitte entschuldige das.

Bei dieser Frage wird die subjektive Bedeutung der Modalverben abgefragt. Das heißt, dass Modalverben noch eine zweite Bedeutung haben können. Mehr dazu findest du hier:
https://www.deutschakademie.de/online-deutschkurs/forum/index.php?topic=112.0
In unserem Beispielsatz kann nur die Antwort "will" korrekt sein, da die ersten beiden Möglichkeiten zwar auch richtig sein könnten, aber nur "ganz normalen" Konjunktiv von Modalverben darstellen und keine subjektive Bedeutung. Die Antwort "soll" macht keinen Sinn, da Christoph Kolumbus von sich selbst erzählt hat. Die subjektive Bedeutung von "sollen" kommt aber erst zum Tragen, wenn man über jemand Anders und nicht sich selbst spricht.

Liebe Grüße, Anna
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Hallo, ich verstehe nicht warum "will" die korrekte Antwort ist..... Danke schön! 
 Lösung 7 von 10 (Nr. 8855) > Deutsch üben nach Niveau > C1


Laut seinen eigenen Aufzeichnungen ... Christoph Kolumbus Amerika entdeckt haben. Es soll aber ein Wikinger, Erik der Rote, gewesen sein. (eher unwahrscheinlich)
 dürfte

 könnte

 will

 soll

Die korrekte Antwort lautet:
will

Erklärung:

Die Bedeutung subjektiv gebrauchter Modalverben ist nicht einfach, aber in diesem Satz nicht sooo kompliziert. In dem Satz steht "nach eigenen Angaben". Das heißt, dass der Schreiber es für ziemlich unwahrscheinlich hält, dass Kolumbus Amerika wirklich entdeckt hat. Würde der Schreiber des Satzes es tatsächlich für möglich halten, dass Kolumbus Amerika entdeckt hat, hätte er "soll, dürfte oder könnte" benutzt.

Liebe Grüße!
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Unterthema: Bedeutung der Modalverben im subjektiven Gebrauch - B2

   Sie ... denken, was sie wollen: ich gehe heute Abend mit meinem Baby in die Disko. (eventuell möglich)
      dürften
      mögen
      können
      wollen

Erklärung:
Hallo!

Die Modalverben haben nicht nur ihre "normale" Bedeutung, sondern können auch eine subjektive Bedeutung haben.
Man unterscheidet zwischen der Bedeutung von Vermutungen und deren Grad der Wahrscheinlichkeit.

müssen: Drückt einen hohen Wahrscheinlichkeitsgrad aus: Der Unfall muss heute Nacht passiert sein. = Der Unfall ist sicher heute Nacht passiert. (Heute Morgen haben Passanten das zerstörte Auto neben der Strasse gesehen.)

mögen:  Drückt eine Vermutung aus: Sandra mag schon 30 Jahre alt sind. = Wahrscheinlich ist Sandra schon 30. (So alt sieht sie nämlich schon aus.)

können: Drückt eine Ungewissheit aus: Herr Müller kann schon früher nach Hause gegangen sind. = Herr Müller ist nicht mehr da. (Vielleicht ist er schon zuhause?)

dürfte: Das Modalverb „dürfen“ erscheint mit subjektiver Bedeutung nur im Konjunktiv Präteritum und drückt eine Wahrscheinlichkeit aus: Hans dürfte nicht zu spät kommen. = Hans ist rechtzeitig weggegangen und wird wahrscheinlich pünktlich beim Meeting sein.

sollen: Jemand vermutet etwas über jemand anderen. Hier kann nie die 1. Person gebraucht werden: Ilse soll 40 Jahre lang geraucht haben. = Man weiß nicht, ob und wie lange Ilse wirklich geraucht hat; es wird nur vermutet.

wollen: Die Aussage ist eher unwahrscheinlich: Gerda will gestern im Wald einen Bären gesehen haben. = Gerda hat erzählt, dass sie einen Bären gesehen hat, aber das glaubt ihr niemand.

Im Satz "Sie ... denken, was sie wollen: ich gehe heute Abend mit meinem Baby in die Disko. (eventuell möglich)" macht also nur das Modalverb "mögen" einen Sinn.

Liebe Grüße!
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Übung:
Bitte finden Sie die richtige Antwort.
Der Postbote ... jeden Moment mit dem Paket von deiner Mutter kommen. (sehr wahrscheinlich)
müsste
will
soll
muss


Frage:
warum musste?

Antwort:
Hallo!
Die Modalverben haben in der deutschen Sprache nicht nur eine normale Bedeutung, sondern auch eine zweite, subjektive. ;-)
Wenn du ausdrücken möchtest, dass eine Situation sehr wahrscheinlich eintritt, kannst du das Modalverb "müssen" im Konjunktiv benutzen. Liebe Grüße, Anna
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